merken
PLUS Riesa

Behörden schreiten bei Corona-Protest ein

Der montägliche Rundgang verzeichnet mehr Teilnehmer. Manche davon verstoßen offenbar gegen Regeln.

Protest am laufenden Band: Montag liefen wieder Menschen durch Riesa, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Die Teilnehmer hielten ein rot-weißes Absperrband fest – wohl um Abstände zu wahren.
Protest am laufenden Band: Montag liefen wieder Menschen durch Riesa, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Die Teilnehmer hielten ein rot-weißes Absperrband fest – wohl um Abstände zu wahren. © Eric Weser

Riesa. Die Ordnungsbehörden haben nach SZ-Informationen beim Corona-Protest am Montag erstmals Verstöße von Teilnehmern gegen die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung geahndet. Demnach wurden Personalien von rund einem Dutzend Teilnehmern aufgenommen. Den Betroffenen könnte demnächst einen Bußgeldbescheid vom Kreisordnungsamt ins Haus flattern. Der Bußgeldkatalog zur Corona-Schutz-Verordnung sieht beispielsweise 60 Euro als Sanktion vor, wenn beim Aufenthalt in Fußgängerzonen keine Maske getragen wird. Die Polizei, die erneut zusammen mit Kräften des städtischen Ordnungsamts den Protest begleitete, hatte nach eigenen Angaben die Teilnehmer auf die Einhaltung der pandemiebedingten Regeln angesprochen.

Wie hier am Zebrastreifen an der Bahnhofstraße mussten Autofahrer länger warten.
Wie hier am Zebrastreifen an der Bahnhofstraße mussten Autofahrer länger warten. © Eric Weser

Der seit Frühjahr montäglich im Riesaer Zentrum stattfindende Corona-Protest verzeichnete im Vergleich zur Vorwoche einen Teilnehmeranstieg. Waren am 26. Oktober etwa 50 Menschen unterwegs, liefen am 2. November etwa 70 Menschen vom Rathausplatz bis zum Riesenhügel und zurück. Statt als lose Ansammlung gingen die Teilnehmer diesmal wie an einer Perlenschnur aufgereiht: Sie hielten sich an einem rot-weißen Absperrband fest. Laut Polizei handelte es sich um eine von den Menschen selbst initiierte Aktion, um Mindestabstände einzuhalten. 

Anzeige
Spaß und Nervenkitzel pur
Spaß und Nervenkitzel pur

Im Laserland Dresden können auch Erwachsene mal wieder Kind sein: Ein einzigartiges Erlebnis für Kollegen, Freunde und Familie und ideales Geschenk!

"Uns geht's an den Kragen"

Nach dem Ende des stillen Rundgangs kam es zu einer kleineren Abschlusskundgebung am Rathausplatz. Applaus erhielt unter anderem ein Gedicht, das ein Teilnehmer vortrug. Darin hieß es beispielsweise, es gehe „uns an den Kragen“; außerdem wurde in dem Reim positiv auf die Farben Schwarz-Weiß-Rot Bezug genommen – die Flaggenfarben des Deutschen Kaiserreichs. Die Symbolik findet bei vielen Corona-Protesten Verwendung. In der Kritik steht das Verwenden der Reichsflagge, weil sie bei Rechtsextremisten beliebt ist. Diese bringen so ihre Verachtung für die freiheitlich verfasste parlamentarische Demokratie zum Ausdruck. Das Bundesland Bremen hatte deswegen kürzlich die Verwendung der Reichsflagge im öffentlichen Raum untersagt. Das Verbot war aber wenig später von einem Gericht mit Verweis auf die Meinungsfreiheit gekippt worden.

Video im Netz

Beachtung findet der Riesaer Corona-Protest indes nicht nur bei den Behörden. In den sozialen Netzwerken wurde noch am Montagabend ein Video gepostet, das den Schweigemarsch vom Montag auf Höhe des Puschkinplatzes zeigt. Flankiert wird die anderthalbminütige Aufnahme von einem Text, der den Behörden Passivität bei der Durchsetzung der aktuellen Corona-Regeln vorwirft und die Protestteilnehmer als „Covidioten“ bezeichnet.

Veröffentlicht wurden Video und Beitext über den Twitter-Account „afd_ade“, der sich laut Selbstdarstellung zur „Antifaschistischen Aktion“ zählt. Die aus verschiedenen, politisch eher linken Gruppierungen gespeiste Initiative „AfD? Adé!“ hatte Anfang 2019 gegen den AfD-Bundesparteitag protestiert, der damals in der Riesaer Sachsenarena stattgefunden hatte. (SZ)

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa