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Baugebiete in Riesa sind gefragt

Innenstadt, Weida, Oelsitz: An etlichen Stellen entstehen neue Eigenheime. Und es sollen noch weitere dazukommen.

Von Eric Weser
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Die wohl meisten neuen Häuser in Riesa dürften derzeit an der Erfurter Straße in Weida entstehen. Aber auch an anderen Stellen wird gebaut.
Die wohl meisten neuen Häuser in Riesa dürften derzeit an der Erfurter Straße in Weida entstehen. Aber auch an anderen Stellen wird gebaut. © Symbolfoto: Eric Weser

Riesa. Die Zahl der Eigenheim-Baugenehmigungen war im vergangenen Jahr bereits stark gestiegen. Tatsächlich entstehen in Riesa an mehreren Stellen derzeit viele neue Häuser – und es sollen noch mehr werden. Wie eine SZ-Recherche zeigt, sind etliche der in den vergangenen Jahren entstandenen Eigenheimgebiete quasi voll. Gleichzeitig ist schneller Nachschub nicht unbedingt in Sicht. Ein Überblick.

Segouer Straße (ehemaliger Wohnblockstandort)

Im Baugebiet der WGR An der Segouer Straße sind etliche neue Häuser entstanden. Lediglich zwei von 36 Grundstücken sind noch nicht verkauft.
Im Baugebiet der WGR An der Segouer Straße sind etliche neue Häuser entstanden. Lediglich zwei von 36 Grundstücken sind noch nicht verkauft. © Sebastian Schultz

Das größte Neubaugebiet für Eigenheime in Riesa liegt an der Segouer beziehungsweise Erfurter Straße in Weida. Von gegossenen Bodenplatten über Gebäude im Rohbauzustand bis hin zu fertigen Wohnhäusern gibt es dort aktuell fast alles zu sehen. Nach Angaben der städtischen Wohnungsgesellschaft (WGR), die das Gebiet entwickelt hatte und vermarktet, sind von den 36 Grundstücken bislang zwei noch nicht verkauft – allerdings für Interessenten reserviert. Man freue sich über die positive Verkaufsentwicklung, die teils über den eigenen zeitlichen Erwartungen lag, heißt es von der WGR zu dem Projekt.

Bebelstraße (ehemaliges Baulager)

An der Bebelstraße unweit der Trinitatiskirche ist – in zweiter Reihe – ein kleines Wohnbaugebiet entstanden. Hier sind laut Investor alle Bauflächen inzwischen veräußert. Und auch die ersten Hausbauvorhaben sind inzwischen gestartet.
An der Bebelstraße unweit der Trinitatiskirche ist – in zweiter Reihe – ein kleines Wohnbaugebiet entstanden. Hier sind laut Investor alle Bauflächen inzwischen veräußert. Und auch die ersten Hausbauvorhaben sind inzwischen gestartet. © Sebastian Schultz

Ein fünf Baugrundstücke umfassendes Gebiet ist unlängst an der August-Bebel-Straße entstanden. Der Riesaer Ronald Kühne hatte dort mit seiner Frau eine Brache von einer Erbengemeinschaft gekauft und die Entwicklung zu baureifem Land übernommen. Inzwischen seien alle Grundstücke verkauft, so Ronald Kühne, der mit dem Bau seines eigenen Wohnhauses im Gebiet kürzlich gestartet ist. Da ein Käufer zwei Baugrundstücke übernommen habe, gehe er davon aus, dass künftig vier Wohnhäuser in dem Gebiet stehen werden, so Ronald Kühne, der nach eigener Aussage keine Probleme hatte, Grundstückskäufer zu finden. Künftig noch mal als Bauplatz-Investor aufzutreten, schließt der Riesaer aus. "Das überlasse ich den Fachleuten."

Ortsmitte Oelsitz (ehemals BäWo-Caravaning)

Auf dem ehemaligen BäWo-Gelände in Oelsitz stehen inzwischen mehrere Eigenheime. Mit dem Bau des vierten und letzten soll dieses Jahr begonnen werden.
Auf dem ehemaligen BäWo-Gelände in Oelsitz stehen inzwischen mehrere Eigenheime. Mit dem Bau des vierten und letzten soll dieses Jahr begonnen werden. © Sebastian Schultz

Auf dem einstigen Gelände von BäWo-Caravaning in Oelsitz sind vier Bauplätze geschaffen worden. Drei sind inzwischen mit Eigenheimen bebaut und eine erste Familie auch schon eingezogen, so der frühere Grundstückseigentümer Klaus-Dieter Bäger. Beim vierten und letzten Bauplatz, dem größten von allen, solle es wahrscheinlich Mitte des Jahres mit dem Hausbau losgehen. Damit sei das Projekt dann auch abgeschlossen. "Ich bin froh, dass es so geworden ist", sagt Klaus-Dieter Bäger, den freut, dass sich junge Familien mit Nachwuchs in der Oelsitzer Ortsmitte angesiedelt haben.

Brauereisiedlung (ehemaliges Brauereigelände Altriesa)

In der Brauereisiedlung in Altriesa (im Hintergrund Wohnhäuser an der Poppitzer Straße) laufen die Erschließungsarbeiten.
In der Brauereisiedlung in Altriesa (im Hintergrund Wohnhäuser an der Poppitzer Straße) laufen die Erschließungsarbeiten. © Sebastian Schultz

Kein typischer Eigenheimstandort ist die Brauereisiedlung: Dort sollen knapp 30 Häuser entstehen, deren äußere Architektur vom Planer vorgegeben ist. So soll sich künftig ein stimmiges Gesamtbild des Quartiers ergeben. Bereits seit vorigem Jahr läuft die Erschließung des Areals – die laut Investor Gunnar Thies sehr umfangreich ist. Am Ziel, dass etwa im April dieses Jahres das erste Haus steht, hält der Investor fest. Dann soll auch die Vermarktung der Häuser stärker vorangetrieben werden.

Otto-Lilienthal-Straße Weida (ehemaliger Sportplatz)

An der Lilienthalstraße in Weida (im Hintergrund ein Wohnblock an der Brandenburger Straße) soll perpektivisch ein neues Baugebiet entstehen. Einer der Investoren geht davon aus, dass zumindest das Genehmigungsverfahren dafür dieses Jahr zum Abschluss kom
An der Lilienthalstraße in Weida (im Hintergrund ein Wohnblock an der Brandenburger Straße) soll perpektivisch ein neues Baugebiet entstehen. Einer der Investoren geht davon aus, dass zumindest das Genehmigungsverfahren dafür dieses Jahr zum Abschluss kom © Sebastian Schultz

Ein geplantes Baugebiet gibt es an der Lilienthalstraße in Weida. 2020 war das Verfahren gestartet, das Baurecht für Wohnhäuser auf dem einstigen Sportplatz bringen soll. Perspektivisch sollen zwei Mehrfamilienhäuser und gut ein halbes Dutzend Einfamilienhäuser auf dem Areal entstehen können. Dass es dieses Jahr zum Bau erster Häuser kommt, glaubt Mit-Investor Danilo Galle aus Großenhain aber nicht.

Er und seine beiden Co-Investoren wollen zwar auf jeden Fall an dem Projekt dranbleiben, unterstreicht der Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebs. Knackpunkt sei allerdings das Thema Abwasser, für das Leitungen aus einiger Entfernung zu dem Gelände verlegt werden müssen. Er hoffe, dass zumindest das Planungsverfahren dieses Jahr abgeschlossen werden kann, so Danilo Galle. Anfragen von Bauwilligen gebe es bereits.

Pausitzer Straße Ecke Am Kuffenhaus (ehemals Getränke-Boden)

Das Verkaufsschild steht noch. Laut Makler Benno Reusch sind aber inzwischen alle Grundstücke am Baugebiet an der Straße Am Kuffenhaus nahe Neways Electronics veräußert.
Das Verkaufsschild steht noch. Laut Makler Benno Reusch sind aber inzwischen alle Grundstücke am Baugebiet an der Straße Am Kuffenhaus nahe Neways Electronics veräußert. © Sebastian Schultz

Ein halbes Dutzend Baugrundstücke waren auf dem ehemaligen Areal von Getränke-Boden schräg gegenüber von Neways Electronics entstanden. Die Erschließung passierte voriges Jahr. Bereits seit einiger Zeit läuft auf den ersten Parzellen der Hausbau. Und es könnte in den nächsten Monaten auch auf den übrigen weitergehen. Denn inzwischen seien alle Grundstücke verkauft, sagt Makler Benno Reusch vom Dresdner Unternehmen Immosuch. "Die letzten beiden erst im Dezember." Zwei der Grundstückskäufer kämen aus der Region, bei den anderen handle es sich um Zuzug, so der Makler.

Ehemaliges Gymnasiumsgelände und andere

Neue Baugebiete und freie Eigenheim-Parzellen sind damit in Riesa derzeit eher rar. Auf einschlägigen Portalen im Internet sind nur vereinzelte Bauplatz-Angebot zu finden. Ob und wann es zur Erschließung neuer Gebiete kommt, ist nicht zuletzt abhängig von Grundstückseigentümern und Investoren, aber auch von der Stadtpolitik.

Ein mögliches Neubauareal mit Platz für etliche Häuser wäre der einstige Sportplatz an der Breitscheidstraße. Dort ist ein Verkauf an einen Investor, der das Gelände baureif macht, nach SZ-Informationen bislang wegen Preisvorstellungen des bisherigen Eigentümers nicht zustande gekommen.

Ein anderer möglicher Wohnbaustandort könnte das einstige Gelände des Ardennegymnasiums in Weida werden. Das hatte die Stadt Riesa als Option in Aussicht gestellt. Dieses Jahr steht auf dem Areal aber zunächst eine Sanierung des kontaminierten Bodens an. Eine Erweiterung des bestehenden Eigenheimgebietes am Jahnishausener Sportplatz um ein Dutzend Bauplätze war unlängst von der Tagesordnung des Stadtrates genommen worden. Nach SZ-Informationen hatte es nicht zuletzt in der Ortschaft Bedenken gegen das Projekt geben.