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Kein Zurück für Riesas Eisbahn

Während in Dresden noch über einen Lockdown debattiert wurde, liefen in Riesa schon die Aufbauarbeiten. Der Organisator hofft, dass sich das Wagnis auszahlt.

Von Stefan Lehmann
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Noch fehlt das Eis, fürs Foto nimmt Torsten Pilz aber schon einmal Platz auf dem Eisbahn-Gelände. Der Eventtalent-Chef ist eine der treibenden Kräfte hinter der Eisbahn.
Noch fehlt das Eis, fürs Foto nimmt Torsten Pilz aber schon einmal Platz auf dem Eisbahn-Gelände. Der Eventtalent-Chef ist eine der treibenden Kräfte hinter der Eisbahn. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Kran war nicht groß genug, also muss die Plakatwand per Muskelkraft aufgestellt werden. "Eins, zwei", zählt einer der Arbeiter, dann ziehen und schieben die fünf Männer die Aufhängung ein Stück in Position. Ein paar Minuten später hängt die meterhohe Werbefläche senkrecht vor der Halterung.

Seit Donnerstag ist Eventtalent-Talent-Chef Torsten Pilz samt Helfern neben dem Riesaer Rathaus im Einsatz, um die Eisbahn für die ersten Schlittschuhfahrer vorzubereiten. Am Wochenende sollen die Holzeinbauten und die Beleuchtung installiert werden. Mitte der Woche soll dann auch das Hygienekonzept stehen. So jedenfalls der Plan am Freitagnachmittag.

Natürlich verfolgt auch Pilz, der maßgeblich für die Eisbahn-Organisation verantwortlich ist, die Diskussionen um Lockdown, 2G und 3G. "Das Coolste war vor ein paar Wochen die Nachricht unseres Ministerpräsidenten, dass wir loslegen können." Da hatte Michael Kretschmer die Entscheidung über die Weihnachtsmärkte noch in die Hand der Kommunen gelegt. "Bis dahin habe ich graue Haare gekriegt."

Die Sponsoren-Wand mit den Logos von Feralpi und den Stadtwerken wurde schon am Freitag aufgestellt. Die Eisbahn nicht aufzubauen, war trotz aller Ungewissheit keine Option, sagt Torsten Pilz.
Die Sponsoren-Wand mit den Logos von Feralpi und den Stadtwerken wurde schon am Freitag aufgestellt. Die Eisbahn nicht aufzubauen, war trotz aller Ungewissheit keine Option, sagt Torsten Pilz. © Sebastian Schultz

Und jetzt? "Jetzt ist es sowieso zu spät", sagt Torsten Pilz. Einen fünfstelligen Betrag hat er quasi schon für den Aufbau der Eisbahn vorgeschossen. Volles Risiko. Als es 2020 hieß, dass Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen nicht stattfinden können, da seien Veranstalter wie er darauf vorbereitet gewesen, erklärt er. Der Vorlauf sei größer gewesen. Diesmal hatte Pilz die meisten Vereinbarungen schon getroffen, als sich andeutete, dass es vielleicht doch nichts werden könnte mit Freizeitveranstaltungen in der Vorweihnachtszeit. "Ich wüsste schon gern, an wen ich die Rechnung dafür schicken kann, wenn die Eisbahn doch nicht aufmachen kann", sagt er.

Noch ist das ein Stück weit scherzhaft gemeint. Am Freitagnachmittag geht Torsten Pilz noch davon aus, öffnen zu können. Unter welchen Umständen genau, das wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Er sei auch bereit, ein 2G-Plus-Modell zu fahren, also: Zugang nur für Genesene und Geimpfte, die sich außerdem noch zusätzlich auf Covid-19 testen lassen müssen. "Wir würden das machen, einfach um zu zeigen, dass es geht", erklärt Pilz. "Was passiert denn sonst im nächsten Jahr?" Er sagt, er fände es persönlich sehr schade, wenn jetzt auch diejenigen, die sich bisher an alle Regeln gehalten haben und doppelt geimpft sind, trotzdem durch einen rigorosen Lockdown quasi bestraft würden.

Viele positive Reaktionen

200 Test-Kits hat er für den geplanten Start am 26. November schon besorgt, die Mitarbeiter seien sowieso alle geimpft. Je nach Auflage würde noch ein zusätzlicher Kollege an der Eisbahn stehen, um Impfnachweise und Tests zu kontrollieren. Erfahrungen in dem Zusammenhang haben Pilz und sein Team schon gesammelt; im Sommer waren sie teilweise mit einem Corona-Testzentrum unterwegs. Je nachdem, was das Hygienekonzept verlangt, könnten die Eintrittspreise dann auch ein wenig anziehen. 50 Cent mehr stellt Pilz spontan als Größe in den Raum. Ganz fest steht das noch nicht. Die Schlittschuh-Leihe soll bei 2,50 Euro bleiben.

Sollte es am Ende doch nichts werden und auch die Eisbahn von einem Lockdown betroffen sein, müsse er noch einmal neu rechnen, sagt Torsten Pilz: Ist es dann günstiger, die Anlage abzuschalten - oder würde ein "Neustart" dann zu lang dauern? Womöglich müsse man sich dann auch noch mal neu mit den Sponsoren zusammensetzen.

Deutlich einfacher fällt ihm die Einschätzung zur Nachfrage. Es habe schon Anmeldungen von Gruppen gegeben. Manches Unternehmen habe zwar jetzt einen Rückzieher gemacht, Schulklassen seien aber nach wie vor interessiert. Auch eine kurze Meldung auf Saechsische.de zum beginnenden Eisbahn-Aufbau hatte überwiegend positive Reaktionen zur Folge gehabt. Torsten Pilz bestärkt das - trotz aller Ungewissheit und Widrigkeiten.

  • Terminvereinbarung für Schulklassen und Vereine unter [email protected] oder 03525 520200.