merken

Politik

Richard Gere unterstützt Seenotretter

Mehr als 100 Menschen sind an Bord des Rettungsschiffs "Open Arms" im Mittelmeer. Jetzt bekamen sie prominente Unterstützung.

Richard Gere spricht mit einem Migranten an Bord des spanischen Rettungsschiffs «Open Arms» der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, das im Mittelmeer kreuzt.
Richard Gere spricht mit einem Migranten an Bord des spanischen Rettungsschiffs «Open Arms» der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, das im Mittelmeer kreuzt. © Valerio Nicolosi

Rom. Seit mehr als einer Woche harren 121 Menschen auf dem blockierten Rettungsschiff "Open Arms" im Mittelmeer aus -  am Samstag seien noch einmal 39 hinzugekommen, die in internationalen Gewässern geborgen worden seien, teilte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Samstagmorgen auf Twitter mit. "Währenddessen warten wir immer noch auf einen sicheren Hafen zum Einlaufen", schrieb NGO-Chef Oscar Camps.

In ihrem Hoffen auf einen sicheren Hafen haben sie Unterstützung vom Hollywoodstar Richard Gere bekommen. Am Freitag besuchte der 69-Jährige das Schiff, das sich unweit der italienischen Insel Lampedusa befindet.

Nach Angaben von Amnesty International sind auch 30 Kinder und zwei Babys an Bord. "Bitte unterstützt uns hier bei Open Arms und helft diesen Menschen", sagte er in einem kurzen Video, das die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Freitag bei Twitter veröffentlichte.

Auf Fotos war Gere dabei zu sehen, wie er Lebensmittel an Bord des Rettungsschiffs trug. Die Hilfsorganisation schrieb dazu: "Endlich ein paar gute Nachrichten. Lebensmittel kommen bei der "Open Arms" an und wir haben einen außergewöhnlichen Crewkollegen."

Kurz nach der Rettung erklärte Camps, Malta wolle die 39 Geretteten an Land bringen - die übrigen aber nicht. "Das hat zu einem ernsthaften Sicherheitsproblem an Bord geführt. Das Ausmaß der Beklemmung dieser Menschen ist unhaltbar", twitterte er. Die maltesische Regierung teilte mit, Proactiva Open Arms weigere sich, diese Lösung anzunehmen, und bestehe darauf, dass Malta auch die 121 zuvor Geretteten übernehme. Für diese fühlt sich Malta aber nicht zuständig.

Italien und Malta verweigern Rettungsschiffen immer wieder die Einfahrt in ihre Häfen und dringen darauf, dass andere EU-Staaten vorab zusichern, alle anlandenden Migranten zu übernehmen - so auch im Fall der "Open Arms". Auf einen festen Mechanismus zur Verteilung von aus Seenot geretteten Menschen konnte sich die Staatengemeinschaft bislang nicht einigen.

Zuletzt hatte in solchen Fällen die EU-Kommission vermittelt, um aufnahmebereite Länder zu finden. Voraussetzung für eine Koordinierung durch die EU-Kommission ist jedoch, dass ein EU-Staat die Kommission darum bittet, zu deren Aufgaben dies eigentlich nicht gehört. Bislang habe kein Land die Brüsseler Behörde dazu aufgerufen, sagte eine Sprecherin am Freitag. (dpa)