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Hängepartie um Riesaer Real geht weiter

Während in anderen Filialen schon Klarheit herrscht, bleibt die Zukunft des Riesaer Marktes weiter offen. Eine wichtige Entscheidung könnte Ende März fallen.

Die Frage nach der Zukunft des Real-Marktes in Riesa hat etwas vom Blick in die Glaskugel. Trotz vieler Unwägbarkeiten gibt es einige denkbare Szenarien.
Die Frage nach der Zukunft des Real-Marktes in Riesa hat etwas vom Blick in die Glaskugel. Trotz vieler Unwägbarkeiten gibt es einige denkbare Szenarien. © Lutz Weidler

Riesa. Wird der Real im Riesapark zu Edeka oder Marktkauf - oder sichert sich gar ein ganz anderer Interessent die Filiale in der Stadt? Wann es in dieser Frage Klarheit gibt, bleibt weiter ungewiss - und das womöglich noch mindestens bis Ende März.

So lange hat das Bundeskartellamt noch Zeit, die Übernahme von bundesweit 72 Standorten durch Edeka zu überprüfen. Ursprünglich sollte die Entscheidung schon am 22. Februar fallen, doch vor wenigen Tagen verlängerte die Behörde die Frist noch einmal um einen Monat.

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Ein ähnliches Prüfverfahren hatte es zuvor schon bei Kaufland gegeben. Am Ende gab es grünes Licht für die Übernahme von 92 Märkten. Bei neun weiteren hingegen verweigerte die Kartellbehörde ihre Zustimmung - darunter auch beim Markt in Heidenau. Im Anschluss kursierte auch in Riesaer Facebook-Gruppen die Liste mit den von Kaufland übernommenen Standorten. Der im Riesapark allerdings fehlt dort.

Medienberichten zufolge soll Edeka Interesse an zwei der drei sächsischen Real-Filialen haben. Um welche es sich dabei handelt, ist nicht bekannt - wie auch die anderen Interessenten hält sich Edeka mit Verweis auf das laufende Verfahren bedeckt. Für den Real in Heidenau verdichten sich seit Ende 2020 die Zeichen, dass Globus hier aktiv werden könnte. Das saarländische Unternehmen darf bis zu 24 Märkte übernehmen und hatte schon seit längerer Zeit nach einem Standort im Großraum Dresden gesucht, heißt es. Damit gilt Edeka als einer der bekanntesten Interessenten für die Märkte in Riesa und Bannewitz.

Einem Bericht der Lebensmittelzeitung zufolge wird erwartet, dass Edeka auf deutlich größere Bedenken treffen wird. Dafür spricht auch, dass das Kartellamt mehr Zeit für eine Entscheidung benötigt. Die Edeka-Gruppe, zu der unter anderem auch Marktkauf gehört, ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 55 Milliarden Euro Marktführer in Deutschland.

Viel Spekulation, wenig gesicherte Fakten

Für Riesa und Bannewitz spricht dennoch, dass es dort noch keinen Edeka-Markt gibt. An der Pausitzer Straße in Riesa wird zwar einer geplant, für die Beurteilung durch das Bundeskartellamt ist das aber offenbar nicht erheblich. Branchenkenner betonen allerdings, dass aus den Verhandlungen bisher nur wenig nach außen gedrungen ist. Eine Liste, wie sie der Real-Betriebsrat während der Verhandlungen mit Kaufland veröffentlichte, gab es bisher nicht. Es werde viel spekuliert, ohne gesicherte Informationen.

Wenn der Marktführer Real im Riesapark übernimmt, dann werde daraus wohl eher ein Marktkauf, hatte in der Vergangenheit schon eine Verdi-Sprecherin vermutet. Die 5.600 Quadratmeter große Fläche hätte für ein E-Center nicht die richtigen Maße, außerdem passe ein Supermarkt auf der grünen Wiese nicht in das Konzept von Edeka.

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Verdi hatte in den vergangenen Wochen mehrfach auf die lange Hängepartie für die Mitarbeiter hingewiesen - und gleichzeitig Schließungen kritisiert. SCP hatte direkt nach der Übernahme bereits angekündigt, dass wohl etwa 30 Filialen schließen werden. Bislang sind 18 Standorte bekannt, deren Mitarbeiter spätestens ab September 2021 eine neue Stelle suchen müssen, die meisten davon liegen in den alten Bundesländern. Gleichzeitig hatte SCP auch betont, einen Kern von 50 Geschäften zwei Jahre lang als Real weiterführen zu wollen. Es bliebe also noch Zeit bei der Suche nach einem Nachfolger - selbst wenn Edeka in Riesa nicht das Rennen macht.

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