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Riesa

Bestnote für Teigwaren-Spaghetti

Die Riesaer Nudeln haben bei einer Untersuchung von Ökotest sehr gut abgeschnitten. Warum das Siegel trotzdem nicht die Packung zieren wird.

Teigwaren-Mitarbeiterin Janne Friebe präsentiert eine Spaghetti-Packung aus dem Sortiment Schlemmerliebling. Die Nudeln und die anderer Hersteller hat das Magazin Ökotest kürzlich einem Test unterzogen.
Teigwaren-Mitarbeiterin Janne Friebe präsentiert eine Spaghetti-Packung aus dem Sortiment Schlemmerliebling. Die Nudeln und die anderer Hersteller hat das Magazin Ökotest kürzlich einem Test unterzogen. © Klaus-Dieter Bruehl

Riesa. Die aktuelle Ökotest-Ausgabe dürfte man im Firmensitz der Riesaer Teigwaren an der Merzdorfer Straße gern aufgeschlagen haben. Denn beim Spaghetti-Test der Zeitschrift haben die Schlemmerliebling-Spaghetti aus dem eigenen Haus mit Bestnote abgeschnitten. "Sehr gut" lautet das Gesamturteil, das das seit 1985 erscheinende Verbrauchermagazin gefällt hat.

Insgesamt hat Ökotest für seine Untersuchung Spaghetti von 20 Anbietern unter die Lupe genommen. Unter anderem mit dabei: Spaghetti von bekannten Marken wie Barilla oder Buitoni, aber auch Eigenmarken von Discountern oder Drogerien. Neben den Riesaer Nudeln schnitten sieben weitere Produkte mit dem Gesamturteil "sehr gut" ab. Sieben Mal gab es ein "Gut", zweimal ein "Befriedigend", und jeweils einmal ein "Ausreichend", ein "Mangelhaft" und ein "Ungenügend". Am schlechtesten schnitten Penny Spaghetti ab. Die enthielten, wie einige andere getestete Produkte auch, Spuren des umstrittenen Pestizids Glyphosat.

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Pestizide standen bei der Ökotest-Untersuchung, die die Zeitschrift nach eigenen Angaben von Laboren machen ließ, im Mittelpunkt. "Darüber hinaus ließen wir in den Laboren nach Schimmelpilzgiften und Mineralölbestandteilen fahnden", heißt es in dem sechsseitigen Artikel über den Test.

Während in verschiedenen Produkten solche problematischen Stoffe nachgewiesen werden konnten, war das bei den Riesaer Nudeln nicht so. Auch die Inhaltsstoffe der Teigwaren-Spaghetti bewertet Ökotest als sehr gut. Im Artikel hebt die Ökotest-Redakteurin hervor, dass die Riesaer Teigwaren als einziger Hersteller angegeben hatten, ausschließlich Weizen aus Deutschland für die Herstellung ihrer Spaghetti zu verwenden.

Bei den Teigwaren freut man sich über das Testergebnis. "Wir sind sehr stolz, sagen zu können, dass unsere Schlemmerliebling-Spaghetti überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben", teilt das Unternehmen auf Nachfrage mit. Man stehe solchen Tests, die von unabhängigen Medien durchgeführt würden, immer positiv gegenüber.

"Test prinzipiell sehr wichtig"

Wie oft Teigwaren-Produkte bei derlei Untersuchungen begutachtet werden, kann das Unternehmen nicht sagen, da die Tests unabhängig durchgeführt würden und man keine Informationen erhalte, wann welches Produkt untersucht werde und warum.

Ökotest hatte indes voriges Jahr schon Riesaer Nudeln begutachtet, damals drehte sich alles um Vollkornspaghetti. "Unter den fünf getesteten Nicht-Bio-Produkten schnitten die Vollkornnudeln von Riesa mit dem einzigen 'Gut' am besten ab", berichtete seinerzeit die Zeitschrift GQ.

Allerdings waren Riesaer Nudeln in der Vergangenheit nicht immer vorn dabei. Stiftung Warentest etwa fällte über Schlemmerliebling-Spaghetti 2015 das Qualitätsurteil "befriedigend" – obwohl die mikrobiologische Qualität damals sehr gut ausfiel und Verpackung und Deklaration auch "gut" waren. Bei Schadstoffen und sensorischer Beurteilung gab es aber nur ein "Befriedigend" und "Ausreichend", was die Gesamtnote drückte.

Bei den Teigwaren hält man Tests für prinzipiell sehr wichtig. "Aufgrund verschiedener getesteter Kriterien konfrontiert uns das Ergebnis mit vielerlei Gesichtspunkten", so das Unternehmen. Auch für das eigene Qualitätsmanagement seien unabhängige Untersuchungen von Bedeutung.

Bleibt die Frage, ob das Unternehmen infolge des guten Abschneidens künftig das Ökotest-Siegel auf seine Schlemmerliebling-Spaghetti druckt. Ein klares Nein dazu gibt es aus der Firmenzentrale zwar nicht, doch die Antwort deutet darauf hin, dass es nicht so sein wird: Riesaer Nudeln hätten eine große Zielgruppe in verschiedenen Altersgruppen, die wiederum ein breites Interesse an unterschiedlichsten Themen besäßen, was Sicherheit, Kontrolle und Nachhaltigkeit von Produkten angehe, heißt es. "Das würde eine unüberschaubare Anzahl an Siegeln bedeuten."

Möglich, dass auch die Kosten eine Rolle spielen. Denn die Siegelnutzung kostet Lizenzgebühren. Im Fall des Ökotest-Labels ist eine Einmalgebühr von 5.000 Euro zu zahlen. Die Nutzungsdauer beträgt laut öffentlich einsehbarem Lizenzertrag zwei Jahre ab Erstveröffentlichung des Testergebnisses.

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