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Beliebter Bürgermeister hört auf

Gerd Barthold nennt gesundheitliche Gründe. Es gibt bisher zwei Kandidaten für seine Nachfolge.

Vor sieben Jahren erhielt Gerd Barthold Blumen und Glückwünsche zur Wiederwahl. Ein drittes Mal tritt er nicht an.
Vor sieben Jahren erhielt Gerd Barthold Blumen und Glückwünsche zur Wiederwahl. Ein drittes Mal tritt er nicht an. © Sebastian Schultz

Nünchritz. Es entspricht seinem Naturell. Gerd Barthold (CDU) macht um seine Person keinen großen Rummel. Nicht umsonst haben ihn die Nünchritzer zweimal zu ihrem Bürgermeister gewählt. Er ist leise, macht seine Arbeit zuverlässig und hat für jeden ein offenes Ohr.

Hatte der Radewitzer sich 2007 noch gegen vier Gegenkandidaten durchsetzen müssen, so trat sieben Jahre später niemand gegen ihn an. Denn über alle Fraktionen hinweg und unter den Rathausmitarbeitern gilt Barthold als sehr beliebt und respektiert.

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Deshalb ist seine Ankündigung für Nünchritz fast schon ein Paukenschlag: Gerd Barthold tritt zur Bürgermeisterwahl in diesem Jahr nicht mehr an. Sie findet zeitgleich mit der Bundestagswahl am 26. September statt.

Der 59-Jährige nennt für seine Entscheidung vor allem gesundheitliche Gründe. Er hatte in den letzten Jahren zwei Herzinfarkte überlebt. "Ich habe lange mit mir gerungen, denn ich mache den Job sehr gerne", sagt Barthold. Aber der frühe Tod der ehemaligen Ebersbacher Bürgermeisterin Margot Fehrmann im September 2018 - sie war ebenfalls sehr engagiert und schonte ihre Gesundheit nicht - habe ihm seitdem immer wieder zu denken gegeben. Ausschlaggebend sei letztlich sein behandelnder Arzt gewesen. Er habe ihm von einer dritten Amtszeit abgeraten.

Nur wenige waren in Bartholds Entscheidung eingeweiht. Wie jetzt bekannt wurde, hat der CDU-Ortsverband bereits im Juni eine Kandidatin gefunden. Die Christdemokraten unterstützen die parteilose Andrea Beger. Sie sitzt bereits für den TSV Merschwitz im Gemeinderat Nünchritz. Die stellvertretende Leiterin im Familienamt der Stadt Meißen hat ihre Kollegen in dieser Woche über ihre Kandidatur informiert. "Ich wollte, dass sie es zuerst von mir hören", sagt sie.

Andrea Beger und Jürgen Schmidt stellen sich am 26. September für das Bürgermeisteramt zur Wahl.
Andrea Beger und Jürgen Schmidt stellen sich am 26. September für das Bürgermeisteramt zur Wahl. © Bildstelle

Auch der SPD-Ortsverein Großenhain-Nünchritz schickt einen Kandidaten ins Rennen um das hiesige Bürgermeisteramt. Es ist Jürgen Schmidt, der Sohn von Bartholds Amtsvorgänger Udo Schmidt. Erst vor zwei Tagen haben die Nünchritzer Sozialdemokraten Jürgen Schmidt für die Wahl im September nominiert.

Der 55-jährige Diplomchemiker arbeitet bei Wacker-Chemie, ist verheiratet, hat eine Tochter und auch schon drei Enkelkinder. Vor vier Wochen wurde er gemeinsam mit Anett Wendler zum Ortsvereinsvorsitzenden gewählt.

Heute um 18 Uhr endet die Frist, in der sich Kandidaten für die Bürgermeisterwahl melden können. Es sieht sehr nach einem Duell aus.

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