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"Wir haben deutlich Personal aufgestockt"

Während Gaststätten zu sind, floriert bei einem Riesaer Pizzadienst das Geschäft. Dort hat man auch eine klare Meinung zu Autos auf der Hauptstraße.

Hat auch wegen Corona derzeit viel zu tun: Michael Riedel ist der Chef von Freddy Fresh in Riesa. Der Pizza-Lieferdienst sitzt an der Hauptstraße.
Hat auch wegen Corona derzeit viel zu tun: Michael Riedel ist der Chef von Freddy Fresh in Riesa. Der Pizza-Lieferdienst sitzt an der Hauptstraße. © Sebastian Schultz

Riesa. Zum zweiten Mal in diesem Jahr müssen Gaststätten geschlossen bleiben. Etliche bieten deshalb einen Lieferdienst an - etwa der Spanische Hof in Gröditz oder der Riesenhügel und der Rathaus-Grieche in Riesa. Doch auch beim klassischen Pizza-Lieferdienst gibt es Auswirkungen. Ein Gespräch mit Michael Riedel, dem Chef von Freddy Fresh an der Riesaer Hauptstraße.

Herr Riedel, merkt man die Folgen der Corona-Regeln bei der Pizza-Nachfrage?

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Die Nachfrage ist bei uns schon über das ganze Jahr gestiegen.

Liegt das daran, dass mehr Leute im Homeoffice sind oder unter Quarantäne?

Das lässt sich nicht genau sagen. Wir spüren auch keine sprunghafte Veränderung durch die neuesten Ausgangsbeschränkungen - die Entwicklung bei uns ist prinzipiell positiv zu bewerten.

Wie funktioniert das eigentlich praktisch, wenn Sie jemanden in Quarantäne beliefern? Dann müssen ihre Kollegen ja auch auf Abstand achten ...

Richtig. Dafür haben wir eine kontaktlose Lieferung: Unsere Mitarbeiter sind mit Mund-Nasen-Schutz und Hygienehandschuhe ausgestattet. Der Kunde kann das abgezählte Geld schon zurechtlegen; der Mitarbeiter stellt die Lieferung dann ab und tritt entsprechend weit zurück, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.

Und das klappt - oder meckern da die Kunden?

Da herrscht ein sehr hohes Maß an Verständnis, das ist ein gutes Miteinander.

Haben Sie durch Corona auch neue Kunden, die vorher noch nie Pizza bestellt haben?

Ja! Kürzlich hatten wir einen Kunden, der uns eine sehr positive Rezension hinterließ: Er schrieb, dass er früher noch nie Pizza bestellen "musste". Weil aber seine Betriebskantine schließen musste, wich er auf Lieferdienste aus. Und hat sich offenbar sehr schnell in unsere Speisen verliebt.

Wenn die Nachfrage gestiegen ist - wie sieht es dann mit Wartezeiten aus? In Dresden hatte ich im Herbst zweieinhalb Stunden auf eine Pizza warten müssen ...

Das versuchen wir in Riesa tunlichst zu vermeiden. Man muss aber bedenken, dass es im Home-Delivery-Bereich anders zugeht als in der Gastronomie: Dort sind irgendwann die Tische und Stühle alle belegt und der Kellner sagt dann "Ich kann Ihnen leider keinen Platz mehr anbieten." Bei uns ist das natürlich anders - da kommen die Bestellungen rein, wie sie reinkommen. Und man versucht, sie möglichst schnell abzuarbeiten. Gerade am Wochenende zur Hauptbestellzeit ist dies manchmal sehr schwer zu bewältigen. Im Übrigen tut es mir sehr leid um jeden Berufskollegen, der jetzt seinen Gastronomiebetrieb geschlossen halten muss.

Kommen Sie denn unter diesen Bedingungen noch mit Ihrem Personal hin - oder haben Sie aufgestockt?

Wir haben deutlich aufgestockt, sukzessive übers Jahr. Ich bin sehr froh und sehr glücklich, so tolles Personal zu haben. Tatsächlich war uns als Franchise-Nehmer schon im Vorjahr prognostiziert worden, dass es 2020 eine Umsatzsteigerung geben würde.

Chef Michael Riedel (r.) und ein Teil seines Teams bei Freddy Fresh Riesa: Paul Schlesinger, Esra Köhler, Alina Konopke (v.l.)
Chef Michael Riedel (r.) und ein Teil seines Teams bei Freddy Fresh Riesa: Paul Schlesinger, Esra Köhler, Alina Konopke (v.l.) © Sebastian Schultz

Schon vor Corona? Das müssen Sie mir erklären ...

Gern. Wir hatten die Filiale an der Riesaer Hauptstraße im Mai 2019 übernommen. Durch viel Fleiß und gute Arbeit haben wir begonnen, verlorenes Vertrauen bei der Kundschaft zurück zu erarbeiten. Das scheint uns gelungen zu sein, wenn man die Umsatzzahlen seitdem anschaut. Dass Corona vielleicht noch einen zusätzlichen Schwung mitgebracht hat, mag sein. So haben wir im Frühjahr, als es die ersten Ausgangsbeschränkungen gab, einen leichten Zuwachs gehabt. Der hat aber über den Sommer nicht signifikant abgenommen.

Vielleicht bleibt ja der eine oder andere als Kunde bei Ihnen hängen, der wegen Corona auf das Thema Lieferdienst kam ...

Das wäre wünschenswert.

Eine aktuelle Frage habe ich noch an Sie: Von der AfD-Stadtratsfraktion kam jetzt der Vorschlag, den Bereich der Hauptstraße zwischen Rathausplatz und Niederlagstraße für den Pkw-Verkehr freizugeben. Was halten Sie als Betroffener davon - schließlich befindet sich Ihr Pizzadienst dort in der Fußgängerzone?

Das würden wir sehr begrüßen: Dann könnten wir nämlich mit unseren Lieferfahrzeugen bis an die Filiale fahren. Denn für uns als Freddy-Fresh-Filiale gilt das Fahrverbot genauso wie für alle anderen auch. Unseren Mitarbeitern ist es verboten, mit ihren Fahrzeugen bis vor die Filiale zu fahren. Ausnahmen gibt es nur für Warenlieferungen. Und deshalb ist es momentan so, dass wir mit unseren sechs Lieferfahrzeugen am Rathausplatz parken müssen, wo wir die Parkuhren immer ordentlich stellen müssen. Da sind gerade die Markttage Mittwoch und Freitag schwierig. Das ist ein ziemlicher Aufwand für uns. Eines möchte ich aber noch sagen.

Bitte.

Ich danke unseren Mitarbeitern sehr, dass sie alle so zur Stange gehalten haben und wir so gemeinsam ein sehr erfolgreiches Jahr für Freddy Fresh Riesa schaffen konnten. Das ist nicht selbstverständlich.

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