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Anwohner wünscht sich Weg-Ersatz

Wegen des Wohngebiets Segouer Straße ist für Blockbewohner eine kurze Verbindung gen Weida-Center weggefallen. Die Stadt macht Hoffnung.

Das heutige Baugebiet an der Segouer Straße in einer Luftaufnahme von 2016: Wer aus den Wohnblöcken rechts zum Weida-Center wollte, konnte damals die Straße am Netto nutzen und nach dem Schnitzelhaus rechts auf einen Weg abbiegen. Den gibt es aber nich
Das heutige Baugebiet an der Segouer Straße in einer Luftaufnahme von 2016: Wer aus den Wohnblöcken rechts zum Weida-Center wollte, konnte damals die Straße am Netto nutzen und nach dem Schnitzelhaus rechts auf einen Weg abbiegen. Den gibt es aber nich © segouerstraße

Riesa. Die Erschließung dauerte etwas, doch dann ging es schnell: Binnen kurzer Zeit waren fast alle Bauplätze im neuen Wohngebiet Segouer Straße verkauft. Eine Erfolgsgeschichte für die Wohnungsgesellschaft Riesa (WGR), die das Areal entwickelt hatte.

Manch Anwohner jedoch hätte sich gewünscht, dass das Baugebiet ein wenig anders ausgesehen hätte. Der Weidaer Jürgen Philipp zum Beispiel. Er kritisiert, dass bei der Planung der neuen Siedlung kein Ersatz für einen weggefallenen Betonweg zwischen Erfurter und Villerupter Straße vorgesehen wurde. "Dieser Weg wurde seit 50 Jahren von den Anwohnern als kurze Verbindung zu Ärztehaus, Apotheke, Einkaufscenter und Spielplatz genutzt und ist vor allem für ältere Bürger wichtig."

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Wo einst die kurze Wegverbindung war, befinden sich jetzt verkaufte Grundstücke, die demnächst mit neuen Eigenheimen bebaut werden dürften. Schon seit Längerem ist der Durchgang nicht mehr möglich.

Menschen, die wie Jürgen Philipp in den Wohnblöcken an der Segouer Straße leben und gern auf möglichst kurzem Weg in Richtung Apotheke oder Weida-Center wollen, bleibt daher kaum etwas anderes übrig, als Wege zu nutzen, die über Privatgelände führen – über das Grundstück des Netto-Markts und über das des benachbarten "Schnitzelhaus No. 1". Diese Schleichwege sind allerdings teilweise eher Trampelpfade, nicht gut befestigt und auf eigene Gefahr zu benutzen. Auch Schilder machen deutlich, dass es sich um Privatgrundstücke handelt, die überquert werden.

Wer von den Wohnblöcken an der Segouer Straße (l.) am Netto vorbei zum Weida-Center möchte, muss über Privatgrundstücke , wenn er die kürzeste Verbindung nehmen möchte. Ein jahrelang nutzbarer Weg ist infolge des Baugebiets weggefallen, genauso wie ein we
Wer von den Wohnblöcken an der Segouer Straße (l.) am Netto vorbei zum Weida-Center möchte, muss über Privatgrundstücke , wenn er die kürzeste Verbindung nehmen möchte. Ein jahrelang nutzbarer Weg ist infolge des Baugebiets weggefallen, genauso wie ein we © SZ

Alternative Routen über öffentliche Wege gibt es zwar. Zum Beispiel nördlich über die Erfurter Straße und am Gelände der 3. Grundschule vorbei. Aber das sei gerade für ältere Menschen oder solche mit Gehbehinderungen zu weiträumig, macht Jürgen Philipp deutlich.

Der Riesaer hatte sich deshalb nach eigenem Bekunden schon in der Planungsphase für das Wohngebiet an die Stadtverwaltung und die WGR gewandt. Sein Vorschlag: Das Wohngebiet an der Stelle, wo einst der Betonweg verlief, ein wenig zu verkleinern, um die kurze, öffentliche Wegverbindung zu erhalten.

Berücksichtigung fand seine Idee allerdings nicht.

Aus Sicht von Jürgen Philipp braucht es aber eine Lösung. Zumal eine kurze Verbindung von der Erfurter zur Villerupter Straße, die ihm vorschwebt, nicht nur ihm und seinen Nachbarn nütze, sondern auch den Bewohnern des neuen Wohngebietes. Denn so werde auch der Weg aus dem Wohngebiet zum Kinderspielplatz kürzer, sagt der 81-Jährige.

Als weitere Option kann sich der Senior zudem eine Verbindung zwischen Weimarer und Villerupter Straße vorstellen, wo nur eine 30-Meter-Lücke zwischen beiden Straßen besteht.

Die Stadtverwaltung verweist auf Nachfrage auf den geplanten Bau des neuen Einkaufsmarktes an der Segouer Straße, der direkt neben dem bestehenden Markt erfolgen soll. In dem Projekt sei "prinzipiell auch eine fußläufige Verbindung zur Villerupter Straße vorgesehen", so Sprecher Uwe Päsler. Zu Details lasse sich aber im jetzigen Planungsstadium noch nichts sagen.

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Wann der neue Markt und damit vielleicht auch der erhoffte Ersatzweg kommt, ist offen. Für Anwohner Jürgen Philipp keine befriedigende Situation. "Die Sache hätte längst gelöst sein können", findet der Riesaer – und hofft jetzt, dass es zumindest in absehbarer Zeit eine ordentliche Lösung gibt.

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