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Elbland: Gibt es Weihnachtsmärkte hinter der Landesgrenze?

In Sachsen sind Märkte grundsätzlich verboten, in Brandenburg nicht. Aber der Glühwein-Tourismus wird wohl ausfallen.

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Die Glühwein-Tassen werden wohl leer bleiben: Auch die Städte in Südbrandenburg an der Grenze zum Kreis Meißen sagen gerade ihre Weihnachtsmärkte ab.
Die Glühwein-Tassen werden wohl leer bleiben: Auch die Städte in Südbrandenburg an der Grenze zum Kreis Meißen sagen gerade ihre Weihnachtsmärkte ab. © Symbol: Monika Skolimowska/dpa

Von Frank Claus

Elbe-Elster. In Sachsen gelten andere Regeln als in Brandenburg - das war schon beim ersten Lockdown so. Und so fuhren damals reichlich Sachsen über die nahe Landesgrenze, um sich in Baumärkten in Südbrandenburg einzudecken - während die im Kreis Meißen nicht öffnen durften. Wiederholt sich diese Situation nun mit den Weihnachtsmärkten? So strikt wie in Sachsen sind die Regeln in Brandenburg nicht: Dort dürfen die Kommunen selbst entscheiden, wie sie mit ihren Märkten umgehen.

„Angesichts der äußert angespannten epidemischen Lage“ werden die Weihnachtsmärkte in der Verbandsgemeinde Liebenwerda abgesagt. Das betrifft die Städte Bad Liebenwerda, Falkenberg/Elster, Mühlberg/Elbe und den Stadtverbund Uebigau-Wahrenbrück. Darauf, so ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, hätten sich die vier Ortsbürgermeister gemeinsam mit der Verbandsgemeindeverwaltung verständigt.

Auch die verkaufsoffenen Sonntage am 28. November und 19. Dezember in Bad Liebenwerda und am 12. Dezember in Falkenberg/Elster werden abgesagt. Die traditionelle Glühweinmeile in Bad Liebenwerda soll ebenfalls nicht wie geplant am 28. November stattfinden. Grundlage für die Absage sei, „dass die Städte als Veranstalter der Verantwortung für die Gewährleistung der pandemiebedingten Vorgaben und Einschränkungen nicht vollumfänglich gerecht werden können“.

Zudem, so wird argumentiert, wäre es „ein falsches Signal, zum gemeinsamen Feiern einzuladen, während andere, insbesondere Mediziner und Pflegekräfte, durch die Corona-Pandemie an der Grenze des Leistbaren angekommen sind.“

Dittgard Hapich, Ortsbürgermeisterin der Stadt Uebigau-Wahrenbrück, weiß, dass Veranstalter und Besucher die Entscheidung sicher schwer treffe. „Das geht schon ans Herz der Verantwortlichen“, sagt sie. Für Uebigau sei sogar ein 3G-Konzept mit Teststation auf dem Marktplatz geplant gewesen. Aber, so bittet sie um Verständnis: „Die Gesundheit ist am wichtigsten. Wir können alle Pflegenden und ärztlichen Mitarbeiter nicht noch weiter belasten. Es ist erst einmal wichtig, dass alle Schulen und Kindergärten weiter geöffnet bleiben.“

Auch die Stadt Elsterwerda hat ihren Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz und zudem den Kleinen Weihnachtsmarkt vor der Kleinen Galerie abgesagt. Der Weihnachtsmann-Empfang zu Heiligabend in Prösen fällt aus, der Märchenweihnachtsmarkt in Haida ebenfalls.

Besonders hart dürfte die Absage von Weihnachtsmärkten erneut die Bauer Fruchtsaft GmbH in Bad Liebenwerda treffen. Zum zweiten Mal in Folge wird das Unternehmen, das üblicherweise 500.000 Liter Glühwein in Flaschen, Bags sowie in kleinen und größeren Fässern verkauft, einen Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. 50 Prozent waren es im Vorjahr allein bei den beliebten roten und weißen Heißgetränken. Nun bleibt abzuwarten, was in der Gastronomie, die unter der 2G-Regel diesmal geöffnet bleibt, abgesetzt werden kann.

In Elsterwerda solle es wie im Vorjahr wieder die Aktion Weihnachtsspaziergänge und Lichterpracht geben. Bürger sind aufgefordert, der Verwaltung bis zum 24. November die am schönsten weihnachtlich dekorierten Häuser und Vorgärten zu melden. Die Stadt wolle die schönsten prämieren und zu Spaziergängen in der Vorweihnachtszeit einladen.

Die Big Band Bad Liebenwerda hält an ihren zwei Konzerten unter dem Titel „Jazz im Advent“ am 18. Dezember (17 Uhr) und am 19. Dezember (16 Uhr) in der St. Nikolaikirche in Bad Liebenwerda fest. Festgelegt wurde die 2G-Regel. Dr. Michael Kreher: „Wir haben in der Kirche genügend Platz, erst recht bei zwei Konzerten. Die Menschen und auch wir brauchen solche Ereignisse. Außerdem werden wir lernen müssen, mit Corona umzugehen. Das Virus wird uns noch lange beschäftigen.“

Das Weihnachtsoratorium am 27. November ab 19 Uhr in der St. Nikolaikirche in Bad Liebenwerda soll ebenfalls unter 2G-Regel stattfinden. (LR)