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Rettung für Ottenhains alte Schule

Lange war unklar, was aus dem Gebäude wird. Sogar von Abriss war schon die Rede. Jetzt gibt es einen Investor.

© Matthias Weber

Von Romy Altmann-Kühr

Ottenhain. Für die ehemalige Schule im Kottmar-Ortsteil Ottenhain hat sich ein Käufer gefunden. Diese freudige Nachricht konnte Bürgermeister Michael Görke (parteilos) jetzt verkünden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt, dass das Gebäude an einen privaten Investor verkauft wird. Allerdings wird das zugehörige Grundstück nur zu einem Teil mit verkauft. Wie Bürgermeister Görke erklärte, verbleibt die Feuerwehrzufahrt im Besitz der Gemeinde.

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Was aus dem Gebäude werden soll, ist schon lange Thema im Ort. Bereits vor der Gemeindefusion am Kottmar ist im damaligen Gemeinderat von Niedercunnersdorf darüber diskutiert worden. Sogar von Abriss war bereits die Rede. Nun scheint das Gebäude, in dem über viele Jahrzehnte Schüler ein- und ausgingen, gerettet. Wie Görke berichtet, kauft ein Mann aus Kiel das alte Schulhaus an der Ottenhainer Hauptstraße. 43 000 Euro bekommt die Gemeinde dafür. Der Bürgermeister kennt die Pläne des Investors aus Norddeutschland bereits. Demnach will er im Erdgeschoss einen Raum für die Dorfgemeinschaft erhalten. In der oberen Etage sollen Wohnungen entstehen. Außerdem sei vorgesehen, eine Praxis – zum Beispiel für Physio- oder Ergotherapie – einzurichten. Beides werde benötigt, schätzt Kottmar-Bürgermeister Michael Görke ein. Er ist froh über die bevorstehende Rettung der alten Schule. Immerhin handle es sich um ein ortsbildprägendes Gebäude. Zumindest in einem Punkt ließen Gemeinderäte allerdings Skepsis durchblicken. Sie merkten an, die Gemeinde solle eine Rückfallklausel in den Kaufvertrag aufnehmen. Eine solche Klausel besagt, dass das Gebäude an die Kommune zurückfällt, wenn der Investor nicht in einem bestimmten Zeitraum seine Pläne umsetzt. Das ist bei solchen Verkäufen durchaus üblich. Kommunen wollen damit verhindern, dass Gebäude nur als Spekulationsobjekt erworben werden und dann weiter verfallen, ohne dass die Gemeinde Zugriff darauf hat. Auch andere Städte und Gemeinden haben sich in der Vergangenheit damit abgesichert. Die Stadt Löbau hat das beispielsweise beim Verkauf der Kottmarbaude so praktiziert. Wie SZ berichtete, ist jetzt der Fall eingetreten, dass die Stadt von ihrem Rückkaufsrecht Gebrauch machen möchte.

Ein weiteres Beispiel: Ebersbach-Neugersdorf hat sich beim Verkauf der ehemaligen Pestalozzischule in Neugersdorf ebenfalls die Möglichkeit des Rückkaufs offen gehalten. Auch hier sind bereits etliche Jahre vergangen, seit ein Investor aus Russland angekündigt hatte, in der ehemaligen Schule ein Internat für Kinder von gut situierten russischen Familien einrichten zu wollen.

Auch die Gemeinde Kottmar will eine solche Rückfallklausel nun für den Verkauf der Ottenhainer Schule in die Verträge aufnehmen. Der Käufer aus Kiel mache jedoch einen seriösen Eindruck. Er habe durchaus das Gefühl, dass die Pläne funktionieren könnten, sagte Michael Görke.