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Ekelhaft: Katzenstreu in Riesaer Altkleidern

Ein Behälter auf dem Parkplatz am Krankenhaus stinkt zum Himmel. Alle gesammelten Sachen sind nur noch ein Fall für die Müllverbrennung.

Heiko Schubert zeigt die Packung benutzte Katzenstreu, die in einen Riesaer Altkleidercontainer hineingeworfen wurde.
Heiko Schubert zeigt die Packung benutzte Katzenstreu, die in einen Riesaer Altkleidercontainer hineingeworfen wurde. © Foto: Lutz Weidler

Riesa. Komiker-Barde Helge Schneider sang einst: "Katzenklo, Katzenklo - ja, das macht die Katze froh." Müllfahrer wie Heiko Schubert allerdings weniger. Der Riesaer war in dieser Woche wieder in seiner Heimatstadt unterwegs, um nach langer Zeit die Altkleidercontainer von Remondis zu entleeren. Aber was er in dem Behälter auf dem Krankenhaus-Parkplatz fand, versetzte ihn in Atemnot.

"Das hat gestunken wie die Pest", erzählt er. "Ich bin erstmal zwei Meter zurückgegangen, um Luft zu holen." Dann habe er seine Chefin angerufen und gesagt, er weigere sich, diesen Container zu entleeren. Den Deckel ließ er offen, damit der Gestank herausziehen konnte. Einige Säcke und auch Dinge, die hier nichts zu suchen haben, fielen dabei heraus.

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Unter anderem der Verursacher des ekelhaften Geruchs: Ein Karton mit Katzenstreu. "Aber nicht etwa Katzenstreu, wie man es im Laden kauft", schimpft Schubert, sondern aufgerissen und benutzt. Beim Blick in die Packung wurde ihm schnell klar, dieser Katzenstreu ist nicht mehr ganz frisch. Weiße, krisslige Klumpen waren zu sehen und verbreiteten einen Geruch zum Katzenjammern.

Zwei Tage gelüftet

Das war am Mittwoch. In der Zwischenzeit gingen Hinweise bei der Stadtverwaltung Riesa ein, dass einer der Remondis-Container aufgebrochen worden sei. Nach zwei Tagen Lüftung kommt Heiko Schubert wieder auf den Parkplatz zurück. Der Inhalt des Altkleider-Containers muss ja irgendwie entsorgt werden.

Der Gestank ist einigermaßen verflogen. Die angerissene Katzenstreu-Packung steht noch immer da. Schubert hat sie wie ein Mahnmal der Dummheit hingestellt. Es gebe leider immer noch zu viele Menschen, die die Altkleidersammlung als Mülltonne missbrauchen. Mit Folgen.

"Alles, was hier drin ist, ist verloren", sagt der Remondis-Mitarbeiter. Das sei vor allem schade für die Leute, die ihre alte Kleidung aussortieren, sich manchmal sogar die Mühe machen, sie nochmal zu waschen, damit sie wiederverwendet werden kann. Auch der große Sack mit den Schuhen, den jemand extra hierher gebracht hat, wird nun ein Fall für die Müllverbrennung. Der Gestank des benutzten Katzenklos hat alles unbrauchbar gemacht.

Heiko Schubert ärgert es, dass er den gesamten Inhalt des Altkleidercontainers nur noch in den Müllbehälter werfen kann.
Heiko Schubert ärgert es, dass er den gesamten Inhalt des Altkleidercontainers nur noch in den Müllbehälter werfen kann. © Foto: Lutz Weidler

Es ist nicht das erste Mal, dass Heiko Schubert und seine Kollegen in der Altkleidersammlung Müll und andere Dinge, die hier nicht hineingehören, finden. Im vergangenen Jahr hatte er in einem Riesaer Container sogar eine Kühlschranktür entdeckt. Hier findet er noch einen zweiten Karton mit benutztem Katzenstreu, eine Klobrille, eine Kaffeemaschine und ein Glas mit verschimmelten Spätzle-Gulasch. Igitt.

Schubert hat immer ein paar große Behälter auf seinem Lkw, wo er den Müll hineinwirft. Die Säcke mit den Kleidern und Schuhen landen auf der Ladefläche. Sie werden im Remondis-Lager in Quersa noch einmal von Frauen sortiert. "Aber das hier ist nur noch gut für die Verbrennung", sagt Schubert mit Blick auf den geöffneten Container.

Remondis hat rund 160 Altkleider-Behälter in der Region Riesa-Großenhain verteilt. 39 davon in der Elbestadt. Davon sind 13 geleert. "Alle waren brechend voll", sagt der Müllfahrer. Über zwei Tonnen Altkleider seien zusammengekommen. Normalerweise sei das die Menge von 25 Behältern.

Ab nächster Woche sollen die Altkleider-Container in der Gemeinde Hirschstein entleert werden. Im Juli kommen die Behälter in Zeithain, Nünchritz und Glaubitz dran.

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