Riesa
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Riesaer Zwergotter haben zum ersten Mal Nachwuchs

Anfangs waren sie noch ein Geheimnis, nun sieht man die beiden jungen Raubtiere auch in der Anlage. Den ersten Arztbesuch haben sie auch schon hinter sich.

Von Stefan Lehmann
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Erkundung vor der Schlafkiste: Mittlerweile sind die beiden jungen Zwergotter auch bei Ausflügen im Außenbereich zu beobachten.
Erkundung vor der Schlafkiste: Mittlerweile sind die beiden jungen Zwergotter auch bei Ausflügen im Außenbereich zu beobachten. © Janina Kraemer/FVG Riesa

Riesa. Das im Tierpark Riesa geborene Bennett-Känguru war noch nicht einmal getauft, da war in der Anlage schon der nächste Nachwuchs zur Welt gekommen: Zwergotter-Weibchen Rina, die gemeinsam mit Männchen Tao erst 2021 aus Nordrhein-Westfalen an die Elbe gezogen war, hatte kurz zuvor geworfen.

Einen knappen Monat nach der Geburt der beiden Jungtiere Anfang Juni machte Tierpark-Chefin Janina Kraemer allerdings noch ein Geheimnis aus den beiden Tieren. In den ersten Tagen und Wochen kann schließlich immer einiges schiefgehen.

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Mittlerweile ist das anders. Nachdem sie ihre ersten Wochen in einer geräumigen Schlafkiste mit Trinken und Schlafen verbrachten, erkunden die kleinen Zwergotter nun die Umgebung außerhalb der Schlafkiste – jedenfalls, bis sie von den Eltern im Nacken gepackt und zurück ins Nest getragen werden.

"Obwohl Tao und Rina von Anfang an sehr harmonisch waren, und mit mittlerweile drei Jahren im besten Alter sind, war es keinesfalls sicher, dass die Nachzucht bereits in diesem Jahr gelingt", erklärt Tierparkleiterin Janina Kraemer. "Daher freuen wir uns natürlich umso mehr über diesen Zuchterfolg bei unseren Publikumslieblingen."

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Tao und Rina haben zwar zum ersten Mal Nachwuchs, wurden aber durch die Mithilfe bei der Aufzucht jüngerer Geschwister in ihren Herkunftszoos bestens auf diese Aufgabe vorbereitet. Auch in der Natur leben Zwergotter in größeren Familiengruppen zusammen.

Zappeln und Quietschen auf der Waage

Etwa zwei Monate nach der Geburt stand jetzt bei den Jungtieren der erste Tierarzt-Termin an. "Es handelt sich um ein Männchen und ein Weibchen, die bereits beide ein stolzes Gewicht von über 500 Gramm erreicht haben", erzählt die Tierparkleiterin. "Und der beste Beweis dafür, dass es ihnen gut geht, war das kräftige Zappeln und laute Quietschen beim Wiegen, das sogar ein brauchbares Foto unmöglich machte", fügt sie lächelnd hinzu.

Auch wenn sich die Kleinen sehr gut entwickelt haben, fehlt ihnen laut Kraemer noch eine wichtige Fähigkeit: das Schwimmen. Angeboren ist diese Fertigkeit nicht, der Nachwuchs lernt mit Hilfe der Eltern.

Janina Kraemer: "Unsere Zwergotter nehmen eine Botschafterfunktion für den lokal bedrohten Fischotter ein, den wir aus Platzgründen nicht im Tierpark Riesa halten könnten. Wir hoffen, durch regelmäßige Nachzucht dieser ebenfalls bedrohten Art zum Erhalt einer gesunden Population in Menschenobhut beitragen zu können." (SZ)