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Rettung für die Retter?

Der Historien-Verein berät am Mittwoch über das Programm für 2018. Dabei geht es auch um ein äußerst heikles Thema.

© Archivfoto: Daniel Förster

Von Thomas Möckel

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Pirna. Seit Jahren schon führt der Historien-Verein „Der Retter der Stadt Pirna – Theophilus Jacobäer“ vor großer Kulisse ein Heimatspiel auf, dessen wahre Begebenheit sich im Jahre 1639 zutrug. In dem Stück geht es um den Pirnaer Apotheker Theophilus Jacobäer, dem es mit einem mutigen Ritt zur Gemahlin des sächsischen Kurprinzen und eines dort besorgten Bittbriefes gelang, die in Pirna lagernden Schweden davon abzuhalten, die Stadt zu brandschatzen. Pirna war vorerst gerettet.

Nun aber hofft der Verein selbst auf Rettung. Wenn sich die Spielerschar am 28. Februar, 19 Uhr, in der Gaststätte „Bootshaus“ zu ihrer ersten Mitgliederversammlung im neuen Jahr trifft, den Vorstand neu wählt und die Aktivitäten 2018 bespricht, geht es auch um ein heikles Thema. Noch weiß der Verein nicht, wo er künftig all seine Kostüme und Requisiten lagern soll. „Es konnte noch keine befriedigende Lösung für neue geeignete Vereinsräume gefunden werden“, sagt Steffen Frenzel, im Verein zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Das Problem: Bislang hatte der Verein ein Domizil in einem Gebäude der Stadtverwaltung an der Grohmannstraße, der Platz war großzügig bemessen und reichte grundsätzlich aus. Nun aber hat die Stadt für die Räume Eigenbedarf angemeldet, weil sie den Platz selbst braucht. Nach Auskunft des Rathauses werde der Verein daher seine bislang genutzten Räume beräumen und umziehen. Als Ausweich bietet die Stadt den Rettern Räumlichkeiten im Hinterhaus der Stadtbibliothek sowie das Dachgeschoss und einen weiteren Raum im Haus an der Grohmannstraße an. Weil bei einem Umzug laut des Rathauses Kostüme und Requisiten stark beansprucht würden, erhöhte der zuständige Ausschuss des Stadtrates die bereits für diesen Posten bewilligten Mittel von 300 Euro nochmals um 700 Euro. Für den Verein ist das aber nur ein kleiner Trost. Denn in den neuen Räumen geht es wesentlich beengter zu als früher, die Retter können nicht mehr so großzügig hantieren. Manche sehen sogar schon die Existenz des Vereins in Gefahr.

Um die gegenwärtige Situation zu diskutieren, haben die Retter Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke zur Mitgliederversammlung eingeladen. Mit ihm gemeinsam wollen sie nach einer Lösung suchen. Denn der Verein will auch dieses Jahr wieder aktiv am Kulturleben der Stadt teilnehmen. „Doch das“, sagt Frenzel, „hängt entscheidend von der Raumsituation ab.“