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Dickes Minus durch Corona

Dirk Zschoke wurde als Bürgermeister von Stauchitz vereidigt. Die Kämmerin hatte zur Ratssitzung schlechte Nachrichten zu verkünden.

Vom Bauamtsleiter zum Bürgermeister: Dirk Zschoke wurde jetzt vereidigt und verpflichtet.
Vom Bauamtsleiter zum Bürgermeister: Dirk Zschoke wurde jetzt vereidigt und verpflichtet. © Thomas Malik

Stauchitz. Fast zwei Monate musste Dirk Zschoke warten. Am 4. Oktober wurde der 53-jährige Seerhausener im zweiten Wahlgang mit 49 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Bürgermeister von Stauchitz gewählt. Am 30. Oktober bestätigte das Landratsamt Meißen die Gültigkeit der Wahl. Noch am gleichen Tag trat der Parteilose sein Amt an. Seit Montag dieser Woche ist er nun auch offiziell Gemeindechef. Da wurde Dirk Zschoke vom Gemeinderat vereidigt und verpflichtet. Er wird nun die nächsten sieben Jahre der Gemeinde vorstehen. Zur Vereidigung waren auch die Amtsvorgänger Frank Seifert und Peter Geißler anwesend. Ursprünglich war die Zeremonie für den 19. November vorgesehen. Diese Gemeinderatssitzung wurde aber kurzfristig abgesagt.

Er dankte noch einmal seinen Wählern und verlieh dem Wunsch Ausdruck, dass es eine gute Zusammenarbeit in der Verwaltung und mit dem Gemeinderat geben werde. Alle müssten an einem Strang ziehen. Seine Amtszeit beginne in einer schwierigen Zeit. Wegen Corona stünden Einschränkungen in den Kindertagesstätten bevor. Auch einige Gewerbetreibende, die sich nicht an die Corona-Bestimmungen gehalten hätten, wurden von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert, sagte er.

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Für die Verwaltung tut sich mit der Wahl von Dirk Zschoke zum Bürgermeister eine neues Problem auf. Sie braucht nun einen Bauamtsleiter. Dieses Amt führte Zschoke bis zu seiner Wahl aus.

Gemeinderat scheidet aus

Eine Änderung gab es auch im Gemeinderat von Stauchitz. Andre Geißler, der für die CDU im Gemeinderat saß, schied aus. Weil er bereits am 2. November aus der Gemeinde weggezogen ist, hat er damit seine Wählbarkeit verloren. Für ihn rückte nun Lutz Schumann aus Seerhausen nach. Die CDU ist mit vier Leuten im Rat vertreten. Stärkste Fraktion sind die Freien Wähler Jahnatal mit sieben Sitzen. Zwei Plätze errang die AfD, kann aber nur einen besetzen, weil sie nur einen Kandidaten aufgestellt hatte. Der zweite Platz bleibt unbesetzt. Je einen Sitz haben die Linkspartei und die FDP. Grüne und SPD sind im Stauchitzer Gemeinderat nicht vertreten.

Geißler war zuletzt auch Wahlleiter bei der Gemeinderatswahl. Dem Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Peter Geißler waren auch Ambitionen auf das Bürgermeisteramt nachgesagt worden. Er kandidierte jedoch nicht. Möglicherweise stand schon zu diesem Zeitpunkt fest, dass er aus der Gemeinde wegzieht.

Andre Geißler war unter merkwürdigen Umständen im Dezember 2017 in den Gemeinderat aufgerückt. Nachdem Peter Karl sein Mandant aus beruflichen Gründen zurückgab, wäre nach dem Wahlergebnis der CDU Steffen Kuge Nachrücker gewesen. Doch er nannte „berufliche Gründe“, deretwegen er das Mandat nicht annehmen könne. Nächster Nachrücker war Andre Geißler, der das Mandat annahm.

Bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai dieses Jahres erhielt Geißler 283 Stimmen und erreichte damit das beste Ergebnis der acht CDU-Kandidaten. Schon ein halbes Jahr später wollte er wieder Ausscheiden. Er nannte "persönliche Gründe". In Wirklichkeit war er mit der Arbeit der Gemeindeverwaltung unzufrieden. Der Gemeinderat lehnte den Rücktritt ab. Eine Rückgabe des Mandates aus "persönlichen Gründen" ist gesetzlich nicht möglich.

Steuereinnahmen sinken rasant

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