merken
PLUS Riesa

Bald Baustart für Brauerei-Siedlung?

Jetzt muss nur noch der Riesaer Stadtrat dem überarbeiteten Bauantrag des Hamburger Investors grünes Licht geben.

Am Modell zeigt Investor Gunnar Thies, wie er sich die künftige Brauhaussiedlung in Riesa vorstellt.
Am Modell zeigt Investor Gunnar Thies, wie er sich die künftige Brauhaussiedlung in Riesa vorstellt. © KD BRUEHL

Riesa. Die neue Wohnsiedlung auf dem ehemaligen Brauhaus-Gelände hat die nächste Hürde genommen. Bis Ende Oktober lagen die Baupläne öffentlich aus. Jeder konnte seine Bedenken zu dem Vorhaben äußern. Offensichtlich gab es diesmal kaum bis gar keine Einwände. Das war Anfang des Jahres noch anders, als einige Anwohner und Behörden noch mehrere Hinweise und Nachfragen hatten.

"Diesmal ist alles ist sehr positiv verlaufen", sagt Investor Gunnar Thies. Lediglich das Landratsamt Meißen hatte einen Kommentar zu einem Brunnen, der sich auf dem Gelände befindet, abgegeben. Das sei aber kein Grund, der dem Bauvorhaben im Wege stehe.

Anzeige
Hier wird die Zukunft entwickelt
Hier wird die Zukunft entwickelt

Spitzenforschung und Lehre auf hohem Niveau gibt es auch außerhalb von Großstädten und Ballungszentrum: nämlich an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Die von Thies beauftragten Architekten bereiten nun den abschließenden Bauantrag vor. Der Hamburger hofft, dass der Stadtrat im Dezember oder spätestens im Januar eine entsprechende Beschlussvorlage verabschiedet.

Theoretisch könnte es sofort losgehen

Derzeit laufen restliche Abbrucharbeiten auf dem früheren Areal der Bergbrauerei Riesa, die bereits im vergangenen Jahr begonnen wurden. Thies hatte sich von den zwischenzeitlichen Einwänden nicht aufhalten lassen und die Tiefbauarbeiten für die Grundstückserschließung des Brauereigeländes ausgeschrieben. Theoretisch könnte es sofort losgehen, sobald der Riesaer Stadtrat dem Großprojekt grünes Licht gibt, bestätigt der 65-jährige Unternehmer.

Er schätzt, dass für das Verlegen der Wasser-, Abwasser-, Heizgas- und Stromleitungen sowie das Anlegen der Baustraßen vier bis fünf Monate notwendig sind. Wenn alles optimal läuft, könnte im Sommer 2021 mit dem Rohbau der ersten Häuser begonnen werden. Insgesamt 29 Eigentumshäuser mit 50 bis 140 Quadratmeter Wohnraum und ein großes Mietshaus mit 25 Wohnungen sollen auf der Brache im Herzen der Riesaer Altstadt errichtet werden.

Für die Vermarktung der Brauerei-Siedlung hat Thies ein Geschäft am Rathausplatz angemietet, gleich neben Foto-Schröter. "Unser Büro ist soweit fertig", so der Rechtsanwalt. Allerdings soll es erst im Frühjahr, nach dem Ende der Corona-Beschränkungen, eröffnet werden. "Denn kein Mensch kauft mit Maske ein Haus", sagt er.

Im Frühjahr 2001 Katastrophe entgangen

Jahrzehntelang verwilderte das ehemalige Betriebsgelände, in dem noch bis in die 1990er Jahre Limonade und Cola abgefüllt wurden. Nicht nur der Anblick war eine Zumutung. Anwohner ärgerten sich darüber, dass die Bergbrauerei nach ihrer Schließung immer mehr zu einem Rückzugsort für Wildtiere und Ungeziefer wurde.

Am 10. März 2001 brannte das Hauptgebäude komplett aus. Zahlreiche Feuerwehren verhinderten damals, dass die Flammen auf die benachbarten Häuser übergriffen. So entkam die Riesaer Innenstadt einer Brandkatastrophe. Ob es sich dabei um einen Kinderstreich oder um vorsätzliche Brandstiftung handelte, konnte die Polizei nie klären.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa