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Gostewitzer Gut muss Technikdiebstahl verkraften

Aus der Scheune des Wohnkulturgutes bei Riesa verschwindet Musik- und Lichtausrüstung. Der Schaden ist groß – aber die Macher geben sich kämpferisch.

Das Wohnkulturgut in Gostewitz. Im Hintergrund die große Scheune. Aus der wurde jetzt Veranstaltungstechnik entwendet. Der Schaden ist immens.
Das Wohnkulturgut in Gostewitz. Im Hintergrund die große Scheune. Aus der wurde jetzt Veranstaltungstechnik entwendet. Der Schaden ist immens. ©  Sebastian Schultz/Archiv

Riesa. In den vergangenen Tagen sind Unbekannte in eine Scheune in Gostewitz eingebrochen, heißt es nüchtern in einer Polizeimitteilung vom Freitag. "Die Täter brachen eine Tür zu dem im Umbau befindlichen Gebäude auf und stahlen Musik- und Lichttechnik, darunter Scheinwerfer und ein Mischpult, im Gesamtwert von mehreren tausend Euro."

Wie Jan Giehrisch vom Wohnkulturgut Gostewitz bestätigt, handelt es sich bei der betroffenen Scheune um die des Gutes. "Leider." Dass einmal Diebe zuschlagen und die wertvolle Veranstaltungstechnik entwenden könnten, diese Befürchtung habe es schon seit gut zehn Jahren gegeben, sagt Giehrisch. Bisher sei es dazu aber glücklicherweise nie gekommen. Auch, weil die Kulturmacher manchmal selbst in der Scheune übernachtet und auf die Technik aufgepasst hätten. Besonders, wenn geborgte Ausrüstung darunter war. "Aber man kann nicht immer in der Scheune schlafen", sagt Jan Giehrisch.

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Der Gostewitzer geht davon aus, dass die Täter gezielt zuschlugen. "Sie wussten offenbar genau, was wertvoll ist." Es seien gewissermaßen die Filetstücke der Ausrüstung verschwunden. Betroffen sei dabei nicht nur das Wohnkulturgut, sondern auch der Kulturförderverein Riesa, der als Ausrichter der Riesaer Sommerakademie bekannt ist. Deren jüngste Auflage war erst kürzlich zu Ende gegangen. Unter den Bestohlenen sei aber auch eine Privatperson, so Jan Giehrisch.

Was der Technik-Klau für die nächsten Veranstaltungen im Gostewitzer Gut bedeutet? "Wir müssen jetzt sehen, dass wir uns jetzt die nötigen Dinge zusammenborgen, damit wir die machen können", sagt Giehrisch. Als nächstes steht im Gut am 5. September eine Show mit dem Musikkabarett Schwarze Grütze an. Danach ist am 25. September ein Konzert mit der Jazzmaschine und Free-Jazz-Größe Günter Baby Sommer geplant.

Neue Tore waren schon in Planung

Besonders ärgerlich ist der Diebstahl auch, weil die Gostewitzer Kulturscheune im Umbau ist und bald sechs neue Tore bekommen soll – die Einbrüche deutlich erschweren sollen. Doch das Bauprojekt ziehe sich hin, sagt Jan Giehrisch. Unter anderem habe ein Lärmschutzgutachten ergeben, dass das Torglas verstärkt werden müsse, was die Torstatik verändere. Was wiederum Verzögerungen mit sich gebracht habe.

Um weitere Diebstähle zu verhindern, habe man die noch vorhandene Technik an einen neuen Ort gebracht, so Jan Giehrisch. Auch soll auf dem Gostewitzer Hof künftig Überwachungstechnik zum Einsatz kommen.

Versichert gewesen sei die gestohlene Technik nicht, sagt der Kulturmacher. "Da wären die Beiträge so hoch, das ist einfach nicht machbar." Da die Scheune durch den Umbau sowieso sicherer werde, sei eine Versicherung auch in Zukunft im Grunde nicht nötig.

Jan Giehrisch und seine Mistreiter wollen trotz des Rückschlags und einem grob geschätzten Schaden von um die 20.000 Euro weitermachen. Um Ersatz für die entwendete Technik beschaffen zu können, hoffen die Kulturmacher auch auf Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung.

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  • Spenden sind möglich an den Kulturförderverein Riesa e.V., IBAN: DE37850550000500129282 (Sparkasse Meißen), Verwendungszweck: Spende Technik für Kultur
  • Kontakt zum Wohnkulturgut auch per E-Mail.

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