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Wenn das Freibad zum Standortfaktor wird

Strehla, Oschatz, Großenhain - viele Städte rund um Riesa leisten sich noch ein Bad. Dahinter steckt eine simple Rechnung.

Das Bad als Trumpf im Wettbewerb um neue Anwohner: so argumentiert nicht nur die Stadt Strehla.
Das Bad als Trumpf im Wettbewerb um neue Anwohner: so argumentiert nicht nur die Stadt Strehla. © Sebastian Schultz

Strehla/Großenhain. Freibäder werden wohl immer Zuschussgeschäfte sein - nicht nur in historisch schlechten Jahren wie 2021. Trotzdem leisten sich neben Riesa viele andere Städte in der Region noch diese zusätzlichen Ausgaben. Und sie haben dafür gute Gründe. Allen voran versprechen sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kommunen.

Das Großenhainer Naturbad kostete die Stadt im vergangenen Jahr beispielsweise rund 445.000 Euro; dem stehen Erträge in Höhe von 213.000 Euro gegenüber. Für dieses Jahr liegen keine Zahlen vor, das Besucherergebnis war mit knapp über 19.000 Badegästen aber mau. Nur im Jahr 2017 kamen noch einmal deutlich weniger Badegäste. Ab 2018 investierte die Stadt in den Umbau. "Wir betrachten unser Naturerlebnisbad als absoluten Standort- und Imagevorteil für Großenhain", erklärt Stadtsprecherin Diana Schulze. "Oft bestimmen vor allem die 'weichen Standortfaktoren', wie bezahlbare und vielfältige Kunst-, Kultur- und Freizeitangebote, ob ich gern in meiner Stadt lebe oder nicht."

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Ähnlich argumentiert man in Oschatz, aber auch in Strehla: "Sowohl in der Stadtverwaltung als auch im Stadtrat lässt sich eine breite Unterstützung für den Erhalt des Nixenbades erkennen", erklärt Strehlas Bürgermeister Jörg Jeromin (FWG). Weil seiner Stadt die Fortentwicklung als Grundzentrum verwehrt sei, habe sich die Stadt unter anderem mittels Freizeitangeboten zum Anlaufpunkt für die Menschen entwickelt.

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"Der Erhalt des Nixenbades ist daher trotz des defizitären Betriebes ein wesentlicher Standortfaktor, um Menschen zu bewegen, sich in unserer Region niederzulassen." Daran werden auch die in diesem Jahr historisch schlechten Besucherzahlen nichts ändern. Rund 6.600 Besucher waren es 2021 - in den Vorjahren schwankten die Zahlen stets zwischen 9.000 und 21.000. Trotzdem muss die Stadt Strehla in diesem Jahr mit rund 117.000 Euro weniger zuschießen, als noch 2020. Zum einen sanken die Kosten, zum anderen stiegen die Einnahmen - womöglich auch, weil das Bad zu Saisonbeginn die Preise erhöht hatte. (SZ/stl)

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