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Deutschland & Welt

Reisewelle führt zu zahlreichen Staus

Das Verkehrschaos ist ausgeblieben, dennoch mussten Autofahrer in ganz Deutschland Geduld haben, um an ihren Ferienort zu kommen.

© dpa

Mit dem Ferienbeginn im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die Reisewelle einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Autos Tausender Reisender verstopften am Wochenende viele Autobahnen. Auf den Schienen war es dagegen nach Auskunft der Deutschen Bahn weitgehend entspannt. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt kam an seine Kapazitätsgrenzen und bat Reisende, lange vor Abflug einzutreffen.

"Den dichten Reiseverkehr merkt man in so gut wie jedem Bundesland", sagte ein ADAC-Sprecher am Sonntag in München. Besonders viele Staus habe es am Wochenende in Bayern gegeben. "Aber auch die Autobahnen, die zur Ostsee hochgehen, waren voll. Die einen fahren rauf, die anderen runter."

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Die meisten Staus zählte der ADAC auf den Autobahnen 9 von Berlin nach München, auf der A 3 von Köln bis nach Passau, auf der A 8 von Stuttgart bis nach Salzburg und auf der gesamten A 7, die Deutschland in der Längsrichtung durchläuft. Von einem "Verkehrschaos" mag der ADAC-Experte trotz zahlreicher kleinerer und größerer Staus nicht sprechen - "das wäre zu viel".

Der ADAC hatte vorab mit einem "der schlimmsten Reisewochenenden" gerechnet. Der Verband rate Urlaubern, sich eher an Wochentagen oder nachts auf den Weg zu machen. "Nachts soll man natürlich nur fahren, wenn man ausgeruht ist und sich das zutraut."

Alle deutschen Bundesländer bis auf zwei haben nun Ferien. Daher rechnet der ADAC-Sprecher auch für die kommenden Wochen mit viel Reiseverkehr. "Die nächsten Wochenenden werden ähnlich. Bald starten Bayern und Baden-Württemberg in die Sommerferien und bei den anderen Bundesländern geht die Rückreise los." Erst ab Mitte August sollen die Blechlawinen auf den Straßen dann peu à peu weniger werden.

Die Deutsche Bahn meldete am Wochenende keine größeren Störungen. Im Fernverkehr laufe alles stabil, sagte ein Sprecher am Sonntag. Auch mit den Klimaanlagen der Züge gebe es keine besonderen Probleme. In Nordrhein-Westfalen müsse jedoch mit Behinderungen zwischen Essen und Düsseldorf gerechnet werden. Dort wird in den Sommerferien das Schienennetz saniert.

Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt arbeitete das gesamte Wochenende über an seiner Kapazitätsgrenze, wie eine Sprecherin des Betreibers Fraport sagte. Mit knapp 237 000 Passagieren lag die Zahl der erwarteten Reisenden am Sonntag der Sprecherin zufolge knapp unter dem bisherigen Tagesrekord. Am 30. Juni dieses Jahres waren etwa 241 000 Passagiere abgefertigt worden, so viele wie nie zuvor. Es kam am Wochenende an den Kontrollstellen am Terminal 1 zu Warteschlangen. Die Fluggäste wurden erneut aufgefordert, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug anzureisen.

Das befürchtete Verkehrschaos in Tirol und im Salzburger Land blieb trotz Fahrverboten am gesamten Wochenende dagegen aus. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag lief der Verkehr in den beiden österreichischen Bundesländern flüssiger, als das auch die Polizei erwartet hatte. "Es ist ein stärkeres Reisewochenende erwartet worden", sagte ein Sprecher der Polizei Tirol.

Die beiden österreichischen Bundesländer Tirol und Salzburg sperren derzeit an Wochenenden typische Ausweichrouten, damit Reisende bei Stau auf der Autobahn nicht durch die umliegenden Dörfer fahren. Größere oder langandauernde Staus habe es aber an beiden Tagen nicht gegeben. "Das war ein untypisches Reisewochenende, weil viele Reisende schon am Freitag oder erst am Sonntag in den Urlaub gefahren sind", erklärte eine Sprecherin des Landes Salzburg.

Größere Staus gab es derweil in der Schweiz. Vor dem Gotthardtunnel staute sich der Verkehr in südlicher Fahrtrichtung schon am frühen Samstagmorgen zeitweise auf bis zu 13 Kilometern, am Sonntagmittag zeitweise auf bis zu 7 Kilometern. (dpa)