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Rekordergebnis im Wintertourismus

Noch nie wurden im ersten Quartal des Jahres so viele Übernachtungen in der Sächsischen Schweiz gezählt. Die Ursache ist nicht eindeutig.

© Norbert Millauer

Von Gunnar Klehm

Sächsische Schweiz. Dieser Erfolg hat sich bereits angedeutet. „Der Winter dieses Jahr lief prima“, sagt Michaela Becker, die stellvertretende Hoteldirektorin des Elbschlösschens in Kurort Rathen. „Anders als in den vergangenen Jahren hatten wir kaum Zeit, mal durchzuschnaufen.“ Auch Unternehmer Sven-Erik Hitzer will nicht verheimlichen, dass sein Winterdorf in Schmilka in der zweiten Auflage besser lief als im Vorjahr. Die SZ hat die Zahlen und die Hintergründe.

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© Koerner, Heidemarie
© Koerner, Heidemarie

Viele Väter des Erfolgs

Anstieg um mehr als ein Drittel
Jetzt ist es amtlich: Für die Sächsische Schweiz wurde ein neuer Übernachtungs-Rekord für das erste Quartal eines Jahres aufgestellt. Vom 1. Januar bis 31.März hat das Statistische Landesamt 122349 Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten registriert, Kureinrichtungen nicht mitgerechnet. Das sind knapp 44000 und damit 35,9 Prozent mehr als 2017. „Ich wüsste nicht, dass er für unsere Region mal eine höhere Zahl gab“, erklärt Tino Richter, der Geschäftsführer des Tourismusverbands Sächsische Schweiz.

Marketing-Konzept für alle
Der Erfolg hat wie immer viele Väter, wie es so schön heißt. Einer davon ist sicherlich Sven-Erik Hitzer. Im Winter 2016/17 entwickelte er ein Gesamtkonzept für den Ort Schmilka und nannte das Programm Winterdorf. „Damit bewerben wir kein einzelnes Haus, sondern eine Destination“, erklärt er.

Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin wurde das Konzept der Winterbelebung in der Sächsischen Schweiz mit dem renommierten Marketing-Award „Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ des Ostdeutschen Sparkassenverbandes ausgezeichnet. Deshalb knallten schon im März die Sektkorken. Tino Richter geht davon aus, dass auch das einheitliche Marketing-Konzept des Tourismusverbands ein wichtiger Baustein war. In die Winterbelebung wurde einiges investiert. „Man sieht, es lohnt sich“, sagt er.

Bad Schandau ist spitze
In Bad Schandau wurden 18200 Übernachtungen mehr als im Vorjahr registriert. Die Stadt ist damit Spitzenreiter in der Region. Es folgen der Kurort Rathen mit einem Plus von 4600 Übernachtungen, Sebnitz (plus 2800) und Königstein (plus 2000). Für die Festungsstadt bedeutet das eine Steigerung um mehr als hundert Prozent.

Frühe Ostern und mildes Wetter
Bisher ist man aber noch unsicher, worauf der Anstieg genau zurückzuführen ist. „Es dürfte das Zusammenspiel vieler Faktoren sein“, sagt Tino Richter. Zum einen sind die Zahlen immer etwas höher, wenn Ostern in den März fällt. Dieses Jahr war Karfreitag am 30. März. Das hatte auch schon 2016 zu einer Steigerung geführt, als Ostern noch etwas früher lag. Hinzu kam in diesem Jahr die milde Witterung. Es lag kaum Schnee. So ließ es sich fast den gesamten Winter über gut in der Sächsischen Schweiz wandern. Damit jagte das Elbsandsteingebirge auch klassischen Wintersportorten, die mit Schneemangel zu kämpfen hatten, Gäste ab. Ein Grund dafür ist, dass sich immer mehr Reisende kurzfristig – nach Wetterlage – für ein Ziel entscheiden.

Bewährtes wird fortgesetzt
In Rathen liefen dieses Jahr die Theater-Wochenenden sehr gut. „Die wird es im nächsten Jahr wieder geben“, sagt Michaela Becker vom Elbschlösschen. Die Hotelgruppe investiert bereits seit 2015 in ein gut gefülltes Winterprogramm. „Jeder Ort sollte sich dabei unterscheiden“, sagt sie. In Rathen passe das Winterthema „Märchen“ gut zum Image der Felsenbühne. Was die äußeren Einflussfaktoren auf den Erfolg angeht, könne man noch nichts Genaueres sagen. „Da brauchen wir noch die Daten der nächsten Jahre“, sagt Michaela Becker.

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