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Riesaer Elbpromenade soll ihr Gesicht verändern

Viele Lindenbäume neben der Elbstraße sind beschädigt, manche fehlen ganz. Die Stadt will das ändern – und muss dafür einen zweiten Anlauf nehmen.

Von Eric Weser
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Die Elbpromenade in Riesa soll zwischen Breiter Straße und Niederlagstraße neu bepflanzt werden. Die dortigen Winterlinden sind teils stark beschädigt.
Die Elbpromenade in Riesa soll zwischen Breiter Straße und Niederlagstraße neu bepflanzt werden. Die dortigen Winterlinden sind teils stark beschädigt. © Eric Weser

Riesa. Der jüngste Herbststurm dürfte seinen Anteil daran haben: Viele Bäume an der Riesaer Elbpromenade haben ihre Blätter in diesen Tagen bereits abgeworfen. Was noch an den Zweigen hängt, ist herbstlich gelb gefärbt. Womöglich ist es für viele der dortigen Linden das letzte Mal, dass sie hier Herbstlaub tragen.

Denn die Stadt Riesa will die Bepflanzung des Spazierwegs neben der Elbstraße verändern. Das geht aus einer aktuellen Ausschreibung hervor. Zwischen Februar und April 2022 soll es demnach Ersatzpflanzungen auf dem gut 200 Meter langen Abschnitt zwischen Breiter Straße und Niederlagstraße geben. Das Ganze ist eine Teilmaßnahme aus dem Förderprogramm Lebendige Zentren, oft auch LZP abgekürzt. Weitere sind die geplante Neugestaltung des Spielplatzes am Puschkinplatz oder die vorgesehene Entwicklung des Muskatorgelände. Die Freifläche unterhalb des Sparkassen-Gebäudes in einen Spiel- und Freizeitbereich umzuwandeln, gehört ebenfalls dazu.

Für die neuen Promenadenbäume müssen zunächst die derzeit noch stehenden Winterlinden weichen. 56 Stück sind es im Abschnitt zwischen Breiter Straße und Niederlagstraße, die gefällt werden müssen. Ihre Wurzelballen und die von weiteren Bäumen, die schon nicht mehr stehen, sollen aus dem Boden geholt werden, um Platz für Nachfolger zu machen. Dabei soll es sich aber nicht wieder um Linden handeln: 62 Blaseneschen sollen es stattdessen werden.

Gerade im Bereich zwischen der Straße An der Gasanstalt und Niederlagstraße sind einige Linden verkrüppelt, andere schon gar nicht mehr da.
Gerade im Bereich zwischen der Straße An der Gasanstalt und Niederlagstraße sind einige Linden verkrüppelt, andere schon gar nicht mehr da. © Eric Weser

Bei der Blasenesche handelt es sich nicht wirklich um eine Esche – den Namen hat der aus Asien stammende Blasenbaum nur, weil seine Blätter den einheimischen Eschen ähnlich sehen. Namensgebend sind außerdem die ei- bis blasenförmigen Früchte. Im Sommer blühen die Bäume, die mehr als zehn Meter hoch werden und bis zu 50 Zentimeter Stammdurchmesser haben können, gelblich.

Verbreitet sind die als dekorativ geltenden, sommergrünen Blasenbäume hierzulande bereits. Sie gelten als winterhart und gleichzeitig hitzebeständig – und als gut geeignet, um an Verkehrswegen gepflanzt zu werden. Was offenbar auch die Stadt Riesa bewogen hat, auf das Gewächs zu setzen. Die Blasenesche sei "der für den Standort am meisten resistente Baum", da er Trockenzeiten ebenso wie Überschwemmungen vertrage, erklärt das Rathaus auf Nachfrage. "Auch Dresden hat diesen Baum bereits an ähnlichen Standorten erfolgreich eingesetzt." In Riesa hatte die Kommune den Baum nach eigenen Angaben bisher aber noch nicht pflanzen lassen.

Die Früchte des Blasenbaums muten an wie kleine Lampions – oder kleine Blasen.
Die Früchte des Blasenbaums muten an wie kleine Lampions – oder kleine Blasen. © Wouter Hagens (gemeinfrei)
Die Blätter erinnern wiederum an jene der heimischen Esche, weshalb Naum auch Blasenesche genannt wird.
Die Blätter erinnern wiederum an jene der heimischen Esche, weshalb Naum auch Blasenesche genannt wird. © Wouter Hagens (gemeinfrei)
Ein Blasenbaum als Straßenbegleitgrün in einer Stadt in Asien. Von dort stammt das Gewächs ursprünglich.
Ein Blasenbaum als Straßenbegleitgrün in einer Stadt in Asien. Von dort stammt das Gewächs ursprünglich. © Foto: Wikimedia/Fanghong CC BY-SA 3.0

Dass es Ersatzpflanzungen an der Elbstraße geben würde, hatte die Stadt bereits vor gut einem Jahr auf Nachfrage in Aussicht gestellt. Allerdings hatte es damals geheißen, dass das im jetzt betroffenen Abschnitt wohl nur elbseitig möglich sei, da sich zur Straße hin eine Trinkwasserleitung befindet. Womöglich hat man dafür aber eine Lösung gefunden. Die Blaseneschen gelten als Flachwurzler.

Angelegt worden war die Lindenallee, als die Elbpromenade Anfang/Mitte der 1990er Jahre geschaffen wurde. Den insgesamt 114 Linden hatten im Laufe der Zeit mehrere Hochwasser, aber auch Pilzbefall, Sturmschäden als auch Vandalismus zugesetzt, hatte die Stadt voriges Jahr erklärt. Vor allem im Abschnitt zwischen der Niederlagstraße und der Straße An der Gasanstalt gibt es seit einiger Zeit deutlich sichtbare Lücken in der Baumdoppelreihe.

Anders im Abschnitt zwischen der Niederlagstraße und dem Kanuheim. Auf Nachfrage, ob auch dort Ersatzpflanzungen vorgesehen sind, erklärt die Stadtverwaltung: Der Bereich weise insgesamt noch keine so großen Schädigungen auf. Man werde den Baumbestand aber "weiter aufmerksam beobachten".

Damit es zur geplanten Umgestaltung im ausgeschriebenen Promenaden-Teil kommen kann, braucht es nun Firmen, die brauchbare Angebote abgeben. Bei einer ersten Ausschreibung im Sommer hatte das nicht geklappt: Damals hatte es nach Rathaus-Angaben drei Bieter gegeben. Einer habe sein Angebot aber sofort nach dessen Abgabe zurückgezogen. Ein weiterer habe ausgeschlossen werden müssen, weil er bei der Bewässerung auf ein anderes Produkt geboten hatte. Ein dritter sei zu teuer gewesen.

Zeit für Firmen, ihre Angebote abzugeben, bleibt noch knapp vier Wochen lang.