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Reifendiebe weiter auf der Flucht

Das polnische Fluchtfahrzeug konnte sichergestellt werden. Es war nicht der erste Fall von Reifendiebstahl in der Region.

© Tino Plunert

Von Peggy Zill

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Coswig. Nach dem Reifendiebstahl und der spektakulären Flucht, die im Solarpark endete, sucht die Polizei noch immer nach den Tätern. In den frühen Morgenstunden hatten am Sonntag Unbekannte das Lager einer Autowerkstatt Am Güterbahnhof aufgebrochen. Ihre Beute, mehrere Autoreifen, packten sie in einen VW T4. Doch dann wurden sie von der Polizei gestört und flüchteten. Wenig später entdeckten die Beamten den ramponierten Bus im Solarpark am Ziegeleiweg. Der Fahrer war in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen, durch einen Zaun gebrochen und gegen mehrere Solarpanele gefahren. Die Diebe waren beim Eintreffen der Polizei schon verschwunden.

Wie die Polizei mitteilt, dauern die Ermittlungen zu den Tätern noch an. Ob die Insassen bei dem Unfall verletzt worden sind, sei nicht bekannt. Bei dem Transporter handle es sich um ein polnisches Fahrzeug, welches nicht in Fahndung stand. Bekannt ist allerdings der Fahrzeughalter. „Ob er mit dem Fall in Verbindung steht, wird zu prüfen sein“, so ein Polizeisprecher.

Der Solarpark Brockwitz mit seiner Fläche von insgesamt 18 Hektar ist Ende 2011 ans Netz gegangen und liefert Strom. Besitzer ist die Firma P+S Projektentwicklung und Solartechnik GmbH. Wie das Unternehmen auf SZ-Nachfrage erklärte, sind die defekten Solarpanele abgetrennt worden, sodass die restlichen ganz normal weiter Strom liefern. Wie hoch der Sachschaden am Ende wirklich ist, könne erst gesagt werden, wenn die genaue Kalkulation vorliegt.

Die betroffene Autowerkstatt hat noch am selben Tag das Diebesgut zurückbekommen. Der Inhaber lobt die schnelle Arbeit der Beamten, die gleich am Sonntag sämtliche Spuren gesichert haben.

Es ist nicht der erste Fall von Reifendiebstahl in der Region. Erst Ende September waren Reifendiebe auch in Weinböhla am Werk. Sie stiegen nachts in das Reifenlager eines Autohauses an der Köhlerstraße ein. Die Polizei beziffert den Wert des Diebesgutes auf mindestens 7 000 Euro. Laut Autohaus-Inhaber Stephan Busch ist das aber nur eine Schätzung. Zwischen 20 und 30 Reifen seien verschwunden. So viele passen ungefähr in einen Transporter. Es müssen mindestens zwei Täter gewesen sein, denn allein schaffe man diese Menge nicht.

Nach dem Diebstahl hat Stephan Busch der Polizei auch Hinweise geben können. Es gab verdächtige Emails und Fahrzeuge, von denen er die Kennzeichen notiert hatte. Infos und Vermutungen lieferten auch Kunden. Die Tat selbst habe niemand beobachtet. Die Räder, so vermutet es Stephan Busch, werden nun auf dem Schwarzmarkt verkauft. „Bei Ebay habe ich sie schon gesucht, aber nicht gefunden.“ Auch die Polizei konnte nach eigenen Angaben bisher noch keine Tatverdächtigen ermitteln.