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Ein klarer Gewinner, aber kein Sieger

Bei der Bürgermeisterwahl in Stauchitz blieb die Überraschung aus. Kein Kandidat erreichte die absolute Mehrheit.

Bauamtsleiter Dirk Zschoke holte mit 42,8 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bei der Bürgermeisterwahl in Stauchitz. Weil er aber keine absolute Mehrheit erreichte, muss noch einmal gewählt werden.
Bauamtsleiter Dirk Zschoke holte mit 42,8 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bei der Bürgermeisterwahl in Stauchitz. Weil er aber keine absolute Mehrheit erreichte, muss noch einmal gewählt werden. © Sebastian Schultz

Stauchitz. Es kam, wie es viele vorausgesehen hatten. Die Stauchitzer Wählerinnen und Wähler müssen in zwei Wochen noch mal ran. Denn bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Es war kurz vor 20 Uhr, als am Sonntagabend das Ergebnis verkündet wurde. Es gab einen klaren Gewinner, aber eben keinen Sieger. Für Bauamtsleiter Dirk Zschoke stimmten 778 Wähler, das waren 42,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Auch der zweite Platz ging an einen Verwaltungsprofi. Michaela Steuer erreichte 27,2 Prozent (494 Stimmen). 

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Deutlich abgeschlagen, aber noch im zweistelligen Bereich, blieb Britt Kniesel mit 10,2 Prozent (185 Stimmen). Enrico Barth (AfD) konnte nicht an die Erfolge seiner Partei bei der Landtagswahl, wo die AfD in Stauchitz stärkste Kraft wurde, und bei der Gemeinderatswahl, bei der die Partei 12.4 Prozent der Stimmen holte, anknüpfen. Für ihn stimmten lediglich 135 Wählerlinnen und Wähler, das waren 7,4 Prozent. 

Abgeschlagen waren Iris Osladil (88 Stimmen, 4,8 Prozent), Andreas Seidlitz (80 Stimmen, 4,4 Prozent) und der für die SPD antretende Dirk Erler, dessen Namen nur 58 Stauchitzerinnen und Stauchitzer ankreuzten, das waren 3,2 Prozent.

Einer wollte schon vorher nicht mehr

Das bedeutet, dass in zwei Wochen die Stauchitzer erneut an die Wahlurne müssen. Da es in Sachsen keine Stichwahlen gibt, können theoretisch alle sieben Frauen und Männer zum zweiten Wahlgang erneut antreten. Nur einer, Dirk Erler, der für die SPD antrat, hat bereits seinen Verzicht angekündigt. 

Der Jurist hatte schon jetzt seine Bewerbung zurückziehen wollen, was aber nach dem sächsischen Wahlgesetz nicht möglich ist. Er war vom Wahlvorstand bereits bestätigt worden. Der Stauchaer hat inzwischen einen Job als Amtsleiter in einer Stadtverwaltung gefunden.

Klar ist, dass Dirk Zschoke erneut antritt. „Es ist ein Ergebnis, dass ich in etwa erwartet hatte. Bei sieben Kandidaten war ziemlich klar, dass keiner die absolute Mehrheit schafft“, sagt der Seerhausener am Wahlabend. „Ich möchte nun in den kommenden zwei Wochen noch mal richtig Gas geben im Wahlkampf, um die Wähler zu überzeugen, dass ich der richtige Kandidat bin“, so der Wahlgewinner.

Britt Kniesel tröstet sich damit, dass es immerhin zum dritten Platz gereicht hat. Ob sie zum zweiten Wahlgang nochmals antritt, konnte sie am Sonntagabend noch nicht sagen. „Da muss ich erst noch nachdenken und ein, zwei Nächte drüber schlafen“, sagte sie. 

Es kann noch mal spannend werden

Bei allen anderen, die im einstelligen Bereich lagen, dürfte eine erneute Kandidatur wenig Sinn machen. Spannend und noch mal knapp könnte es werden, wenn nur die beiden Erstplatzierten antreten würden und Michaela Steuer einen Großteil der Stimmen der anderen Frauen bekäme.

Die Wahlbeteiligung war erneut sehr hoch. Insgesamt gab es 2.589 Stimmberechtigte. Abgegeben wurden 1.827 Stimmzettel. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 70,6 Prozent und war nochmals höher als vor sieben Jahren. Damals lag sie bei genau 70 Prozent. Neun Stimmen waren ungültig. 

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Im zweiten Wahlgang genügt die relative Mehrheit der abgegebenen Stimmen, das heißt, es gewinnt derjenige, der die meisten Stimmen erhält, unabhängig, ob er dabei weniger als 50 Prozent erreicht. Der zweite Wahlgang wird am 4. Oktober ausgetragen. Ursprünglich war die Bürgermeisterwahl für den 10. Mai vorgesehen. Wegen der Coronakrise verbot das Landratsamt jedoch alle Bürgermeisterwahlen.

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