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Geheimnis um Kegelbahn Wülknitz gelüftet

Das moderne Gebäude erhält seinen nächsten Architekturpreis. Diesmal mussten die beiden Preisträger lange darüber schweigen. Bis jetzt.

Da saß Architekt Fabian Onneken noch auf der Baustelle kurz vor der Eröffnung der Wülknitzer Kegelbahn am 3. Oktober 2018. Schon damals machte er einen sehr zufriedenen Eindruck.
Da saß Architekt Fabian Onneken noch auf der Baustelle kurz vor der Eröffnung der Wülknitzer Kegelbahn am 3. Oktober 2018. Schon damals machte er einen sehr zufriedenen Eindruck. © Archivbild: E. Weser

Frankfurt a.M./Wülknitz. Es ist kaum zu glauben, aber war. Die Kegelbahn Wülknitz scheint im Architektur-Universum so etwas wie eine kleine Supernova zu sein, die in Fachkreisen viel beachtet wird. Denn schon wieder haben die beiden Schöpfer für ihren Entwurf des Vereinsgebäudes von Lok Wülknitz einen Preis abgesahnt.

Fabian Onneken und Jan Keinath sind für die von ihnen entworfene Kegelbahn mit dem Max40-Preis ausgezeichnet worden. Das ist der Nachwuchspreis des Bundes Deutscher Architekten (BDA), der nur aller fünf Jahre verliehen wird. Er ist damit seltener als die Olympischen Spiele oder die Fußball-Weltmeisterschaft, die jeweils aller vier Jahre stattfinden.

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Entsprechend groß ist die Freude bei den beiden jungen Architekten aus Leipzig. "Es ist schon eine große Ehre, so einen Preis zu bekommen", sagt Onneken. Nach dem 2. Preis im sächsischen Landeswettbewerb "Ländliches Bauen" im November 2019 und der Aufnahme in den Deutschen Architekturführer 2021 ist der Max40-Preis des BDA nun schon die dritte Auszeichnung für den Entwurf der Wülknitzer Kegelbahn.

So sieht der Entwurf der Wülknitzer Kegelbahn als Holzmodell von außen aus.
So sieht der Entwurf der Wülknitzer Kegelbahn als Holzmodell von außen aus. © Architekturbüro KO/OK
Und so von innen.
Und so von innen. © Architekturbüro KO/OK
Und das ist die Kegelbahn fertig in natura.
Und das ist die Kegelbahn fertig in natura. © Sebastian Schultz

Für Onneken sind alle drei Ehrungen wichtig. "Wir freuen uns immer wie kleine Kinder über die Anerkennung", sagt er. "Denn wir lieben unsere Arbeit." Der Landeswettbewerb habe das junge Architekturbüro, das es erst seit 2016 gibt, mit einem Schlag regional bekannt gemacht. Mit dem Max40-Preis gehören sie nun zu den besten Nachwuchsarchitekten Deutschlands, die nicht älter als 40 sind. Anders als bei manch renommierten Preisen, kann man sich dafür nicht selbst bewerben, sondern wird nominiert. Auch das mache diese Auszeichnung so besonders.

Onneken und Keinath wissen bereits seit zweieinhalb Monaten, dass sie zu den diesjährigen Preisträgern gehören. "Wir durften es aber niemandem erzählen", verrät Fabian Onneken. Noch nicht mal dem Wülknitzer Bürgermeister Hannes Clauß.

Auch er freut sich über die erneute Auszeichnung, die das kleine Dorf in der sächsischen Provinz einmal mehr bekannter macht. Die Ehrenplakette vom Landeswettbewerb müsse noch an das Gebäude drangeschraubt werden. Möglicherweise sollte man sich damit auch Zeit lassen. Wer weiß, wie lang die Liste der Auszeichnungen noch wird? Vielleicht wäre dann eine zusammenfassende Wandtafel sinnvoll. Clauß hält das für keine schlechte Idee.

Auszeichnung per Internet

Doch erstmal heißt es abwarten, wie der Max40-Preis aussieht. Eines ist klar, Geld gibt es dafür nicht. Aber vielleicht eine weitere Plakette? Das werden Fabian Onneken und Jan Keinath am 5. Februar erfahren. Dann soll der Max40-Preis im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main übergeben werden. Anlass ist die Vernissage für die Ausstellung, mit der die 22 Arbeiten, die in die engere Auswahl kamen, bis Ende März vorgestellt werden sollen.

Allerdings werden die beiden Leipziger und anderen Preisträger nicht selbst vor Ort sein. "Aufgrund der aktuellen Lage findet die Eröffnung und Preisverleihung online statt", teilt der BDA mit. Der Live-Stream der Veranstaltung kann am 5. Februar ab 18 Uhr auf dem YouTube-Kanal und der Facebook-Seite des Deutschen Architekturmuseums verfolgt werden.

Der Bund Deutscher Architekten hatte 74 Entwürfe zur Bewertung zugelassenen. Sechs erhielten den Max40-Preis. Bemerkenswert ist, dass die Kegelbahn Wülknitz der einzige Siegerbeitrag aus Ostdeutschland ist. Die Hälfte der Preise ging nach Bayern, einer nach Baden-Württemberg und ein weiterer an den Verein Ingenieure ohne Grenzen, der ein Schulgebäude in Simbabwe konzipierte.

Für Onneken und Keinath war es übrigens die letzte Möglichkeit, den Nachwuchspreis des BDA zu gewinnen. In fünf Jahren sind sie beide 41 Jahre und damit zu alt.

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