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Rekord bei illegalen Einreisen

Die Dresdner Bundespolizei hat ihre Bilanz für 2015 vorgestellt. 50 Schleuser wurden gestellt. Dafür gibt es weniger Graffiti-Schmierereien und Drogendelikte.

© dpa

Tobias Wolf

Dresden. Es ist nicht wirklich eine schlechte Bilanz, die Dresdens Bundespolizeichef Jörg Scheeser jetzt in der Inspektion am Hauptbahnhof vorstellt. Die Inspektion ist zuständig für die Bahnhöfe und Gleisanlagen in der Stadt sowie den Flughafen. Zwar hat sich die Zahl illegal einreisender Flüchtlinge gegenüber den Vorjahren massiv erhöht, sagt der 48-Jährige. Dafür sei die Zahl von Drogendelikten und Graffiti-Schmiereien deutlich zurückgegangen. Für die 373 Mitarbeiter der Inspektion war 2015 dennoch ein anstrengendes Jahr. So griffen die Polizisten insgesamt 3 570 Menschen ohne gültige Papiere auf – gut sechsmal so viele wie noch 2013. Damals waren über 600 Migranten bei der illegalen Einreise erwischt worden. „So eine extreme Steigerung hatten wir noch nie“, sagt Scheeser und ergänzt: „Dennoch ist es hier bei Weitem nicht so schlimm gewesen wie an der deutsch-österreichischen Grenze.“ Insgesamt hat die Bundespolizei-Inspektion 9 754 Straftaten registriert, gegenüber 7 470 im Jahr zuvor. Der zahlenmäßige Anstieg resultiert vor allem aus der Flüchtlingskrise. Dazu wurden 50 Verfahren gegen Schleuser eingeleitet. Rückläufig ist die Drogenkriminalität. Wegen solchen Verstößen wurde im vierten Quartal 2015 gegen 62 Tatverdächtige ermittelt, gegenüber 118 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rund 44 Prozent davon waren Deutsche, knapp zehn Prozent Tunesier und gut acht Prozent Libyer. Der Rest verteilt sich auf mehrere Nationalitäten.

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921-mal ermittelten die Beamten gegen Graffiti-Sprayer. Im vierten Quartal waren es 164 Verdächtige gegenüber 361 im Vergleichszeitraum 2014. Negativ hat sich dagegen die Diebstahlsstatistik entwickelt. Waren es im vierten Quartal 2014 noch 271 Delikte, zählten die Beamten 2015 im selben Zeitraum 330 Taten. Knapp 63 Prozent der Täter waren Deutsche, knapp zehn stammen aus Marokko und etwa sieben Prozent aus Tschechien. Die Diebstähle stehen auf Platz zwei aller Straftaten, gefolgt vom Schwarzfahren.

Außerdem waren Bundespolizisten bei zehn Fußballspielen im Einsatz. Den kleineren Anteil im Jahr 2015 machen Delikte wie Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungs-, das Waffen- und das Sprengstoffgesetz aus. Gegen sechs Personen wurde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen ermittelt.