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Rein ins nasse Vergnügen

Seen und Bäder versprechen Erfrischung bei der anhaltenden Hitze. Aber wie ist es um die Wasserqualität bestellt?

© Frank Baldauf

Von Mandy Schaks

Freital. Der Sommer hat mal kurz durchgeschnauft. Doch der Regen, der im Osterzgebirge vergangene Woche fiel, war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Temperaturen steigen schon wieder. Deshalb ist es kein Wunder, dass das Wasser in den Bädern fast schon so warm ist wie die Luft. Die Malter-Talsperre zum Beispiel vermeldete am Mittwoch 23 Grad Celsius, im Freibad Pretzschendorf waren es 24 Grad, und im Stadtbad Lauenstein wurden Anfang der Woche 20,5 Grad gemessen. Die SZ erkundigte sich deshalb beim Gesundheitsamt der Kreisverwaltung, wie die Badegewässer eigentlich mit der Hitze zurechtkommen und was Besucher beachten sollten. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Wie steht es um die Qualität der Badegewässer im Landkreis?

Obgleich der Sommer in diesem Jahr schon im Frühjahr kam und die Trockenheit seit Monaten anhält, sind unsere Badegewässer im Landkreis bis jetzt noch in einer guten Qualität. Das schätzt Amtsärztin Dr. Cornelia Mix ein. Die Wasserqualität der Badegewässer würde der Hitze momentan noch relativ gut standhalten.

Sind Naturgewässer eigentlich anfälliger als Freibäder?

Das ist in der Tat so. Die Wasserqualität der Naturgewässer wird durch Eintragungen aus der Landwirtschaft, zum Beispiel aufgrund der Viehhaltung oder des Einsatzes von Düngemitteln, aber auch durch Abwässer und die Zuflüsse erheblich beeinflusst, erläutert Dr. Mix. Auch könne sich die jetzige Witterung mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag negativ auf die Naturgewässer auswirken. In den Freibädern hingegen ist die Situation eine andere. Hier sei die Wasserqualität von dem Füllwasser, den technischen Anlagen sowie von der Anzahl der Badbesucher und deren Hygieneverhalten abhängig. Das Wasser wird in Freibädern zudem aufbereitet.

Gibt es in Badeseen schon Probleme mit Blaualgen?
Zurzeit nicht. Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes besteht jedoch bei weiter anhaltenden hohen Lufttemperaturen und geringen Regenmengen schon die Gefahr. Dann kann es vermehrt zu Algenwachstum kommen und damit zu Sauerstoffmangel. Das könnte unter Umständen auch dazu führen, dass Fische nicht mehr genug Sauerstoff bekommen und eventuell sterben.

Wie steht es um die Sichttiefe in den Naturbädern?

Sichttiefen von über einem Meter in Naturgewässern sind laut Gesundheitsamt in Ordnung. Das sei bei allen Naturgewässern im Landkreis zurzeit der Fall. Ausgenommen der Freibadesee Neustadt. Dort wurden am 28. Juni nur 80 Zentimeter Sichttiefe gemessen. Eine Algenbildung wurde aber nicht festgestellt.

Wie oft kontrolliert das Gesundheitsamt die Badegewässer?

Die Badegewässer werden einmal pro Monat auf ihre Wasserqualität hin untersucht. Gibt es einen besonderen Anlass, erfolgen die Kontrollen auch öfter. Das geschieht in der Regel immer zwischen Mai und September, je nach Witterung. Im Landkreis werden 26 Freibäder und zehn Gewässer kontrolliert.

Müssen die Kontrollen angesichts der Lage verstärkt werden?

Das Gesundheitsamt sieht dafür derzeit noch keine Notwendigkeit.

Können Badegäste helfen, dass die Saison nicht vorfristig zu Ende geht?

Gerade wer ein Freibad besucht, sollte natürlich auf die Hygiene achten. Dazu gehört, sich vorher abzuduschen und auch die Hände zu waschen.

Worauf sollten Besucher achten, wenn sie in einem Natursee baden wollen?

Damit das Abtauchen ein Vergnügen wird, sollten Badbesucher sich vorher einfach das Gewässer etwas genauer anschauen. Das Gesundheitsamt rät, darauf zu achten, wie die Sichttiefe ist, ob es auffällige Trübungen gibt, massive Verunreinigungen zum Beispiel durch Wasservögel, ob sich Schaum gebildet hat oder unnatürliche Gerüche auftreten. Ist das der Fall, sollte von einem Bad lieber Abstand genommen werden. „Eltern von Kleinstkindern sind da sehr in ihrer Verantwortung gefragt“, sagt Amtsärztin Dr. Mix. „Aber auch Immungeschwächte müssen besonders aufpassen.“

Was ist zu tun, falls doch ein Badegast mit Blaualgen in Kontakt kommt?

Das Gesundheitsamt rät vom Baden in Seen ab, wenn massiv Blaualgen, Fachleute sprechen von Cyanobakterien, auftreten. Denn bei Kontakt könne es zu erheblichen allergischen Reaktionen kommen, zum Beispiel an Haut, Schleimhäuten, Augen. Wer Wasser verschluckt, kann außerdem Magen-Darm-Probleme bekommen. Dann ist ein Arztbesuch zu empfehlen.