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Glaubitzer Bahnübergänge wochenlang zu

Ab dieser Woche gibt es einen Vorgeschmack auf das, was ab September die Menschen in dem Dorf die nächsten vier Jahre einschränken wird.

Noch sind die Schranken an der Bahnhofstraße in Glaubitz geöffnet. Aber bald schon für längere Zeit nicht.
Noch sind die Schranken an der Bahnhofstraße in Glaubitz geöffnet. Aber bald schon für längere Zeit nicht. © DB Netz AG

Glaubitz. Sie sind wichtig für die Einwohner in Glaubitz. Vor allem für die, die aus dem einst eigenständigen Ortsteil Langenberg kommen. Die beiden Bahnübergänge an der Bahnhofstraße und an der Poststraße verbinden die Langenberger mit den Glaubitzern und umgekehrt. Die Deutsche Bahn will die Schranken im Zuge des ICE-Streckenausbaus zwischen Zeithain und Leckwitz durch Unterführungen ersetzen. 2025 sollen sie wie auch der gesamte Gleisbau fertig sein. Dann heißt es: Freie Fahrt ohne Schranken!

Doch bis es soweit ist, müssen sich die Glaubitzer und Langenberger auf manche Einschränkungen einstellen. Die erste große Behinderung des öffentlichen Lebens wird es schon bald geben. Das bestätigt Projektleiter Holger Braune von der DB Netz AG.

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Die Gleisbauer rammen ab 16. April Spundwände zwischen die beiden Gleise. Dazu müssen die Bahnübergänge bis Ende April gesperrt werden. Die Stahlprofile dringen bis zu zwölf Meter tief ins Erdreich ein. Dabei zerstören sie auch alle Stromkabel und Wasserleitungen, die unterhalb der Bahnübergänge verlegt sind.

Um die Energie- und Wasserversorgung aufrechtzuerhalten, werden die Enso und die Wasserversorgung Riesa-Großenhain (WRG) vorher ihre Leitungen kappen und an einer anderen Stelle verlegen. Dazu müssen sie vor den Bahnübergängen die Bahnhofstraße (WRG) und die Poststraße (WRG und Enso) aufgraben. Deshalb werden die Schrankenanlagen ebenfalls unpassierbar. Diese Arbeiten bedürfen ein paar Wochen Vorlauf, so Braune. Voraussichtlich ab Mitte März bis Ende April seien beide Glaubitzer Bahnübergänge geschlossen.

Eine Bautzener Baufirma hat an den Bahnübergängen in Glaubitz diese fünf Meter hohen Kabelbrücken errichtet.
Eine Bautzener Baufirma hat an den Bahnübergängen in Glaubitz diese fünf Meter hohen Kabelbrücken errichtet. © DB Netz AG

Wie die Wasserversorgung Riesa-Großenhain mitteilt, beginnen bereits in dieser Woche an der Poststraße die Bauarbeiten. In den beiden folgenden Wochen soll es an der Bahnhofstraße weitergehen. Dann sind die Schranken unten.

Das ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Glaubitzer ab Herbst erwartet. Dann sollen die Bauarbeiten entlang der Bahnstrecke, die sich jetzt noch in der Vorbereitungsphase befinden, erst richtig beginnen. Ab September sollen deshalb auch die beiden Glaubitzer Bahnübergänge geschlossen werden. Und das für die nächsten vier Jahre. Also für immer!

Das bedeutet, dass die Langenberger ab September 2021 bis Sommer 2025 einen Umweg über Nünchritz oder Zeithain machen müssen, um nach Glaubitz zu gelangen. Auch die hiesige Feuerwehr und der in Glaubitz ansässige Rettungsdienst müssen sich darauf einstellen. Auch die gelbe und die rote Post sowie die Müllabfuhr müssen dann die Fahrrouten ändern.

Mit einer Vibrationsramme wurde der Boden entlang der Bahnstrecke untersucht.
Mit einer Vibrationsramme wurde der Boden entlang der Bahnstrecke untersucht. © DB Netz AG

Die Bahn hat in den vergangenen Wochen Proberammungen durchgeführt, um den Untergrund zu erkunden. Dabei wurden Stahlträger mit Hilfe einer Vibrationsramme in den Boden versenkt. Als "geologisch anspruchsvoll" habe sich dabei der Berg zwischen dem Chemiewerk und Zschaiten erwiesen, so Braune. Dort trafen die Bauleute auf Felsgestein.

Auf etwa zwei Drittel der rund neun Kilometer langen Strecke von Zeithain bis Weißig ist der Mittelverbau fertig. Damit soll verhindert werden, dass das Gleisbett des einen Gleises nachgibt, wenn der Schotter und Unterbau des anderen Gleises erneuert werden. Auf dem größten Teil der Strecke werden dafür einfache Holzbohlen benutzt. An den Glaubitzer Bahnübergängen sind dafür die Stahl-Spundwände erforderlich.

Alle neuen Eisenbahnüberführungen sollen bei laufendem, eingleisigem Bahnverkehr gebaut werden. Deshalb wird es in den nächsten vier Jahren auch immer wieder zu Einschränkungen für den Zugverkehr zwischen Riesa und Dresden kommen.

Vollsperrungen für Züge im April

Wie bereits bekannt geworden ist, fahren vom 1. März bis 16. April sowie vom 19. bis 21. April, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, keine Züge. Von 17. bis 18. April sowie vom 21. bis 23. April ist die Strecke sogar vollständig 24 Stunden gesperrt. Dann sollen die Spundwände eingebaut werden. Dafür braucht die große Vibrationsramme aber komplette Baufreiheit, weswegen die Oberleitung versetzt wird und den Zugverkehr mehrere Tage unmöglich macht.

Die Bahnüberführungen in Nünchritz an der Schule und am Ortsausgang Richtung Zschaiten bleiben vorerst für den Straßenverkehr offen. Wenn der Gleisbau ab September richtig beginnt, kann es aber bis 2025 zu kurzfristigen Durchgangssperrungen kommen, da die Brücken für die Schallschutzwände verbreitert werden. Wenn es soweit ist, will die Bahn rechtzeitig informieren. Möglicherweise wird es in den Ferien oder am Wochenende sein, damit die Schulbuslinie 441 freie Fahrt hat.

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