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Retter jetzt besser geschützt

Alle 124 Mitglieder der Feuerwehr Leisnig haben neue Einsatzkleidung bekommen. Die müssen sie gleich nach einem Brandeinsatz wieder abgeben.

Roy Zaspel und Tina Taube in der neuen Einsatzkleidung der Leisniger Feuerwehr. Mit einer Unterziehjacke wird dem Wunsch der Nutzer entsprochen, flexibler auf die Witterung reagieren zu können. © Lars Halbauer

Leisnig. Beinahe wie Schmiere setzen sich Ruß und Brandgeruch auf der Einsatzkleidung fest. Dann noch einmal in diese Sachen zu schlüpfen, ist unangenehm.

Genau das haben Feuerwehrleute aus Leisnig im vergangenen Dezember erlebt, als sie nach Stunden in einem brennenden Haus wenig später als Helfer zu einem Verkehrsunfall gerufen wurden. Im Idealfall passiert so etwas nicht wieder. Wenn doch, dann sind die Feuerwehrleute und die Mitarbeiter der Stadt als Träger der Freiwilligen Feuerwehr besser vorbereitet: Den Ehrenamtlichen kann Wechselkleidung zur Verfügung gestellt werden – ihrer Gesundheit zuliebe.

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Die Großanschaffung hat nämlich nicht nur den Grund, dass ein Teil der Kleidung verschlissen ist. „Es gibt eine Studie aus den USA. Die besagt, dass Feuerwehrleute häufiger an Krebs erkranken als andere Personengruppen“, erklärte Ordnungsamtsmitarbeiter Uwe Dietrich den Stadträten, als diese die Investitionsmittel freigaben. 

„Bei schweren Bränden mit starker Rauchbelastung bleiben Rückstände an der Kleidung zurück. Kommen die Einsatzkräfte damit häufig in Kontakt, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken“, fasste Dietrich die Ergebnisse der Studie zusammen. Auf dieser Grundlage gebe es nun auch hier in Deutschland die Empfehlung, die Einsatzkleidung unmittelbar nach Ende der Löscharbeiten zu tauschen.

Neue Einsatzkleidung für die ganze Truppe. © Lars Halbauer

„Wie genau wir das bewerkstelligen können, müssen wir noch besprechen“, sagte Dietrich zur Übergabe der neuen Einsatzkleidung am Montagabend. Zunächst sei geplant, die bisherige Kleidung einzusammeln, zu reinigen und wenn nötig zu reparieren. Ob sie dann im Bedarfsfall zum Einsatzort gebracht wird und sich die Kameraden sofort umziehen oder die Sachen in den Gerätehäusern bereithängen, da sei der beste Weg noch zu finden.

Bei der Finanzierung der Bekleidung ist das gelungen. Statt der geringsten Förderquote von 40 Prozent hat es für die Anschaffung der Leisniger Einsatzkleidung einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent gegeben. Unter diesem Gesichtspunkt trägt die Kommune einen Eigenanteil von 30.000 Euro, rund 95.000 Euro zahlt der Freistaat. Der Dank von Gemeindewehrleiter Bernd Starke ging an die Entscheidungsträger, insbesondere die Stadträte. „Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass eine Wehr komplett neu ausgestattet wird“, so Starke. In Leisnig sei dies schon einmal gelungen, und zwar, als der Kauf neuer Feuerwehrhelme angestanden hat.

Bürgermeister Tobias Goth (CDU) versicherte, dass den Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern die Sicherheit der Ehrenamtlichen wichtig ist. „Sie gehen ins Feuer und müssen entsprechend ausgestattet sein“, sagte er. Auch für die Sicherheit der Leisniger soll etwas getan werden. Die Räte haben sich dazu bekannt, in den nächsten Jahren mehrere Feuerwehrfahrzeuge zu erneuern. Die aktuelle Technik ist in die Jahre gekommen. Einige Autos sind so alt, dass die Helfer bangen, damit wegen eines plötzlichen Ausfalls nicht ausrücken zu können. Das würde bedeuten, Menschen in Not müssen länger oder gar vergeblich auf Hilfe warten.

Parallel zu den Fahrzeugkäufen steht der Neubau eines Gerätehauses für drei Ortswehren in Bockelwitz an. „Wir hoffen, noch im April, spätestens im Mai Bescheid zu kommen, wie hoch die Förderung für den Neubau ausfallen wird“, so der Bürgermeister. Steht dies fest, können die Komplettfinanzierung erstellt und die Bauarbeiten ausgeschrieben werden. Reichlich eine Million Euro ist eingeplant.

Vom neuen Standort am ehemaligen Gasthof Sächsischer Reiter sind die Helfer dann noch schneller als bisher auf der Autobahn. Auch dort wird ihnen die neue Einsatzkleidung zugute kommen. Bisher mussten sie zusätzlich noch eine Rettungsweste über ihre Einsatzkleidung ziehen, um schneller erkannt zu werden und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. 

Das entfällt bei den neuen Einsatzjacken, die entsprechend mit Leuchtstreifen und anderen Warnhinweisen versehen sind. Noch besser würden sie gesehen werden, wenn die Kleidung komplett in Rot gehalten wäre. „Damit oder mit anderen Farben“, erklärt Uwe Dietrich, „konnten sich aber die älteren Kameraden nicht anfreunden.“ Deshalb sei ein Mittelweg zwischen Moderne und Tradition gewählt worden.

Die Farbe der Einsatzkleidung ist von den Wehren frei wählbar. Die der Leisniger Helfer ist jetzt im Schulter- und Ärmelbereich rot, ansonsten überwiegend tiefblau/schwarz. „Komplett in Rot wären wir noch besser zu erkennen gewesen“, ist sich Michael Gentzsch sicher. Er hat sich die Farbenvielfalt und -wirkung beim Hersteller angeschaut. Auch so sei er von der Signalwirkung überzeugt. „Nicht umsonst sind Feuerwehrfahrzeuge rot“, sagt er.