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Reichtum mit Abstrichen

Die Gemeinde hat 2018 weniger Gewerbesteuer eingenommen als gedacht. Trotzdem bleibt die Finanzlage gut.

Von Eric Weser
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Trotz geringerer Gewerbesteuereinnahmen ist die Finanzlage in Wülknitz weiter gut.
Trotz geringerer Gewerbesteuereinnahmen ist die Finanzlage in Wülknitz weiter gut. ©  dpa/Symbolfoto

Wülknitz. Etwa 675 Euro pro Einwohner – so viel Gewerbesteuer hat die 1 700-Einwohner-Gemeinde Wülknitz voriges Jahr eingenommen. Zum Vergleich: In Gröditz waren es etwa 500 Euro pro Einwohner, in der Röderaue hingegen nicht mal 100 Euro. Vor allem der Energiesektor, aber auch etliche größere Betriebe bringen Wülknitz Wohlstand. Als eine von etwa drei Dutzend Gemeinden – bei 420 im Freistaat insgesamt – muss die Kommune deshalb „Reichensteuer“ zahlen. Über das Instrument werden Einnahmen reicher Gemeinden an ärmere umverteilt. Ein Solidarbeitrag sozusagen.

Voriges Jahr sind die Gewerbesteuern in Wülknitz allerdings nicht ganz so üppig ausgefallen, wie die Gemeinde in ihrem Haushalt erwartet hatte. Etwa 1,15 statt der erhofften 1,3 Millionen Euro seien am Ende eingegangen, sagte Kämmerer Bodo Mischke diese Woche im Gemeinderat. Grund zur Sorge sei das allerdings nicht. Die Finanzlage sei stabil, der Haushalt ausgeglichen und die Gemeinde mit einem Kontostand von einer halben Million Euro auch mit einem Geldposter ausgestattet. Erst wenn es zu größeren Ausfällen bei der Gewerbesteuer komme oder hohen Rückzahlungen, könne es kritisch werden. Diese Gefahr bestehe aber immer, so Mischke.

Die nach wie vor gute Finanzlage will die Kommune nutzen, um zu investieren. Schwerpunkte sollen die Sanierung der Feuerwehr-Gerätehäuser in Streumen und die Neulösung für das Gerätehaus in Tiefenau sein. In beiden Fällen startet derzeit die Planung, sodass der Bau dieses Jahr eher unwahrscheinlich ist. Gebaut werden sollen mehrere Löschwasserbrunnen in verschiedenen Ortsteilen. Außerdem soll die Straßenbeleuchtung in Heidehäuser erneuert werden. Ein dritter Schwerpunkt soll Wegebau in den Orten und in der Flur sein. Im Haushalt stehen der Ausbau der Straße zur Feuerwehr in Wülknitz, aber auch Arbeiten am Buschweg, am Bettelweg und am Panzerweg. Zudem ist Geld für kleinere Projekte vorgesehen – für neue Spielgeräte auf dem Peritzer Spielplatz oder Ausstattungen für die Streumener Kita.

Gemeinderäte würden die gute Finanzlage außerdem gern auch noch anderweitig nutzen. Etwa zum Abriss von ungenutzten Gemeindegebäuden. „Das kostet zwar Geld, aber wir sparen dadurch auch Betriebskosten in der Zukunft“, so Mirko Pöll (Ortsverein Heinricus). Tatsächlich gebe es solche Objekte, wie den alten Bauhof Streumen oder ein Haus an der Mühlberger Straße in Lichtensee, so Gemeindechef Hannes Clauß (parteilos). Mit deren Zukunft solle sich der Gemeinderat demnächst gesondert beschäftigen. – Der Entwurf für den Wülknitzer Haushalt 2019 soll ab 7. Februar im Rathaus zur Einsicht für jedermann ausliegen. Kommen keine Einwendungen, soll der Etat Mitte März vom Gemeinderat beschlossen werden.