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Die Stadt Gröditz erhöht Friedhofsgebühren

Doch im Vergleich zu anderen Ruhestätten der Region sind die finanziellen Aufwendungen für Gräber in Gröditz immer noch moderat.

Vor sechs Jahren wurden diese Urnensäulen auf dem Nünchritzer Urnenfriedhof errichtet. Diese gibt es auch auf dem kommunalen Friedhof in Gröditz.
Vor sechs Jahren wurden diese Urnensäulen auf dem Nünchritzer Urnenfriedhof errichtet. Diese gibt es auch auf dem kommunalen Friedhof in Gröditz. © Sebastian Schultz

Gröditz. Mit dem Tod beschäftigt sich keiner gern. Er wird verdrängt. Doch wenn ein lieber Mensch stirbt, stehen die Angehörigen vor der Entscheidung, an welchen Ort und wie sie ihn bestatten oder beerdigen sollen. Ob der leblose Körper in einem Sarg eingebettet oder eingeäschert in einer Urne in den Boden herabgelassen wird, ist nicht selten vom Glauben an ein Leben danach abhängig.

Vor allem auf kirchlichen Friedhöfen auf dem Lande sind Reihen- und Familiengräber für traditionelle Beerdigungen zu finden. Doch auch hier hat in den letzten Jahrzehnten der Anteil der Urnengräber zugenommen. Darauf müssen sich die Kommunen und die Kirchgemeinden als Betreiber einstellen.

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Alle fünf Jahre empfiehlt es sich, über die Friedhofsgebührensatzung nachzudenken, weiß auch der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke. Erst recht, wenn auf den Friedhöfen investiert wurde. So wurde auf dem kommunalen Friedhof an der Wainsdorfer Straße in Gröditz ein weiteres Stelen-Kabinett errichtet. Es besitzt 128 Urnenkammern.

Neue Satzung wird notwendig

Nach Schlussrechnung der Baumaßnahme wurde jetzt eine Änderung der Friedhofsgebührensatzung notwendig, der die Stadträte auf ihrer letzten Sitzung auch zustimmten. Sie sieht für die kommunalen Friedhöfe Reppis, Wainsdorfer Straße, und Schweinfurth vor, dass künftig ein Urnengrab 210 Euro, ein Reihengrab (für einen Sarg) 500 Euro und ein Familiengrab (zwei Särge) 1.060 Euro kosten.

Bei einem Vergleich mit kommunalen und kirchlichen Friedhöfen von Frauenhain bis Riesa liegen diese Summen im Mittelfeld. Die teuersten 20-Jahre-Mieten für Reihengräber findet man auf den kirchlichen Friedhöfen in Gröditz (850 Euro) und Riesa (800 Euro), die preiswertesten in Nauwalde (380 Euro).

Auch für die Benutzung der kommunalen Trauerhallen in Gröditz, Nauwalde, Nieska und Schweinfurth stellt die Stadtverwaltung nur 125 Euro in Rechnung. Etwas teurer ist es in Riesa (140 Euro), Nünchritz (150 Euro) und Frauenhain/Koselitz (215 Euro).

Große Unterschiede beim Grabschaufeln

Auf der anderen Seite verlangt die Stadt Gröditz für das Ausschachten eines Sarggrabes mit 560 Euro am meisten. Die Kirchgemeinden Riesa und Gröditz liegen aber mit 472 Euro bzw. 450 Euro nicht weit davon entfernt. Erstaunlich ist, dass für die gleiche Leistung auf dem Friedhof Nauwalde nur 77 Euro fällig werden.

Moderne Urnenstelen und Urnenwände haben nur wenige Friedhöfe. Mit 1.750 Euro ist eine Urnenstele in Gröditz teurer als in Nünchritz (1.427,89 Euro). Dagegen ist in Gröditz ein Platz in der Urnenwand mit 910 Euro preiswerter. Auch hier berechnet die Nünchritzer Gemeindeverwaltung 1.427,89 Euro.

Für anonyme Urnengräber auf der sogenannten grünen Wiese verlangen Nünchritz (rund 714 Euro) und Gröditz (666 Euro) viel weniger. Die Urnengemeinschaftsanlagen sind auf kirchlichen Friedhöfen auf den ersten Blick viel preisintensiver. Bis zu 4.000 Euro werden für eine 20-jährige Miete in Rechnung gestellt. Allerdings handelt es sich dabei um das komplette Rundum-Sorglos-Paket mit regelmäßiger Pflege und allen sonstigen anfallenden Gebühren. "Wenn man alles zusammenrechnet, kommen die anderen auch auf den gleichen Preis wie wir", ist sich der Gröditzer Pfarrer Christian Thiele sicher.

Das Grabrondell auf dem kirchlichen Friedhof Gröditz, das 2016 eingeweiht wurde, ist eine Urnengemeinschaftsanlage. Hier gibt es auch Grabplatten mit den Namen der Verstorbenen.
Das Grabrondell auf dem kirchlichen Friedhof Gröditz, das 2016 eingeweiht wurde, ist eine Urnengemeinschaftsanlage. Hier gibt es auch Grabplatten mit den Namen der Verstorbenen. © Sebastian Schultz

Zudem gibt es eine Grabplatte dazu. "Ein Mensch, der in Gottes Reich heimgegangen ist, bleibt doch dennoch ein Mensch mit einem Namen", sagt Thiele. Anonyme Gräber würden deshalb nicht dem christlichen Verständnis entsprechen. Das sei jedoch bei jeder Neuauflage der Friedhofsgebührensatzung ein altbekannter Streitpunkt.

Bei der jährlichen Friedhofsunterhaltungsgebühr langt die Stadt Gröditz im Vergleich zu den Nachbarn am kräftigsten zu. Dafür werden 48 Euro pro Jahr fällig. Auf den meisten anderen Friedhöfen der Region liegt diese Gebühr bei etwa 25 Euro pro Jahr. Mit 13 Euro pro Jahr ist der kirchliche Friedhof in Nauwalde erneut der preiswerteste.

Bei diesem regionalen Vergleich konnten die kirchlichen Friedhöfe in den Gemeinden Zeithain, Glaubitz und Nünchritz nicht berücksichtigt werden. Denn die Vereinigte Evangelisch-lutherische Christuskirchgemeinde Zeithain ist gerade dabei, eine neue Friedhofsgebührensatzung zu erstellen.

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