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Chemnitz

Restaurantbesitzer erneut angegriffen

Im Oktober stürmten Männer in das persische Restaurant "Safran" in Chemnitz und verletzten den Besitzer. Jetzt gab es wieder einen Vorfall.

Masoud Hashemi vor seinem persischen Resaturant. © dpa

Sieben Monate nach dem Überfall auf das persische Restaurant "Safran" in Chemnitz hat der Gastwirt von einem weiteren Vorfall berichtet. Wie Masoud Hashemi am Mittwoch bei einem Treffen mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) überraschend schilderte, hätten ihm Unbekannte zwei Tage zuvor von hinten auf die Ohren geschlagen. Er habe keine Anzeige gestellt, weil er den nach seinen Worten kleinen Vorfall nicht an die große Glocke hängen wolle.

Anfang Oktober vorigen Jahres hatten drei Unbekannte das Restaurant überfallen, Inventar zerstört und den Inhaber verletzt. Dieser hatte im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Ermittlungen zu dem mutmaßlich rassistischen Angriff sind mittlerweile eingestellt worden. Auch ein Übergriff auf das persische Restaurant "Schmetterling" blieb ungesühnt. "Ich bedauere sehr, dass es keine Möglichkeit gegeben hat, die Täter aufzugreifen", sagte Ministerin Köpping.

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Laut Hashemi kontrolliert die Polizei inzwischen die Gegend rund um das Restaurant gut. Er habe viel Zuspruch erhalten und sei im Krankenhaus besucht worden. In sein Restaurant kämen zu 90 Prozent deutsche Gäste.

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Deutschen Ende August war es in Chemnitz zu fremdenfeindlichen Übergriffen, rechten Demonstrationen sowie den Anschlägen auf ausländische Restaurants gekommen. Neben den beiden persischen Gaststätten wurde das türkische Restaurant "Mangal" durch einen Brandanschlag zerstört.

Die tödliche Messerattacke beschäftigt seit 18. März das Landgericht Chemnitz. Ein Syrer steht wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor Gericht. Gemeinsam mit einem Iraker, der auf der Flucht ist und weltweit gesucht wird, soll er am 26. August 2018 den 35-Jährigen erstochen haben.

In dem Gespräch von Ministerin Köpping mit Gastwirt Hashemi und seinem Angestellten Shayan Bahmanyar wurde deutlich, dass Integrationsprojekte in Chemnitz zu wenig bekannt sind. Sie nehme mit, dass man mehr veröffentlichen müsse, wo es solche Projekte gebe, sagte die SPD-Ministerin. Gleichzeitig warb sie um Geduld bei der Integration von Ausländern. Sachsen sei wie alle neuen Bundesländer ein Land, das Integration erst lernen müsse. "Das ist kein Sprint", sagte sie. (dpa)

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