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„Riesa ist gut vorbereitet“

Matthias Rößler ist Präsident des Tag-der-Sachsen-Kuratoriums. Er weiß, was auf eine Ausrichterstadt zukommt.

© SZ-Archiv/Arvid Müller

Riesa. Mittlerweile ist es offiziell, dass die städtische Tochtergesellschaft FVG den Tag der Sachsen 2019 in Riesa organisiert. Die Arbeitsgruppen dafür tagen längst – allerdings hinter verschlossenen Türen. Die SZ hat deshalb beim Kuratorium Tag der Sachsen nachgefragt, wie man in Dresden mit den Vorarbeiten in Riesa zufrieden ist. Chef des Gremiums ist Landtagspräsident Matthias Rößler, der für die CDU seit 1990 im Landtag sitzt.

Herr Rößler, wie weit ist Riesa mit den Vorbereitungen für den Tag der Sachsen 2019?

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Schon bei der Bewerbung für den Tag der Sachsen im Jahr 2017 hat sich die Stadt über die grundsätzlichen Voraussetzungen, zum Beispiel Plätze für die Bühnen und den Festumzug, Gedanken gemacht und arbeitet seither am Feinkonzept. Aus unserer Sicht liegt Riesa voll im Zeitplan. Insofern bin ich sehr optimistisch, dass die Stadt gut vorbereitet in das große Jubiläumsjahr 2019 geht.

Was ist bislang schon an Vorbereitungen gediehen, was nicht?

Wie gesagt, die Vorbereitungen sind auf einem guten Weg, und die Stadt hat noch über ein Jahr Zeit bis zum Tag der Sachsen 2019. Das Projektbüro hat längst seine Arbeit aufgenommen, und die ersten Sitzungen der Arbeitsgruppenleiter haben bereits stattgefunden. Übrigens gibt es schon erste Vorbereitungen für den traditionellen Festumzug, der von Vereinen- und Verbänden gestaltet wird und dessen Festumzugsstrecke adäquat der von 1999 sein wird.

Was muss bei so einem Fest alles in den Blick genommen werden?

Der Tag der Sachsen ist das größte sächsische Vereins- und Volksfest. Zwischen dem Zuschlag, Ausrichterstadt für den Tag der Sachsen zu werden und dem tatsächlichen Fest, liegt nicht ohne Grund eine Zeitspanne von zwei Jahren, denn eine solche Veranstaltung will gut durchdacht und geplant sein. Die Stadt richtet sich eine Projektstruktur mit verschiedenen Arbeitsgruppen ein, welche dann alle Aspekte rund um den Tag der Sachsen im Blick haben. (Siehe Beitrag unten.)

Worauf kommt es dabei an?

Ein solch großes Fest funktioniert nur durch die Mitwirkung von sehr vielen Beteiligten aus unterschiedlichen Branchen. Zentrales Element ist eine gute Kommunikation – das heißt, sicherzustellen, dass alle rechtzeitig mit den Informationen versorgt sind, die sie brauchen. Das betrifft zum Beispiel die Information der Besucher, Anwohner und Teilnehmer im Vorfeld: Hierfür wird eine Internetseite erstellt und Informationen in verschiedenen Medien veröffentlicht sowie Informationsveranstaltungen und Besprechungen organisiert. Es gehören Absprachen mit anderen Behörden und Beteiligten wie der Polizei, dem Sanitätsdienst, Sicherheit, Ver- und Entsorger, Händlern, Gastronomen und den Teilnehmern dazu. Die Teilnehmer, Vereine und Verbände müssen zum Fest bestens versorgt sein, mit einem passenden Standplatz, mit Strom und Wasser, Toiletten, einer Möglichkeit, ihren Müll zu entsorgen, und natürlich auch mit Unterkünften.

Spannend dürfte auch der Punkt Verkehr werden ...

Bei den Festbesuchern beginnt der Tag der Sachsen mit der Anreise: Hier gilt es, eine gute Verkehrsleitung zu haben, Großraumparkplätze und Shuttleservice einzurichten oder Fahrpläne des ÖPNV abzustimmen. Und damit die Besucher ein vielfältiges Programm erleben dürfen, bedarf es der Zusammenarbeit mit bekannten sächsischen Radiosendern, Vereinen und Verbänden, mit Künstlern und vielen mehr. Die Aufgaben reichen von der Unterbringung von Hunderten Teilnehmern bis zu den kleinen, feinen Details wie der Gestaltung des Tag-der-Sachsen-Logos oder eines Maskottchens. Das macht die Organisation am Ende zu einer interessanten und spannenden Herausforderung, der sich die Riesaer Veranstaltungsprofis gerne stellen.

Riesa war 1999 schon mal Gastgeber. Was hat sich seitdem grundsätzlich an der Ausrichtung so eines Volksfestes geändert?

Der Tag der Sachsen ist nach wie vor das größte Fest der Vereine und Verbände hier in Sachsen. An dieser Ausrichtung hat sich seit dem Beginn im Jahr 1992 nichts geändert, und die guten Besucher- und Teilnehmerzahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass wir diese Tradition auch bewahren sollten. Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit den Medienpartnern, die mit ihren Bühnen von Anfang an das Fest mitgestaltet und unterstützt haben und wahre Publikumsmagneten für Alt und Jung sind.

Und was ist anders geworden?

Die Veränderungen, die durch moderne Technik und Kommunikationsmittel seit 1992 stattgefunden haben, machen natürlich auch nicht vor dem Tag der Sachsen halt – die Organisation und das Erscheinungsbild haben sich mit der Zeit verändert und professionalisiert. Die Kommunikation läuft vermehrt über soziale Medien, die Menschen informieren sich mehr und mehr im Internet und können z. B. Formulare und Anträge gleich online ausfüllen.

Was unterscheidet aus Ihrer Sicht Riesa von den anderen Ausrichterstädten der jüngsten Zeit?

Die jüngsten Ausrichterstädte waren Limbach-Oberfrohna (2016), Löbau (2017) und dieses Jahr Torgau, ebenfalls eine Stadt an der Elbe. Dass sich die Ausrichterstädte unterscheiden, ist ja genau der Reiz. Jeder Tag der Sachsen hatte sein eigenes Gesicht, war so vielfältig und bunt wie Sachsen eben ist. Das fängt bei den Menschen an, die am Festwochenende Gastgeber sind, beim jeweiligen Stadtbild und der umgebenden Landschaft bis hin zu unterschiedlichen regionalen Gebräuchen und Traditionen. Riesa feiert gleich zweimal! Den Tag der Sachsen und das 900-jährige Stadtjubiläum, dafür werden das Klostergelände und der Riesaer Riese mit einbezogen. Schon dadurch wird ein anderer Akzent gesetzt als beispielsweise in der diesjährigen Ausrichterstadt Torgau, die sich mit ihrer Renaissancearchitektur „fürstlich und bärenstark“ präsentieren will.

Die Fragen stellte Christoph Scharf.