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Rettungsaktion für Kaninchen-Waisen

Eine Woche nach dem Wurf starb das Weibchen. Reiner Richter aus Steinigtwolmsdorf kämpft um die Tiere und freut sich über jedes zugelegte Gramm.

© Dieter Kmoch

Steinigtwolmsdorf. Es ist eine Vor-Ostergeschichte zwischen Trauer und Hoffnung, die der Steinigtwolmsdofer Dieter Kmoch jetzt der SZ mitteilte. Sein Nachbar Reiner Richter musste unerwartet eine Rettungsaktion für acht kleine „Osterhäschen“ starten. Sie wurden Ende Februar geboren. Doch schon eine Woche später starb das Muttertier. „Das Kaninchen lag am Morgen tot im Stall“, erinnert sich Reiner Richter. Nun war schnelles Handeln notwendig, um das Leben der kleinen Kaninchen zu retten.

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Reiner Richter recherchierte im Internet nach einem Ersatz für die nun fehlende Muttermilch. Er stieß dabei auf eine spezielle Katzenaufzuchtmilch und besorgte sie sich in einer Zoohandlung. „Die Milch ist eigentlich für die Aufzucht von Katzen gedacht. Aber in diesem Fall ist es die einzige Chance, die Kaninchen zu retten“, berichtet der Steinigtwolmsdorfer. Anfangs fütterte er die Kleinen mit der Kanüle einer Spritze, jetzt mit einer Nuckelflasche. Trotz aller Bemühungen verendeten zwei Tiere, die es nicht geschafft haben, und ein drittes, das sich vermutlich verschluckte.

Doch immerhin: Fünf Tiere wachsen im Stall heran. Sie nehmen jeden Tag ein paar Gramm zu. Die Kaninchen sind jetzt reichlich drei Wochen alt. Die Kräftigeren bringen schon 150 Gramm auf die Waage, die etwas Schwächeren 130 Gramm. Dreimal am Tag gibt ihnen Reiner Richter das Fläschchen. Eine halbe bis eine Dreiviertelstunde dauert es jedes Mal, bis alle fünf Tierchen satt sind. Der 66-Jährige macht es gern. „Ich habe ja Zeit“, sagt er. „Wir hatten immer Kaninchen zu Hause.“

Vor über 50 Jahren startete Reiner Richter schon einmal so eine Rettungsaktion. Damals hatte sich das Weibchen schwer verletzt, sie war plötzlich querschnittsgelähmt. Man musste sie töten; alles andere wäre Tierquälerei gewesen. Reiner Richter zog ihre acht Jungen, die damals jedoch schon vier Wochen alt waren, ebenfalls mit der Flasche auf. „Alle sind groß geworden“, berichtet er stolz.

Nun hoffen er und seine Nachbarn, dass es die fünf verbliebenen Kaninchen schaffen. „Wir drückten in den vergangenen Wochen alle die Daumen, dass die Tiere das Futter annehmen und sich vertragen“, sagt Dieter Kmoch. Auch er schaut gern zu, wie die kleinen Kaninchen wachsen und in ihrem Heubett herumtollen. „Wir Nachbarn drücken auch jetzt alle kräftig die Daumen für einen Erfolg der Mühen. Gut, dass es solche Tierfreunde gibt“, freut sich Dieter Kmoch über seinen Nachbarn. (SZ/ir)