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Rein ins nasse Vergnügen

Seen und Bäder versprechen Erfrischung bei der anhaltenden Hitze. Aber wie ist es um die Wasserqualität bestellt?

© Frank Baldauf

Von Mandy Schaks und Heike Sabel

Sächsische Schweiz. Der Sommer hat mal kurz durchgeschnauft. Doch der Regen, der im Osterzgebirge fiel, war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Temperaturen sind schon wieder gestiegen und steigen weiter, auch in der Sächsischen Schweiz. Kein Wunder, dass das Wasser in den Bädern fast schon so warm ist wie die Luft. Die Malter-Talsperre zum Beispiel meldete am Dienstag 23 Grad Celsius, im Heidenauer Albert-Schwarz-Bad waren es sogar 24 Grad. Die SZ erkundigte sich beim Kreis-Gesundheitsamt, wie die Badegewässer mit der Hitze zurechtkommen und was Besucher beachten sollten.

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Das wichtigste zum Badespaß

Wie steht es um die Qualität der Badegewässer im Landkreis?

Obgleich der Sommer schon im Frühjahr kam und die Trockenheit seit Monaten anhält, sind die Badegewässer im Landkreis bis jetzt in einer guten Qualität. Das schätzt Amtsärztin Dr. Cornelia Mix ein. Die Wasserqualität der Gewässer würde der Hitze momentan noch relativ gut standhalten.

Sind Naturgewässer anfälliger als Freibäder?

Das ist in der Tat so. Die Wasserqualität der Naturgewässer wird durch Eintragungen aus der Landwirtschaft, zum Beispiel aufgrund der Viehhaltung oder des Einsatzes von Düngemitteln, aber auch durch Abwässer und Zuflüsse erheblich beeinflusst, sagt Dr. Mix. Auch könne sich das jetzige Wetter negativ auf die Naturgewässer auswirken. In den Freibädern sei die Wasserqualität von dem Füllwasser, den technischen Anlagen sowie von der Anzahl der Badbesucher und deren Hygieneverhalten abhängig. Zudem wird das Wasser in Freibädern aufbereitet – sprich mit Chlor behandelt.

Gibt es in Badeseen schon Probleme mit Blaualgen?
Zurzeit nicht. Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes besteht jedoch bei weiter anhaltenden hohen Lufttemperaturen und geringen Regenmengen schon die Gefahr. Dann kann es vermehrt zu Algenwachstum und damit zu Sauerstoffmangel kommen. Das könnte unter Umständen dazu führen, dass Fische nicht mehr genug Sauerstoff bekommen und eventuell sterben.

Wie steht es um die Sichttiefe in den Naturbädern?

Sichttiefen von über einem Meter in Naturgewässern sind laut Gesundheitsamt in Ordnung. Das sei bei allen Naturgewässern im Landkreis zurzeit der Fall, außer im Freibadesee Neustadt. Dort wurden am 28. Juni nur 80 Zentimeter Sichttiefe gemessen. Eine Algenbildung wurde zunächst nicht festgestellt. Inzwischen spricht das Landratsamt von einer Trübung mit Gefahr der Algenbildung. Der Betreiber sei informiert. Nächste Woche wird wieder untersucht. Bis auf die Trübungen in Neustadt und im Heidemühlenteich Karsdorf gibt es keine Beanstandungen. Jedoch kann sich das bei anhaltenden hohen Temperaturen und kaum Regen schnell ändern.

Wie oft kontrolliert das Gesundheitsamt die Badegewässer?

Die Wasserqualität der Badegewässer wird alle vier bis acht Wochen untersucht. Gibt es einen Grund, auch öfter. Das geschieht in der Regel zwischen Mai und September, je nach Wetter. Im Landkreis werden 26 Freibäder und zehn Gewässer kontrolliert. In dieser und der nächsten Woche erfolgen die nächsten Messungen. Die Befunde sind unter www.landratsamt-pirna.de/wasserhygiene.html zu finden.

Müssen die Kontrollen angesichts der Lage verstärkt werden?

Das Gesundheitsamt sieht dafür derzeit noch keine Notwendigkeit.

Können Badegäste helfen, dass die Saison nicht vorfristig zu Ende geht?

Wer ein Freibad besucht, sollte auf die Hygiene achten. Dazu gehört, sich vor dem Baden abzuduschen und die Hände zu waschen.

Worauf sollten Besucher achten, wenn sie in einem Natursee baden wollen?

Badbesucher sollten sich vorher das Gewässer etwas genauer anschauen. Das Gesundheitsamt rät, auf die Sichttiefe zu achten, auf auffällige Trübungen, massive Verunreinigungen zum Beispiel durch Wasservögel, auf Schaumbildung und unnatürliche Gerüche. Ist das der Fall, sollte auf ein Bad verzichtet werden.„Eltern von Kleinstkindern sind da sehr in ihrer Verantwortung gefragt, sagt die Amtsärztin. Auch Immungeschwächte müssen besonders aufpassen.

Was ist zu tun, falls doch ein Badegast mit Blaualgen in Kontakt kommt?

Das Gesundheitsamt rät vom Baden in Seen ab, wenn massiv Blaualgen auftreten. Bei Kontakt könne es zu erheblichen allergischen Reaktionen kommen, zum Beispiel an Haut, Schleimhäuten, Augen. Wer Wasser verschluckt, kann Magen-Darm-Probleme bekommen. Dann ist ein Arztbesuch zu empfehlen.

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