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Gas-Alarm in Gröditz

Ein Traktor beschädigt nahe des Bahnhofs eine Leitung der Enso. Stundenlang sind die Rettungskräfte im Einsatz.

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Vier Stunden lang waren Feuerwehr und andere Rettungskräfte am Freitag in Gröditz im Einsatz. Bei Feldarbeiten war dort eine Gasleitung beschädigt worden.
Vier Stunden lang waren Feuerwehr und andere Rettungskräfte am Freitag in Gröditz im Einsatz. Bei Feldarbeiten war dort eine Gasleitung beschädigt worden. © Freiwillige Feuerwehr Gröditz

Gröditz. Wegen einer beschädigten Gasleitung waren Rettungskräfte und Mitarbeiter des Energieversorgers Enso am Freitagnachmittag und -abend mehrere Stunden lang in Gröditz im Einsatz.  Auf einem Feld nahe der Straße Am Eichenhain hatte ein Traktor beim Umpflügen eine Gasleitung beschädigt. 

Alarmiert wurde die Feuerwehr demnach gegen 16.15 Uhr. "Schon bei der Lageerkundung war deutlich hör- und sichtbar, dass auch wirklich Gas austritt", erklärte Einsatzleiter Oliver Linge nach dem Einsatz. "Wir haben uns dann sofort entschieden, den Bereich weiträumig abzusperren." Insgesamt waren dabei etwa 45 Einsatzkräfte vor Ort. 

Der Wind spielte mit

In einem Radius von etwa 300 Metern seien alle Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das betraf neben der Bahnstrecke samt Stellwerk und der gegenüberliegenden Kleingartenanlage auch den Sportplatz, auf dem eine Jugendmannschaft des FV Gröditz gerade trainierte. "Der Wind hat uns in die Karten gespielt", so Oliver Linge. Dadurch sei das Gas stadtauswärts geweht worden. "Sonst hätten wir möglicherweise das ganze Gebiet evakuieren müssen."

Die alarmierten Mitarbeiter der Enso dichteten die Hochdruckgasleitung schließlich ab. Es strömte noch eine Weile Gas nach, ehe der Einsatz für die Feuerwehr gegen 20.15 Uhr beendet war. "Eine Baufirma ist jetzt vor Ort und legt die Leitung frei, damit sie repariert oder ausgetauscht werden kann", sagte der Einsatzleiter Freitagabend. Derzeit bleibe seines Wissens in vielen Gröditzer Haushalten die Heizung kalt. 

Insgesamt sei die Sache aber noch einmal sehr glimpflich ausgegangen, so die Einschätzung des Gröditzer Feuerwehrsprechers. "Es ist nichts hochgegangen, dem Traktorfahrer geht's gut. Das hätte auch dumm ausgehen können." Wie der Pflug die Leitung überhaupt beschädigen konnte, stand am Freitagabend noch nicht fest. Das Feld werde eigentlich regelmäßig bestellt, und bisher sei auch noch nichts passiert – obwohl die Gasleitung nicht sonderlich tief in der Erde liege. 

Update, Sonnabend, 3. Oktober, 12.15 Uhr

Laut Enso-Sprecherin Claudia Kuba waren von der Unterbrechung der Gasversorgung  rund 650 Netzkunden betroffen. Die Enso Netz als Netzbetreiber habe "den havarierten Trassenabschnitt abgeschiebert, entleert und noch in der Nacht die Reparaturarbeiten durchgeführt", so die Unternehmenssprecherin. Seit Sonnabendmorgen sei die Gasversorgung durch Enso-Mitarbeiter und örtliche Gasinstallateure schrittweise wieder aufgebaut worden. Bis Sonnabendmittag wolle man damit fertig sein, sodass die Gasversorgung wieder gewährleistet sei, hieß es. Die Untersuchungen zu den Umständen der Beschädigung würden noch andauern. 

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