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Gesundheit

Rentner bauen vermehrt auf Alltagshilfen

Die Schere zwischen Pflegebedürftigen und Pflegefachkräften wird häufig thematisiert - Besserung scheint allerdings zumindest kurzfristig nicht möglich.

© Sabine van Erp via pixabay

Auch in Sachsen wird Anzahl der Altenpfleger immer geringer. Das betrifft weniger die Senioren, die im Pflegeheim untergebracht sind, als diejenigen, die das Leben zu Hause in den eigenen vier Wänden schätzen. Sie sind es, die Unterstützung im Alltag besonders benötigen. Der Trend entwickelt sich daher zur Selbsthilfe: Immer mehr Rentner investieren in praktische Alltagshelfer wie Bad- und WC-Hilfen.

Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht

Die schrumpfende Zahl der Altenpfleger hat ihren Grund. Die Arbeit gilt als schlecht bezahlt, durch Schichttätigkeit als familienunfreundlich und zudem als belastend - sowohl für den Rücken als auch für die Nerven. Pflegekräfte berichten, ausgelaugt zu sein. Das Burnout trifft nicht nur den Manager. Er trifft auch die Pflegekraft. Immer mehr Pflegebedürftige sind zu verzeichnen - und wahrlich nicht jeder erhält eine adäquate Betreuung. Hinzu kommt, dass die Pflegezeit mit der Uhr festgehalten wird. Ein persönliches Gespräch ist nicht mehr rentabel. Auch das belastet die Pflegekräfte, die zur medizinisch-pflegerischen auch die menschliche Zuwendung schätzen. 

Die Lösung in der Selbsthilfe entdecken

Für manche Senioren ist die Pflegekraft zwingend erforderlich, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Andere wiederum können sich das Leben durch die Verwendung von praktischen Lösungen für Bad und WC selbst wieder komfortabel gestalten. Die ideale Lösung ist natürlich der barrierefreie Umbau des Badezimmers. Mit bodengleichen Duschen, Handläufen und Sitzgelegenheiten können sich auch Senioren mit eingeschränkter Beweglichkeit im Badezimmer selbst und vor allem auch sicher versorgen. Doch nicht immer ist ein derartiger Umbau aus finanziellen oder räumlichen Gründen möglich.

Wertvolle Alternativen für den Rentner

Bad- und WC-Hilfen aus dem Fachhandel können den Alltag von Senioren optimal unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist die Toilettensitz-Erhöhung, die auch das Aufstehen erfreulich komfortabler macht. Trittstufen ermöglichen es, im Badezimmerschrank auch ans obere Fach zu kommen, Rutschmatten in der Dusche schenken beruhigende Sicherheit. Duschhocker erleichtern die Körperpflege und sind zudem oft bedarfsgerecht höhenverstellbar. Auch für das Anziehen von Socken und Schuhen gibt es wertvolle Unterstützungsmöglichkeiten.

Handlungsfähig werden oder bleiben

Durch die Nutzung der Alltagshilfen können Senioren ihr Leben oft wieder unabhängig gestalten. Die ist in Bad und WC als sensiblen Bereichen ein besonderer Pluspunkt, der die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl gleichermaßen steigert. Beratung, welche Produkte besonders geeignet sind, gibt es beim Hausarzt, beim Ergotherapeuten, aber auch von Verbänden und Patientenorganisationen, die sich für die Belange von Senioren einsetzen. Neben der Arbeiterwohlfahrt gibt es auch Beratungsangebote von den kirchlichen Trägern der Diakonie und der Caritas. Vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt es zudem einen Ratgeber, der Informationen zum Wohnen im Alter beinhaltet.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin M. Seelig.