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Görlitz

Rentner abzuzocken, ist zu bequem

Der Görlitzer Redaktionsleiter Sebastian Beutler schreibt über das Ticket-Towabohu in Görlitz und findet: Die Verkehrsbetriebe sind unbarmherzig.

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Ist es angemessen, einer hochbetagten Rentnerin 37 Euro für eine Busfahrt zum Arzt abzuknöpfen, obwohl sie eine gültige Monatskarte besitzt, nur weil sie 90 Minuten zu früh mit dem Bus fuhr? Ist es angemessen, eine andere ältere Frau zur Zahlung von 60 Euro zu verdonnern, weil sie mit einem alten Fahrschein unterwegs war und nicht den neuen verwendet hatte, der gleich daneben in ihrer Geldbörse steckte, wodurch sie die Görlitzer Verkehrsbetriebe um unglaubliche 10 Cent prellte? Gewiss, es sind nur zwei Beispiele, aber wir können getrost davon ausgehen, dass sie nicht allein stehen. 

Die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), im Ton und Auftreten ihres Kontrollpersonals moderater als ihre Vorgänger, geben sich in der Sache aber genauso unbarmherzig. Wenn Kunden offensichtlich mit dem Kleingedruckten nicht zurechtkommen, dann kann man natürlich immer ihnen die Schuld geben. Das ist bequem. Aber würden Sie ein solches Unternehmen innovativ finden? Kundenfreundlich? 

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Die GVB sind drauf und dran, sich in den Fallstricken des Rechthabens zu verheddern. Vielleicht liegt es ja nicht am Kunden, sondern daran, dass das Produkt zu kompliziert ist. Weltweit denkt die ÖPNV-Branche derzeit darüber nach, wie es dem Kunden am einfachsten gemacht wird, das richtige Ticket zu buchen. Es wäre schön, wenn das auch in Görlitz zu spüren wäre. Möglichst schnell.

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