merken
PLUS Riesa

Riesaer Jugendladen im "Probebetrieb"

In der ehemaligen Rumpelkammer am Puschkinplatz wird nicht mehr nur gewerkelt. Zwei Dinge bereiten den Machern und der Stadt aber noch Sorgen.

Ein Preis bei Ab in die Mitte machte den Jugendladen erst möglich. Mittlerweile wird in der ehemaligen Rumpelkammer nicht nur gewerkelt.
Ein Preis bei Ab in die Mitte machte den Jugendladen erst möglich. Mittlerweile wird in der ehemaligen Rumpelkammer nicht nur gewerkelt. © Sebastian Schultz

Riesa. Die Nachricht habe ihr den Tag gerettet, sagt Riesas Outlaw-Teamleiterin Anja Müller: "Wir hatten am gleichen Tag einen Wasserschaden im Riemix - und kurz danach kam die Nachricht vom Preisgeld." 5.000 Euro konnte der Jugendhilfeträger bei der Aktion "Machen!2021" für den Jugendladen gewinnen. Das verschaffte noch mal zusätzliche Aufmerksamkeit - und einen Besuch der SPD-Bundestagsabgeordneten Susann Rüthrich.

Bei der kurzen Führung durch die ehemalige Kneipe am Alexander-Puschkin-Platz erläuterte Anja Müller die Idee hinter dem neuen Jugendtreff. Die sei vor mittlerweile schon zwei Jahren entstanden. "Die Jugendlichen hatten selbst gesagt, dass ihnen in der Stadt Angebote für ihre Altersgruppe fehlen." Fürs Riemix sei man in der 8. und 9. Klasse eher zu alt, für Veranstaltungen im Offenen Jugendhaus womöglich noch zu jung. "Ich fand es interessant, dass sie den Bedarf so klar kommuniziert haben", sagt Anja Müller.

Anzeige
Das SHK-Handwerk ist seine Passion
Das SHK-Handwerk ist seine Passion

Lukas Kurz ist vor allem von der modernen Technik und den handwerklichen Herausforderungen in seinem Beruf fasziniert.

Die Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich (SPD, l.) im Gespräch mit Anja Müller von Outlaw (r.). Im Hintergrund Michael Schremmer von der SPD-Ortsgruppe sowie die Bundestagskandidatin der Sozialdemokraten Stephanie Dzeyk.
Die Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich (SPD, l.) im Gespräch mit Anja Müller von Outlaw (r.). Im Hintergrund Michael Schremmer von der SPD-Ortsgruppe sowie die Bundestagskandidatin der Sozialdemokraten Stephanie Dzeyk. © Sebastian Schultz

Auch wenn der Jugendladen noch längst nicht fertig ist, finden dort mittlerweile kleinere Aktionen statt, sozusagen ein kleiner Probebetrieb, wenn man so will. Zuletzt habe der verantwortliche Outlaw-Mitarbeiter beispielsweise mal ein paar Instrumente mitgebracht, um etwas Musik zu machen. Das dient auch dazu, die Jugendlichen bei der Stange zu halten: Seit einem Jahr trifft sich der harte Kern aus fünf bis acht jungen Menschen vor allem in der ehemaligen Rumpelkammer, um dort zu arbeiten.

Wofür die 5.000 Euro ausgegeben werden könnten, war zum Besuch der Abgeordneten noch nicht entschieden. "Das Tolle am Preisgeld ist ja, dass es nicht zweckgebunden ist", sagt Anja Müller. Nach wie vor bereitet den Machern vor allem die Materialknappheit Sorgen. Der Holzboden ist halb fertig verlegt, nun fehlen Dielen. "Die sind gerade unser größtes Problem." Immerhin eine Küche haben die Jugendladen-Macher mittlerweile gefunden. Vom Landkreis sei außerdem noch spezielle Farbe bereitgestellt worden, um den Rauchgeruch aus den Räumen zu bekommen.

Wie der Jugendladen am Ende einmal genutzt wird, dazu gab Anja Müller nur einen groben Überblick: "Es geht um einen Ort, an dem die Jugendlichen etwas abhängen können; ein Ort zum Schnattern oder einfach Musik hören." Eine Hausaufgabenecke sei auch geplant. Und es werde zu den Öffnungszeiten auch immer jemand von Outlaw vor Ort sein.

Mehr zum Thema Riesa