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Die Bahn baut nachts

Davon werden vor allem die Bewohner zweier Orte entlang der Bahnstrecke zwischen Weißig und Priestewitz etwas mitkriegen.

Ein Zweiwegebagger baut eine Schaufel an. Links ist der graue Kabeltrog, der jetzt auch zwischen Weißig und Priestewitz verlegt werden soll, zu sehen.
Ein Zweiwegebagger baut eine Schaufel an. Links ist der graue Kabeltrog, der jetzt auch zwischen Weißig und Priestewitz verlegt werden soll, zu sehen. © Daberkow / Deutsche Bahn

Nünchritz/Priestewitz. Neu-Medessen ist eine winzig kleine Siedlung, die auf der Landkarte kaum zu sehen ist. Sie liegt zwischen Goltzscha und Medessen, gleich hinterm Bahndamm. Hierhin verirren sich nur wenige Leute. Deshalb haben die Einwohner von Neu-Medessen auch meistens ihre Ruhe. Nicht so in den nächsten Tagen - oder besser gesagt: Nächten.

Denn wie eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn informiert, wird es in den Nächten zum Donnerstag und Freitag entlang der Bahnstrecke zwischen Weißig und Priestewitz zu einer erhöhten Lärmbelästigung kommen. Von ihr würden besonders die Neu-Medessener betroffen sein. Die Bahn bittet deshalb vorsorglich um Verständnis.

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Die Bahnbauer, die seit letztem Jahr den ICE-Streckenausbau zwischen Zeithain und Leckwitz vorbereiten, rücken mit einem Zweiwegebagger an. Das Gefährt, das sich sowohl auf der Straße als auch Gleisen fortbewegen kann, soll den Kabeltrog vom darüberliegenden Schotter freischaufeln. In ihm sind elektrische Leitungen für den Bahnbetrieb untergebracht.

Kabeltrog wird verlegt

Normalerweise befindet sich der Kabeltrog neben dem Gleis in Fahrtrichtung Leipzig, wo er nun ausgegraben wird. Für die Dauer des in diesem Jahr beginnenden Streckenumbaus Zeithain-Leckwitz wird auf der gegenüberliegenden Gleisseite, also in Richtung Dresden, ein temporärer Kabeltrog verlegt.

In den beiden Nächten von Mittwoch bis Freitag soll außerdem die Stromversorgung des elektronischen Stellwerks Weißig umgebaut werden. Deshalb könnten auch die Anwohner des Weißiger Bahnhofs um ihren Schlaf gebracht werden. Auch dafür bittet die Bahn um Verständnis.

Die Bahnstrecke Dresden-Leipzig wird in diesem Bereich jeweils von 19 bis 5.30 Uhr für den Eisenbahnverkehr gesperrt. Der Berufsverkehr nach und von Dresden soll nicht betroffen sein.

Ab September geht es richtig los

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Gleisbauer damit begonnen, bei Glaubitz und Nünchritz den temporären Kabeltrog zu verlegen. "Da drin sind alle notwendigen Kabel, die ab September 2021 benötigt werden", sagt Projektleiter Holger Braune von der DB Netz AG. Ab Herbst sollen deshalb auf der Strecke Dresden-Leipzig weitere Totalsperrungen folgen. Voraussichtlich tagsüber. Dann würde der eigentliche ICE-Streckenausbau beginnen.

Bis 2025 soll der Teilbereich Zeithain-Leckwitz so umgebaut werden, dass künftig die Intercity-Express-Züge mit 200 km/h fahren können. Theoretisch könnte das mit dem Fahrplanwechsel 2026 möglich sein. Doch eine durchgehende ICE-Strecke mit dieser Geschwindigkeit wird es wohl frühestens 2032/33 geben, wenn der Knotenpunkt Riesa fertig sein soll. Dieser soll ab 2028 umgebaut werden.

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