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Chlorgas-Alarm im Freibad Riesa

Ein Unfall in der Anlage löst einen Feuerwehreinsatz aus. Eine Mitarbeiterin kommt mit dem Schrecken davon.

Im Freizeitbad Riesa-Weida (untere Bildhälfte) ist es zu einem Unfall mit Chlorgas gekommen.
Im Freizeitbad Riesa-Weida (untere Bildhälfte) ist es zu einem Unfall mit Chlorgas gekommen. © Lutz Weidler

Riesa. Bei einem Arbeitsunfall im Riesaer Freizeitbad ist am Mittwochmorgen eine Person verletzt worden. Das hat die Feuerwehr am Donnerstag mitgeteilt. Demnach war gegen 10 Uhr offensichtlich bei Wartungsarbeiten eine geringe Menge Chlorgas freigesetzt worden. Die betroffene Person wurde nach Angaben von Feuerwehrsprecher Tim Ludzay von anderen Mitarbeitern ins Krankenhaus gebracht. Weitere Details seien ihm nicht bekannt.

Der Badbetreiber bestätigte den Vorfall Donnerstagmittag. "Nach Badesaisonende wird die Anlage von unseren Mitarbeitern deaktiviert, und die Chlorgasflaschen werden von einem Dienstleister abgeholt", erklärt Magnet-Geschäftsführer Reiner Striegler. Bei dieser Deaktivierung sei eine geringfügige Menge Chlorgas ausgetreten. "Die sicherheitstechnischen Anlagen haben ausgelöst, und eine automatische Weiterleitung aktivierte die Riesaer Feuerwehr. Die mit der Deaktivierung der Anlage beschäftigte Mitarbeiterin wurde sofort vom Dienst freigestellt und hat sich ärztlich untersuchen lassen." 

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Anders als zunächst von der Feuerwehr vermeldet, habe die Mitarbeiterin aber keine Verletzungen erlitten und sei vom Arzt nach der Untersuchung nach Hause entlassen worden. "Wie es überhaupt zu diesem Unfall kommen konnte, werten wir gerade mit den beteiligten Personen aus."

Für die Rettungskräfte war der Einsatz nach 20 Minuten beendet. Die Feuerwehrleute hatten lediglich die Aufgabe, in Schutzmontur den betroffenen Raum zu betreten und die Flaschen mit dem Chlorgas zu schließen. Um das ausgetretene Gas kümmerte sich der Betreiber: "Mittels einer Art Sprinkleranlage wurde das Gas gebunden", so Ludzay. Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden. 

Chlorgas-Alarm in Bädern ist keine Seltenheit

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch nicht klar. Der Feuerwehrsprecher erklärt lediglich, alle technischen Einrichtungen hätten vorschriftsmäßig funktioniert. Einsätze wegen Chlorgases seien in den vergangenen Jahren in Riesa durchaus einige Male vorgekommen. "Das geht aber immer relativ glimpflich aus, weil wir hier kleine Anlagen haben." 

Chlor wird im Bäderbetrieb zur Desinfektion eingesetzt. Während es verdünnt im Wasser ungefährlich ist, kann das Gas Hautreizungen und Verätzungen der Atemwege hervorrufen. Generell sind derartige Unfälle in Bädern keine Seltenheit. Im Juli dieses Jahres hatte beispielsweise ein Bademeister in Ludwigshafen Atemwegsreizungen erlitten, weil bei Wartungsarbeiten Gas ausgetreten war. 

Keine Verletzten in den letzten 16 Jahren

In beiden Riesaer Bädern werde deshalb sehr viel Wert auf Einhaltung der Arbeits- und Sicherheitsnormen gelegt, betont Reiner Striegler. "Die betreffenden Räume sind mit speziellen sicherheitstechnischen Anlagen ausgerüstet, und das Personal wird regelmäßig über den Umgang mit Chlorgas geschult." Gas-Alarm mit automatischer Alarmierung der Feuerwehr gebe es bei den Bädern wenigstens einmal im Jahr. Meist sei daran ein defekter Sensor schuld, der einen Fehlalarm mit angeblichem Chlorgasaustritt meldet. "Seit Übernahme der Bäder durch die Magnet Riesa GmbH im Jahr 2004 gab es keine Unfälle mit Personenschäden durch Chlorgas."

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