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Bautzen

Rentnerin von falschem Polizisten reingelegt

Ein Anrufer erzählt einer 75-jährigen Bautzenerin eine haarsträubende Geschichte und erbeutet eine große Summe.  Eine Kleinröhrsdorferin dagegen ist misstrauischer.

© dpa

Bautzen. Eine 75-jährige Bautzenerin ist am Dienstag einem Betrüger aufgesessen. Sie hat Schmuck und Bargeld im Wert von 14.000 Euro verloren. Erst Stunden später kamen ihr Zweifel – zu spät.

Die Seniorin wurde am Dienstag, gegen 14 Uhr, von einem unbekannten Mann angerufen. Dieser gab sich als Dresdner Kriminalpolizist aus. Er suggerierte der Seniorin, dass ihre Tochter nach einem Verkehrsunfall festgenommen wurde. Für deren Freilassung sollte sie einen bestimmten Geldbetrag hinterlegen.

Dem Betrüger gelang es, die Frau davon zu überzeugen, sich mit rund 14.000 Euro Bargeld und ihrem gesamten Goldschmuck von Bautzen auf den Weg nach Dresden zu begeben. Im Bereich des Wiener Platzes übergab die immer noch ahnungslose Rentnerin schließlich das Geld und ihre Wertsachen an einen Boten. Als die ältere Frau auch zwei Stunden nach der Übergabe den vereinbarten Rückruf bezüglich der Freilassung ihrer Tochter nicht erhalten hatte, kamen ihr Zweifel und sie wandte sich an die Bundespolizei im Hauptbahnhof Dresden.

Nicht übers Ohr hauen lassen hat sich hingegen eine Seniorin aus Kleinröhrsdorf. Auch sie hatte einen dubiosen Anruf bekommen. Ihr wurde vorgegaukelt, sie habe 150.000 Euro gewonnen. Die Anruferin würde den Gewinn vorbeibringen. Als Gegenleistung müsse die 80-Jährige Amazon-Gutscheine im Wert von 100 Euro erwerben und ihr übermitteln. Die Seniorin reagierte geistesgegenwärtig und erahnte die Heimtücke. Sie verlangte selbstbewusst eine Telefonnummer für einen Rückruf bei dem Unternehmen. Just in diesem Moment legte die Unbekannte auf.

Die Polizei rät noch einmal eindringlich: Lassen Sie grundsätzlich keine Fremden in die Wohnung. Geben Sie keine Informationen oder Daten am Telefon heraus. Seien Sie besonders wachsam bei Telefonanrufen von vermeintlichen Bekannten, Verwandten, Familienangehörigen oder auch von Personen, die sich als Polizisten ausgeben und die plötzlich Geld von Ihnen verlangen. Es gibt keinen Grund, vermeintliche Regulierungen von Schäden oder Unfällen sofort in bar zu begleichen. Übergeben Sie kein Geld an vermeintliche Boten; auch nicht, wenn diese sich als Polizisten vorstellen.

Um sicherzugehen sollten vermeintliche Verwandte oder Familienmitglieder über die bekannten Telefonnummern zurückgerufen werden. Auch die Polizei kann Auskunft geben, ob sich Angehörige wirklich in einer Notlage befinden. Dafür darf auch der Notruf genutzt werden. (SZ)