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Bei den Bergrettern am Dachstein

Die TV-Serie "Die Bergretter" macht die Region am Dachstein einem Millionenpublikum vertraut. Fan-Tage bringen den Zuschauern ihre Idole näher.

Von Andreas Pfitzner
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Beim Fan-Tag zu Gast und gefeiert (v.l.): Luise Bähr (im Film Katharina Strasser), Sebastian Ströbel (Markus Kofler), Robert Lohr (Michael Dörfler), Michael Pascher (Rudi Dolezal) und Markus Brandl (Tobias Herbrechter).
Beim Fan-Tag zu Gast und gefeiert (v.l.): Luise Bähr (im Film Katharina Strasser), Sebastian Ströbel (Markus Kofler), Robert Lohr (Michael Dörfler), Michael Pascher (Rudi Dolezal) und Markus Brandl (Tobias Herbrechter). © Martin Huber

Ein Mountainbiker fährt einen Abhang hinunter. An einer Wurzel bleibt er hängen und stürzt. Mehrere Meter rollt er bergab und bleibt regungslos liegen. Glücklicherweise bemerkt ihn ein Wanderer und leistet Erste Hilfe. Der Verunglückte ist ansprechbar, aber nicht transportfähig. Ein klarer Fall für die Bergretter...

Wenige Minuten später sind die Schauspieler der beliebten ZDF-Serie vor Ort. Ein Helikopter landet unweit der Unfallstelle. Auf einer Rutsche wird der Verletzte zum gelben Vogel transportiert, der in Richtung Klinik abhebt.

Die Bergungsaktion ist ein Teil des Vormittagsprogramms beim dritten Fan-Tag der Bergretter in Ramsau am Dachstein. Mitglieder der Flugrettung und der „echten“ Bergretter unterstützen die Schauspieler im Gelände der Skisprungschanze.

Im November die 16. Staffel im TV

2009 startete die Serie als „Die Bergwacht“, 2012 erfolgte die Umbenennung in „Die Bergretter“. Im November dieses Jahres wird die 16. Staffel ausgestrahlt. Dramatische Rettungsaktionen machen die Serie zu etwas Besonderem. Nicht nur in Ramsau mit der „Film“-Zentrale und dem Hof „Emilie“ wird gedreht, unter anderem auch im Ennstal, Kaunertal, Dachsteingebirge und am Großglockner.

„Die TV-Serie ist ein großes Glück für unsere Region“, sagt Mathias Schattleitner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Schladming-Dachstein. „Sie zeigt grandiose Bilder unserer Bergwelt, die ein internationales Millionenpublikum erreichen und Lust auf Urlaub bei uns machen.“ Viele Anhänger der Serie verbinden den Fan-Tag oder die Fanwanderung im Herbst mit den eigenen Ferien.

Feiern mit 1500 Fans, darunter 213 aus Sachsen.
Feiern mit 1500 Fans, darunter 213 aus Sachsen. © Martin Huber

Im mit 1.500 Fans rappelvollen Festzelt ist der Live-Talk mit den Schauspielern inzwischen in vollem Gang und die Stimmung großartig. Auch Argo Veide aus Estland, der mit 1.911 Kilometern die längste Anreise hatte, sowie 213 Fans aus Sachsen sind dabei, während die Akteure auf der Bühne aus dem Drehalltag plaudern.

"Echte" Bergretter immer unterstützend dabei

Von blauen Flecken, ohne die man selten nach Hause kommt, und den flotten Sprüchen, die nicht immer im Drehbuch stehen. Ernsthafte Verletzungen gab es bei den Dreharbeiten aber noch nicht, weil Sicherheit an erster Stelle steht und immer drei bis fünf „echte“ Bergretter unterstützend dabei sind. Stunts absolvieren Sebastian und Co. selbst – soweit es möglich ist. Sonst gibt’s ja noch die Profis.

Knapp drei Wochen werden für die Produktion einer der jährlich sechs bis sieben Folgen benötigt. Dafür stehen etwa 50 Leute vor und hinter der Kamera. Lagerkoller, der aufkommen kann, wenn man lange zusammen ist, gibt es nicht. „Die Ramsau ist 17 Kilometer lang, einige von uns wohnen etwas voneinander entfernt, und das ist gut so“, sagt Robert schmunzelnd. Andererseits sitzt man abends auch oft zusammen, guckt Fußball zum Beispiel. Vermutlich auch in diesen Tagen.

„Ich bin jetzt das zehnte Jahr dabei“, erzählt Luise. „Ich dachte am Anfang, ich kenne mich in den Bergen aus. Zehn Jahre später denke ich, ich war ganz schön grün hinter den Ohren. Während der Drehtage erleben wir auch echte Abenteuer. Das schweißt zusammen. Wir sind eine Mannschaft. Der Begriff Bergretter-Familie ist gar nicht so weit hergeholt.“

"Die Leute spüren, dass das authentisch ist"

Sebastian als bekennender Fan des 1. FC Nürnberg ist auch das zehnte Jahr hier. „Ich habe viel von der Region profitieren dürfen, bin daran gewachsen. Für mich ist das mehr als Arbeit, auch wenn ich sehr lange im Jahr auf meine Familie verzichten muss.“ Der 47-Jährige wohnt in Hamburg, ist verheiratet und hat vier Töchter.

Auch die Technik hat sich ständig entwickelt. „Anfangs waren zwei Kameras im Einsatz, jetzt sind vermehrt Drohnen dabei. Die Ansprüche steigen jährlich“, erzählt Markus.

Gibt es ein Erfolgsgeheimnis der Bergretter? „Es sind die Geschichten, die wir haben, die abwechslungsreichen Action-Szenen“, sagt Michael. Und Sebastian ergänzt: „Wir drehen im hochalpinen Gebiet, sind Wind und Wetter ausgesetzt. Die Leute spüren, dass das authentisch ist.“ Verständlich, dass man gerade dafür auch fit sein muss. „Klettersteige, Wandern, Krafttraining, Rennrad fahren – das sind so meine Sachen“, sagt er. „Sebastian hatte mir den Tipp gegeben, die Treppen statt dem Lift zu nehmen. Das ist mein kleiner Sport im Alltag“, meint Michael augenzwinkernd.

Dreh im Elbsandsteingebirge?

Das Team arbeitet schon lange zusammen. Da sollte es am Set doch recht familiär zugehen, was Sebastian bestätigt. „Es geht gar nicht anders als kameradschaftlich und freundschaftlich. Wir müssen uns verstehen. Da kannst du dir ein faules Ei nicht leisten. Der Teamgedanke muss an erster Stelle stehen.“

Auf meine Frage, ob eine der nächsten Staffeln im Elbsandsteingebirge gedreht werden kann, entgegnet Sebastian: „Da laufen wir ja dem Ranger übern Weg… Ich war schon ein paar Mal dort. Das ist eine wunderschöne Gegend, und man soll ja nie Nie sagen. Es wäre sicher lustig, dort mit dem Heli durchzufliegen.“ Ob das die Drehbuchautoren auch so lustig finden?

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