merken
PLUS Riesa

Was der Betreiber zur Wonnemar-Schließung sagt

Direkt zum Adventsanfang waren Dutzende Mitarbeiter arbeitslos geworden. Bei Interspa verweist man auf die Corona-Folgen - und die Stadtverwaltung.

Das Wonnemar in Bad Liebenwerda ist dicht. Nun sind rund 50 Mitarbeiter arbeitslos.
Das Wonnemar in Bad Liebenwerda ist dicht. Nun sind rund 50 Mitarbeiter arbeitslos. © wikimedia.org/OnkelJohn/CC-BY-2.5

Bad Liebenwerda/Stuttgart. Kein fröhlicher Badelärm im Freizeitbad: Das Wonnemar ist zu. Und seit dem 1. Dezember ist nun auch der größte Teil der nach Betreiber-Angaben rund 50 Mitarbeiter arbeitslos. Das Wonnemar Bad Liebenwerda hatte bereits im Frühjahr während des ersten Corona-bedingten „Shutdowns“ dreieinhalb Monate schließen müssen. Während dieser Phase habe die Betriebsgesellschaft Interspa keinerlei Einnahmen erzielen können – während gleichzeitig Kosten "in erheblichem Umfang" weiter liefen.

Dadurch hatte das Bad erhebliche Verluste erleiden müssen, heißt es in einer Mitteilung, die das Stuttgarter Unternehmen herausgeben ließ. Zwar habe das Wonnemar Bad Liebenwerda Ende Mai wieder öffnen können. Aufgrund der strengen Hygiene-Vorschriften habe die Betriebsgesellschaft aber nur 65 Prozent der sonst zu dieser Zeit üblichen Einnahmen erwirtschaften können.

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

"Es gab jedoch kaum finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand. Diese Verluste waren alleine von der Wonnemar-Muttergesellschaft Interspa und den finanzierenden Kreditinstituten getragen worden – bis alle Reserven aufgebraucht waren", heißt es. In der Folge hatte die Interspa-Gruppe Ende September für das Wonnemar Bad Liebenwerda eine Sanierung über ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet. "Das Verfahren entwickelte sich zunächst äußerst positiv und hatte keine negativen Folgen auf den Betrieb des Erlebnisbades. Das Bad blieb während des Sanierungsprozesses wie gewohnt geöffnet. Für die Besucher ergaben sich im Betrieb zunächst keinerlei Einschränkungen", versichert man.

"Außerordentliches Bedauern"

Nun aber – nachdem das Wonnemar Bad Liebenwerda zum zweiten Mal schließen musste – habe sich die Situation noch einmal verschärft. Die Gruppe könne die neu entstehenden Verluste nicht mehr alleine tragen. Während des Shutdowns würden pro Monat rund 75.000 Euro Fixkosten auflaufen. "Beispielsweise muss das Bad trotz Schließung weiter geheizt und gechlort werden, weil sonst immense Schäden entstehen."

Weil man bei Interspa davon ausgeht, dass die Schließung des Bades bis mindestens Februar 2021 andauert, habe man bereits vor geraumer Zeit die Stadt Bad Liebenwerda gebeten, sich in den Monaten November und Dezember 2020 an den Betriebskosten des Bades zu beteiligen, bis die Zahlung der sogenannten „Novemberhilfen“ erfolgt ist. Die Stadt habe diese Bitte abgelehnt. Daraufhin sei man in der vergangenen Woche gezwungen gewesen, den größten Teil der Mitarbeiter mit Wirkung zum 1. Dezember freizustellen.

„Wir bedauern dies außerordentlich, zumal es mittelfristig durchaus eine gute Perspektive für das Bad gibt“, betonte Interspa-Geschäftsführer Volker Kurz anlässlich der Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens durch das zuständige Gericht. „Wir befinden uns aber jetzt in Verhandlungen mit der Stadt, um eine geordnete Übergabe des Wonnemar Bad Liebenwerda zu vereinbaren.“ Inzwischen habe die Stadt angedeutet, ab Dezember zumindest die sogenannten Medienkosten für Wasser etc. zu tragen.

Die Stadt Bad Liebenwerda habe der Betriebsgesellschaft mitgeteilt, dass am Bad umfangreiche Baumaßnahmen geplant sind. Ob das Bad nach Ende des aktuellen Corona-Shutdowns noch einmal geöffnet werden soll, sei unklar.

Weiterführende Artikel

Wonnemar: Kunden werden Gläubiger

Wonnemar: Kunden werden Gläubiger

Die Insolvenz des Bad-Betreibers hat Konsequenzen für Inhaber von Gutschein-Karten. Und nicht nur für sie.

Wonnemar muss Insolvenz anmelden

Wonnemar muss Insolvenz anmelden

Die wirtschaftliche Lage des Freizeit- und Erholungsbades Wonnemar in Bad Liebenwerda ist prekär. Die Mitarbeiter stehen vor der Arbeitslosigkeit.

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Johannes Berger hatte mitgeteilt, dass die Stadt das Bad "unbedingt" erhalten wolle. Ohne Bad gerate schließlich auch der Kurstadt-Status in Gefahr. Denkbar sei, dass die Stadt Eigentümer des Bades werde und sich einen neuen Betreiber suche. (SZ)

www.interspa-gruppe.de

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa