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Bagger reißen Gleis nach Leipzig ab

In dieser Woche kommt das erste Gleis zwischen Zeithain und Weißig weg. Was wird aus den Schwellen und den Schienen?

Dieser Bagger auf Schienen reißt ein Teil des Gleises bei Glaubitz heraus.
Dieser Bagger auf Schienen reißt ein Teil des Gleises bei Glaubitz heraus. © Sebastian Schultz

Region. Der Begriff „Abriss“ kann für den Rückbau des ersten Gleises zwischen Zeithain und Weißig nicht treffender sein. Denn momentan kann man beobachten, wie die Bagger der Strabag Rail aus Freital die Schienen samt Schwellen Stück für Stück einsammeln. „Sie gehen dabei nicht besonders feinfühlig vor“, sagt auch Holger Braune, der Realisierungsmanager der Deutschen Bahn vor Ort.

In der vergangenen Woche hatten die Strabag-Mitarbeiter die Schienen des Gleises, das in Richtung Leipzig führt, aller 5,40 Meter angesägt. Und zwar von unten. Seit Montag sind mehrere Bagger auf dem Gleis unterwegs, heben neun Schwellen samt Schienen an. Mit einem kurzen Ruck werden Schienen tatsächlich abgerissen. Dann fahren die Bagger ein paar Hundert Meter zurück, wo sie die 5,40 Meter langen Gleisteile aufeinanderstapeln. Andere sogenannte Zweiwege-Bagger holen sie von dort ab, laden sie auf Waggons und fahren sie zu Sammelstellen.

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Davon gibt es entlang der Strecke auch mehrere, unter anderem an der ehemaligen Nünchritzer Schuttgrube, in der Nähe des Alten Sees. Hier werden die Gleisteile wieder abgeladen und in ihre Einzelteile zerlegt. Mithilfe von Schraubmaschinen lösen die Strabag-Leute die Stahlschienen von den Stahlbetonschwellen. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihnen nicht. Das muss hintereinanderweg gehen. Denn schon wieder nähert sich die nächste Fuhre mit den gestapelten Gleisteilen.

Während auf dem einen Gleis gearbeitet wird, fährt auf dem anderen Gleis ein Zug.
Während auf dem einen Gleis gearbeitet wird, fährt auf dem anderen Gleis ein Zug. © Sebastian Schultz
So wurden die Schienen des Leipziger Gleises aller neun Schwellen von unten angesägt, um sie abreißen zu können.
So wurden die Schienen des Leipziger Gleises aller neun Schwellen von unten angesägt, um sie abreißen zu können. © Sebastian Schultz
Auf mehreren Umschlagplätzen entlang der Baustrecke werden die einzelnen Gleisteile abgeladen und später entsorgt.
Auf mehreren Umschlagplätzen entlang der Baustrecke werden die einzelnen Gleisteile abgeladen und später entsorgt. © Sebastian Schultz
Mithilfe einer Schraubmaschine werden die Schienen von den Stahlbetonschwellen gelöst.
Mithilfe einer Schraubmaschine werden die Schienen von den Stahlbetonschwellen gelöst. © Sebastian Schultz

Am Ende der Woche soll das Leipziger Gleis zwischen Zeithain und dem Abzweig Leckwitz verschwunden sein. „Wir brauchen Baufreiheit für die Ingenieurbauwerke“, sagt Braune. Der Schotter bleibt vorerst liegen. Er soll als Baustraße dienen. Nur dort, wo Brücken errichtet werden, kommen auch die kantigen Steine weg.

Prinzipiell soll der Schotter auf der gesamten, knapp neun Kilometer langen ICE-Strecke ausgetauscht werden. Es sei auch nicht erlaubt, gesäuberten Recycling-Schotter zu verwenden. „Aber wir haben schon das Bemühen, die Stoffe wiederzuverwenden“, so Braune. Der alte Schotter sei noch gut genug, um im Tiefbau verwendet zu werden. „Gerade in dieser Gegend haben wir sehr viel Sand im Erdreich“, sagt der Bauingenieur. Dann könne der alte Schotter helfen, die Tragfähigkeit des Untergrundes zu verbessern.

Auch für die alten Schwellen und die Stahlschienen gibt es ein Entsorgungskonzept. „Wir schmeißen nicht alles weg“, so Braune. Die Stahlbetonschwellen werden überprüft, ob man sie nicht zur Gleisinstandhaltung wiederverwenden kann. „Die meisten davon sind ja nicht schlecht.“ Die zerschnittenen Schienen sind für einen Neueinbau ungeeignet. Sie gehen in den Schrott und werden an das meistbietende Stahlwerk versteigert.

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