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Hoyerswerda

Revanche für Punktspielniederlage 

Fußball-Sachsenpokal: Landesligist LSV Neustadt/Spree haut Eintracht Kamenz im Elfmeterschießen raus

„Jaaaa, drin!“ Luca Hartelt bejubelt sein 1:0 gemeinsam mit Sebastian Kölzow (7). Doch es sollte für den LSV Neustadt noch ein weiter Weg mit gewaltigen Rückschlägen werden, ehe Einheit Kamenz doch aus dem Pokalrennen geworfen war.
„Jaaaa, drin!“ Luca Hartelt bejubelt sein 1:0 gemeinsam mit Sebastian Kölzow (7). Doch es sollte für den LSV Neustadt noch ein weiter Weg mit gewaltigen Rückschlägen werden, ehe Einheit Kamenz doch aus dem Pokalrennen geworfen war. © Foto: Werner Müller

Von Werner Müller

LSV Neustadt/Spree n.E. 7 (3/3/3/3)
Einheit Kamenz 6 (3/3/3/1)

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Neustadt. Am Sonnabend kam es in Neustadt an der Spree vor 163 Zuschauern zu einem absoluten Pokal-Krimi. Von Beginn an war Spannung in der Partie und dieselbe nichts für schwache Nerven. Besonders pikant: Einheit Kamenz hatte dem Aufsteiger Neustadt vor fast genau einem Monat in der Landesliga die bislang einzige Niederlage beigebracht (1:2) – zwar in der Lessingstadt, aber gerade darum wollten es die Spreetaler jetzt besser machen.

Schon nach vier Minuten hätte der LSV Neustadt in Führung gehen können, doch Luca Hartelt scheitert am Torwart der Gäste. In der 16. Spielminute spielt sich Neustadt über die rechte Seite gut durch, Gracjan Arkuszewski bedient mustergültig Luca Hartelt, der vollendet zum 1:0. Die Gäste monierten, allerdings erfolglos, ein angeblich vorangegangenes Foul an Christoph Rettig. Nun hatte der Gastgeber Oberwasser. In der 23. Minute scheiterte Dawid Wieckiewicz zwar noch per Kopf, aber drei Minuten später schlägt Bartosz Kosman einen langen Ball auf Daniel Mlonek, der fackelt nicht lange und wuchtet den Ball ins Tor. 2:0. Fünf Minuten später gab es die nächste Großchance. Wieder lief der Angriff über die rechte Seite, doch die Hereingabe konnte Daniel Mlonek diesmal im Tor nicht unterbringen. Dies hätte schon eine kleine Vorentscheidung sein können. Stattdessen brachte Marcel Hänsel in der 33. Minute mit einem satten Schuss Kamenz auf 1:2 heran. Aber die Freude der Gäste hielt nicht lange an: Drei Minuten später bediente Luca Hartelt den im Rückraum lauernden Bartosz Kosman, der den Ball zum Neustädter 3:1 einnetzte. Pause.

Die Lessingstädter wollten sich nicht geschlagen geben und erhöhten in Hälfte 2 den Druck. In Minute 53 zeigte der Schiri auf den Elfmeterpunkt gegen Neustadt: Nach einem Durcheinander im Strafraum sprang Damian Paszlinski der Ball an die Hand. Kamenz wollte Rot für den Neustädter und Elfmeter, bekam aber nur den Strafstoß. Franz Häfner verwandelte sicher zum 2:3. Jetzt spielte Kamenz „alles oder nichts“. Neustadt hielt dagegen und lauerte auf Konter. Lattentreffer für die Gäste, Riesenchance auf der anderen Seite für Daniel Mlonek, doch Gästekeeper Petr Svarc parierte glänzend seinen Schuss. Es kam die 90. Minute; Kamenz, mit dem Mut der Verzweiflung, bringt den Ball noch mal in den Strafraum rein – und Marcel Hänsel trifft zum 3:3. Verlängerung! Eine halbe Stunde hatten nun beide Mannschaften Zeit, das Spiel vor dem gefürchteten Elfmeterschießen zu beenden. Doch keiner wollte ein größeres Risiko eingehen, keinem gelang eine entscheidende Aktion – und so musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Kamenz durfte vorlegen – und tat es durch Felix Graage: 3:4. Neustadt schickte Sebastian Monik als ersten Schützen zum Punkt – und er vergibt. Als Kamenz’ Stephan Schöne sicher zum 3:5 verwandelt, stand Neustadt unter Druck. Aber Gracjan Arkuszewski bleibt eiskalt – 4:5. Und so schnell dreht sich das Spiel: Kamenz’ Franz Häfner trifft nur den Pfosten, Neustadts Dawid Wieckiewicz dagegen gleicht mit strammem Schuss aus – 5:5. Sandro Schulze (Kamenz) und Damian Paszlinski (LSV) behalten dann gleichfalls die Nerven – 6:6. Der letzte reguläre Schütze für Kamenz, Tom Grellmann, überschätzte das niedrige Neustädter Gehäuse – drüber. Wenn jetzt Neustadts Bartosz Kosman seinen „Matchball“ nutzen würde, wäre alles gelaufen ... und genau so kam’s. Der Jubel der Neustädter kannte keine Grenzen mehr. Der LSV war damit zum ersten Mal in seiner Geschichte ins Sachsen-Pokal-Achtelfinale vorgedrungen.

„Man muss der Mannschaft erneut ein Riesenkompliment machen. Selbst als wir in der 90. Minute den Ausgleich hinnehmen mussten, hat sie sich die Truppe nicht aus der Ruhe bringen lassen, hat auch beim Elfmeterschießen starke Nerven gezeigt. Sicherlich hatten wir auch am Ende das Glück auf unserer Seite, aber wir haben es geschafft“, so Trainer Andreas Born.

Wer ist jetzt für Neustadt im Lostopf? Inter oder Lok Leipzig, der Chemnitzer FC?

Neustadt: Mikolaj Gorzelanski – Luca Hartelt, Sebastian Monik, Damian Paszlinski, Sebastian Kölzow, (105. Markus Liebsch), Dawid Wieckiewicz, Daniel Mlonek, Stanley Antkewitz, Andrij Kuznietsov (78. Tobias Lohr), Bartosz Kosman, Gracjan Arkuszewski

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