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Rettung aus dem Spitzgrundteich

Gemeinsam mit der DLRG üben Coswiger Feuerwehrleute, ins Eis eingebrochenen Personen zu helfen.

© Feuerwehr Coswig

Coswig. Frost und Kälte sorgen in den Wintermonaten immer wieder dafür, dass Wasserflächen gefrieren: Teiche, ja sogar ganze Bächen und Flüsse vereisen. Oft und gern werden diese Eisflächen genutzt, Schlittschuhläufer ziehen ihre Bahnen, Spaziergänger kommen schneller ans andere Ufer, Kinder spielen auf dem Eis.

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Das wissen auch die Coswiger Feuerwehrleute. Vor allem aber wissen sie um die großen Gefahren, die solche Eisflächen für Mensch und Tier darstellen. Nicht erst, seit vor Kurzem auf dem Schlossteich in Moritzburg mehrere Personen einbrachen, wobei zum Glück niemand ernsthaft zu Schaden kam.

Für die Feuerwehrleute war das am Donnerstag Anlass für einen gemeinsamen Dienstabend mit dem DLRG Niederes Elbtal e.V., heißt es von der Pressestelle der Feuerwehr Coswig. Thema des Abends: die Eisrettung. Die Feuerwehr integrierte die Einsatzkräfte der DLRG in ihre Ausbildung.

Im ersten Abschnitt des Dienstes ging es um die theoretischen Einsatztaktiken und darum, was bei Eisunfällen zu beachten ist. Teil zwei fand am Spitzgrundteich statt. Dort beschäftigten sich die Retter auch damit, wie die persönliche Schutzausrüstung korrekt verwendet wird. Möglichkeiten der Personenrettung auf dem Eis sowie aus dem Wasser wurden unter realen Bedingungen geprobt und denkbare Szenarien nachgestellt.

Da ins Eis Eingebrochene sehr schnell und stark auskühlen, war höchste Eile geboten. Bei Wassertemperaturen von null Grad Celsius liegt die Überlebenszeit einer eingebrochenen Person unter 30 Minuten, so die Information der Feuerwehr. Mit zunehmender Unterkühlung setzten bei der verunfallten Person Muskelstarre und Bewusstseinsstörungen ein.

Eine Selbstrettung sei in vielen Fällen nicht möglich, weil jegliche Haltemöglichkeiten, um sich aus dem Eisloch herauszuziehen, fehlen und die Eiskante beim Versuch, sich darüber zu schieben, abbricht. Der Pressestelle zufolge standen die Feuerwehrleute bei der Übung zu keiner Zeit auf dem blanken, „instabilen“ Eis. Mittels Steckleiterteilen und Rettungsleinen daran robbten sich die Retter liegend an die „verunglückte“ Person heran. Das zweite Steckleiterteil wurde dann genutzt, um die Person aus dem Eis auf das Leiterteil zu ziehen und an Land zu befördern.

Was allerdings nur funktioniert, wenn der Eingebrochene die Rettung noch aktiv unterstützen kann, so die Feuerwehr. Ist das aufgrund der fortschreitenden Unterkühlung nicht mehr möglich – wie beim letzten Fall des Übungsabends –, muss der Retter die Person mithilfe einer Bandschlinge und seiner Muskelkraft auf die Leiter ziehen. Unterstützt vom Land aus über die Sicherungsleine.

Das Fazit der Feuerwehrleute: ein lehrreicher Dienstabend. Sie hoffen aber, dass es nie zum Ernstfall kommt. In dem Zusammenhang dürfte auch die Information der Feuerwehr interessant sein, dass in Coswig Eisflächen nie offiziell freigegeben werden. Die Stadtverwaltung Coswig sehe davon ab, weil es unmöglich sei, eine hundertprozentige Sicherheit zu garantieren, dass das Eis in jedem Fall hält. (SZ)