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Renates Rüdiger

Etliche Politiker instrumentalisieren gern ihr Privatleben in guten Zeiten und wundern sich dann häufig erbost, dass sich die Öffentlichkeit auch in weniger angenehmen Stunden darum kümmert. Renate Künast (47), die grüne Verbraucherministerin, gehört nicht zu jener Kategorie.

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Von Peter Heimann

Etliche Politiker instrumentalisieren gern ihr Privatleben in guten Zeiten und wundern sich dann häufig erbost, dass sich die Öffentlichkeit auch in weniger angenehmen Stunden darum kümmert. Renate Künast (47), die grüne Verbraucherministerin, gehört nicht zu jener Kategorie. Im Gegenteil: Sie galt bisher als überzeugter Single. Punkt. Fertig. Dabei hatte sie ihre geheime Liebe schon so präsentiert, dass es öffentlicher eigentlich nicht sein kann. Aber nichts passierte. Das wird jetzt anders. Im MDR-Riverboat verplapperte sich die Ministerin. Angesprochen auf eine Widmung „Für Rüdiger“ in ihrem Buch „Klasse statt Masse“, wurde sie auf einem Feld gesprächig, bei dem sie sich immer sehr zurückgehalten hatte: „Jetzt verrate ich ein Geheimnis. Rüdiger ist mein Lebensgefährte. Er hat mich schon zum Bundespresseball begleitet.“ Sofort durchstöberten die einschlägigen Medien ihre Fotoarchive und wurden natürlich fündig. Wer will, kann nun in den Rubriken „Politipaare“ schöne Bilder von Renates Rüdiger, einem bekannten Berliner Strafverteidiger, betrachten. „Da habe ich einen Fehler gemacht“, seufzt Rüdigers Renate nun. Eigentlich wollte sie ihn doch raushalten: „Das ist nun vorbei. Es war eine schöne Zeit.“

Künasts Kollegin Krista Sager machte eine ganz andere Erfahrung. Gerade, als die grüne Fraktionschefin beim IG-Metall-Kongress zu ihrem Grußwort anhob, pfiff ein einzelner Metaller. Beim Bundeskanzler zuvor waren es noch viel mehr. Schlagfertig reagierte Sager auf den Mini-Protest: „In meinem Alter passiert es mir nicht mehr so oft, dass mir einer hinterher pfeift.“

Am Mittwoch feiert Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) 60. Geburtstag. Schon zuvor hat sich der SPD-Vize mächtig ins Zeug gelegt, um die soziale Gerechtigkeit trotz aller Agenda-Reformen hörbar zu erhalten. Für ein Label in seinem Berliner Heimatbezirk Prenzlauer Berg hat Germanist Thierse als Vorleser eine Doppel-CD mit Dickens „Weihnachtsmärchen“ aufgenommen. Dessen Schilderungen von Armut und Elend könnten Menschen bis heute erreichen, meint Thierse. Auf alle Fälle geht sein Honorar für das mögliche Weihnachtsgeschenk an eine karitative Organisation.