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Ex-Weinkönigin ist die Stimme für Diesbar-Seußlitz

Auch an der Heinrichsburg steht jetzt eine Info-Tafel mit QR-Code. Damit können Wanderer sich ins Internet einklicken und hören Maria Lehmann.

Maria Lehmann steht mit Bacchus neben der neuen Audio-Guide-Tafel an der Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz.
Maria Lehmann steht mit Bacchus neben der neuen Audio-Guide-Tafel an der Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz. © Sebastian Schultz

Diesbar-Seußlitz. Seit letzter Woche können Einheimische und Besucher endlich wieder zur Heinrichsburg hinauf gehen. Mit einem halben Jahr Verspätung ist die historische Treppe freigegeben worden. Die Ersten, die oben an dem Pavillon waren, konnten sich nicht nur an dem lang vermissten Ausblick auf das Seußlitzer Schloss und die Elbe erfreuen. Es gibt hier jetzt auch eine Neuheit.

Eine neue Schautafel gibt Auskunft, dass hier der sächsische Weinwanderweg nach Pirna beginnt oder endet. Je nachdem, wie es die Wanderer betrachten. Solche Schilder gibt zwar es zur Genüge. Doch diese Tafel ist etwas Besonderes. Denn sie kann sprechen. Vorausgesetzt, man besitzt ein internetfähiges Handy mit einem QR-Code-Scanner.

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Ein solches QR-Code-Quadrat ist auf der Tafel abgedruckt. Damit können die Wanderer einen Audio-Guide aktivieren. Die Stimme, die dann an der Heinrichsburg zu hören ist, ist zumindest vielen Diesbar-Seußlitzern bekannt. Sie gehört Maria Lehmann.

Bisher zehn Infotafeln

Die ehemalige sächsische Weinkönigin wurde im letzten Jahr vom Tourismusverband Dresden-Elbland angesprochen, ob sie nicht bei einem neuen Projekt mitmachen wolle. Der Verband hat zehn Informationstafeln, mit denen man die eigens dafür eingerichtete Internetseite des sächsischen Weinwanderwegs erreichen kann, Anfang Juli aufstellen lassen.

Der Einfall dazu kam bereits 2019, als sich der Tourismusverband am Ideenwettbewerb "So geht sächsisch" beteiligte. Die Informationstafeln sollten modern sein und auch jüngere Menschen ansprechen. Maria Lehmann ist überzeugt, dass auch die "reifere Jugend" mit dem QR-Code klarkommt und den Audioguide nutzen kann. "Mittlerweile haben ja viele einen QR-Code-Scanner", sagt sie. Gerade in der Coronazeit hätten sich viele Leute so ein Scan-Programm auf ihr Handy geladen, um zum Beispiel die Luca-App zu aktivieren.

Der Tourismusverband Dresden-Elbland hatte mehrere Stellen gesucht und schließlich gefunden, wo die Infotafeln entlang des sächsischen Weinwanderwegs aufgestellt werden konnten. Das sei nicht ganz einfach gewesen, bedarf es doch der Zustimmung der Grundstücksbesitzer, verrät Verbandsgeschäftsführerin Sindy Vogel. Am Ende sind es zehn geworden.

Aber es bedurfte auch Menschen vor Ort, die ihre Stimme dem Audioguide leihen, um ihn authentisch zu machen. Neben Maria Lehmann haben zum Beispiel auch Georg Prinz zur Lippe für die Weinsicht Proschwitz, Antje Wiedemann vom Zentralgasthof Weinböhla für die Winzerhütte am Wartturm und mit Katja Riedel eine weitere ehemalige sächsische Weinkönigin für den Burglehnpfad in Pirna Texte geschrieben und eingelesen.

Das sei bereits im vergangenen Herbst geschehen, sagt Maria Lehmann. Dazu musste sie noch nicht mal in ein Tonstudio fahren. "Da kam jemand extra aus Chemnitz und nahm meine Stimme auf", erzählt sie. "Nach drei Versuchen hatte ich den Text drauf."

Im Dezember waren alle Tonaufnahmen fertig eingespielt. Doch es dauerte noch mal ein halbes Jahr, bis die Info-Tafeln aufgestellt werden konnten, so Sindy Vogel. Am längsten aber an der Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz. Weil sich die Sanierung der Freilufttreppe verzögerte, wurde sie immer wieder vertröstet. Doch nun ist der Aufgang zum Pavillon fertig und auch die Tafel rechtzeitig zur Wiedereröffnung fertig geworden.

Weitere Stellen geplant

Auffällig ist, dass die meisten Audio-Guide-Tafeln zwischen Diesbar-Seußlitz und Dresden stehen. Nur drei befinden sich im Bereich Dresden-Pirna. "Bei uns im Elbland und Dresden spielt der Wein auch eine größere Rolle", sagt Sindy Vogel.

Im kommenden Frühjahr sollen 20 weitere derartige Tafeln entstehen. Im Bereich Diesbar-Seußlitz seien ein oder zwei Stück geplant. Mehr kann die Verbandsgeschäftsführerin noch nicht verraten, da es vorher noch Gespräche mit den jeweiligen Grundstückseigentümern bedarf.

Wie gut die Audio-Guide-Tafeln funktionieren, darüber können sich am kommenden Wochenende die Besucher der Tage des offenen Weingutes selbst ein Urteil bilden. Daran beteiligen sich die Diesbar-Seußlitzer Weingüter Jan Ulrich und Lehmann. Auch die "Klarissenklause" oberhalb der George-Bähr-Kirche und das "Weinreich" im ehemaligen Schlossstall laden dazu ein.

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