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Wonnemar-Betreiber will Kiessee zum Freizeitparadies machen

Riesaer, Großenhainer, Meißner: Vor allem Sachsen haben Bungalow-Grundstücke in Zeischa. Dort soll sich jetzt Großes tun.

Der Kiessee Zeischa aus der Vogelperspektive, im Hintergrund Bad Liebenwerda.
Der Kiessee Zeischa aus der Vogelperspektive, im Hintergrund Bad Liebenwerda. © Foto: Jens Berger/Grafik SZ

Von Frank Claus

Bad Liebenwerda. Sie denken nicht klein. Sondern groß. Ein schickes Wonnemar, ein modernes Hotel daneben und „Zeischa Nature“ – auf diesen drei Standbeinen fußt die Strategie. Die AIM Spa Deutschland GmbH, neue Besitzerin des Wonnemar in Bad Liebenwerda, will damit die Stadt noch anziehender für Touristen machen. Das hat AIM-Geschäftsführer Robert Maier vor den Stadtverordneten in Bad Liebenwerda gesagt. Gemeinsam mit Projektsteuerer Rupert Atzberger und Architekt Kai Munting hat er das Konzept vorgestellt und für einen weiteren Paukenschlag gesorgt.

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Der Kiessee Zeischa soll ein Wassersport- und Urlaubsparadies werden. Rupert Atzberger: „Im Sommer, wenn Urlauber lieber an den See als in ein Bad unterm Dach gehen, muss die Region auch mit Attraktionen locken.“ Die Badewanne vor der Haustür von Bad Liebenwerda biete sich da förmlich an. „Wir wollen den Kiessee Zeischa entwickeln, unsere Mitarbeiter aus dem Wonnemar effektiv mit einsetzen und so eine hohe Hotelauslastung auch in den Sommermonaten sichern“, so Rupert Atzberger.

Der erste wichtige Schritt, so der Projektentwickler, ist getan: „Wir haben uns gleich nach der Stadtverordnetenversammlung mit dem Besitzer des Kiessees getroffen und letzte Details des Verkaufes besprochen. Wir sind uns einig geworden. Der Kaufvertrag wird jetzt vom Notar ausgearbeitet.“

Das ist am Kiessee geplant

● Wassersportanlage: Geplant sind eine Wasserskianlage, ein Rutschenpark und ein Kanu-Verleih. Eine besondere Attraktion soll in diesem Bereich ein versenktes Schiffswrack werden, das eine Tauchschule für ihre Erkundungen nutzen kann.

● Multifunktionsgebäude: Dort befindet sich der Einlass. Zugleich soll ein Hochseilgarten mit „Flying Fox“ – da können Besucher am Seil übers Wasser schweben – entstehen. Dort ist zudem der Eventbereich für Veranstaltungen und Restaurant geplant.

● Naturseebad: Neben dem großen Schwimmerbereich mit Schwimminsel sehen die Planungen dort einen Nichtschwimmerbereich und einen großzügigen Strand vor.

● Finnhütten: Mehrere Hütten sollen direkt am See mit Jacuzzi (Whirlpool) gebaut werden. Bewohner sollen einen unverstellten Blick auf das Wasser genießen können. Eine Kanuanlegestelle und ein kleiner Einkaufsladen sollen diesen Abschnitt komplettieren.

● Skandinavische Anglerhütten: Dort sind kleine Unterkunftsgebäude geplant, ebenfalls mit Jacuzzi und Saunahütten. In der Mitte dieses Bereiches soll ein Fischbecken mit Ausnehmbereich entstehen. Angler sollen einen unbeschwerten Angelurlaub verbringen. Auch dort ist eine Kanuanlegestelle geplant.

● Ferienhäuser: Hier sollen komfortablere Unterkünfte mit Terrasse und Whirlpool gebaut werden. Ein Teil davon hat direkten Strandzugang. Und natürlich liegen Kanus am Steg.

● Zelten in den Dünen: Dort ist Camping (mit eigenem Zelt) und Glamping (aufgestellte Zelte mit Inventar) möglich. Ein Grillplatz soll Romantik am See ermöglichen. Wie am Haupteingang (Nähe Tankstelle) wird es dort Pkw-Stellplätze geben.

● Adventure-Golf: Das ist ein Abenteuer-Golfplatz im Wald, der auch separat von der Straße nach Prieschka zu erreichen ist und einen eigenen Parkplatz erhält.

"Hiddensee-Flair" an der Grenze zu Sachsen

Die Investoren wollen Hiddensee-Flair entwickeln. Im gesamten Gelände werden bis auf Versorgungsfahrzeuge keine kraftstoffbetriebenen Fahrzeuge eingesetzt. E-Roller und Elektrocars sollen genutzt werden. Wann das Areal fertig ist, lasse sich noch nicht genau abschätzen, da nun viele Fragen von der Entlassung aus dem Bergrecht bis zu umweltfachlichen Gesichtspunkten geklärt werden müssen. „Das wird sicher fünf bis sechs Jahre dauern“, so Rupert Atzberger.

Der Abgeordnete Rico Gogolin (Bürger für Ortsteile/Stadt) verwies auch auf die Bungalowbesitzer und wollte wissen, ob der Kiessee dann umzäunt wird. „Auch da sind wir noch am Anfang aller Überlegungen. Sicher scheint, dass wir auch Zäune aufstellen müssen. Es bleibt ja dann ein Betriebsgelände, wenn nun auch für den Tourismus, und wir sind für die Sicherheit zuständig und müssen natürlich Vandalismus vorbeugen“, so Rupert Atzberger.

Er wisse aber auch, dass Seen in Brandenburg öffentlich zugänglich bleiben müssen. „Wir werden da Lösungen finden“, sagt er. „Wir wollen das Gebiet gemeinsam mit der Stadt und auch mit den Bungalowbesitzern entwickeln. Da wird es Absprachen geben, die eventuell auch so weit gehen können, dass Bungalowbesitzer Dauerkarten für Abschnitte erhalten, die ihnen einen Gratis-Zugang sichern. Wie gesagt: Alle Überlegungen stehen am Anfang.“ (LR)

Das sind die Pläne am Wonnemar

● Hotelneubau: Geplant ist ein 4-Sterne Resort Hotel mit 90 Zimmern, das parallel zur Wonnemar-Ertüchtigung gebaut und Ende 2023 bezugsfertig sein soll. Das Erdgeschoss werde massiv errichtet, die oberen Etagen in Holzbauweise. Zum Einsatz sollen dabei vorgefertigte Module kommen.

● Wonnemar: Die Aufwertung und Erweiterung soll im August des nächsten Jahres beginnen und ebenfalls Ende 2023 abgeschlossen sein. Investiert werden nach Angaben von Robert Maier etwa 20 Millionen Euro. Davon sind 14,3 Millionen Euro Fördermittel.

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● Caravan-Stellplatz: Die AIM Spa Deutschland will das Parkplatzproblem für Wonnemar und Hotel auf dem Areal des einst geplanten Feriendorf-Areals auf der dem Wonnemar und dem Mühlgraben gegenüberliegenden Seite (an der Straße nach Zobersdorf) lösen. Dort sind zudem Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen geplant.

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