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Gröditz: Blick in die Millionen-Halle

Der Rohbau der neuen Sportstätte am Eichenhain steht. Jetzt kommt der Innenausbau dran. Manches macht das Gebäude schon jetzt besonders.

Von Eric Weser
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Beton, Glas, Stahl: Die neue Gröditzer Sporthalle am Eichenhain ist ein moderner, eher nüchterner Bau. Erste optische Besonderheiten gibt es aber schon.
Beton, Glas, Stahl: Die neue Gröditzer Sporthalle am Eichenhain ist ein moderner, eher nüchterner Bau. Erste optische Besonderheiten gibt es aber schon. © Klaus-Dieter Brühl

Gröditz. Der Regen hat sich Zugang verschafft in Innere des aktuell größten Gröditzer Bauvorhabens. Hier und da sind ein paar feuchte Flecken auf dem Beton der Bodenplatte zu sehen. Verantwortliche gestehen zu: Völlig dicht ist das Hallendach noch nicht, auch wenn es von weitem so wirkt. Doch es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die letzten Stellen im Haupt der neuen Sporthalle am Eichenhain geschlossen sind.

Knapp ein Jahr liegt der Spatenstich für das Millionen-Objekt zurück. Inzwischen ist die ganze Dimension des Gebäude sichtbar, das die alte, gleich nebenan stehende Sport- und Schwimmhalle beerben wird. Der Rohbau ist fertig.

Grund genug für die Stadt als Bauherrin, Planer, Baufirmen und Stadträte einzuladen, um das zu begehen. Ein richtiges Richtfest war es aber nicht. Das hätte eher stattfinden müssen, was aber wegen Corona nicht gegangen sei, so Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos). Die üblichen Richtfest-Rituale blieben auch deshalb diesmal aus.

Was der Anlass bot, war die Möglichkeit, einen Blick in den Prestigebau der Röderstadt zu werfen. Und der zeigt: Die Halle sieht nicht nur von außen, sondern auch auch von innen so aus, wie es bereits 2018 auf ersten Visualisierungen zu erkennen war. Drinnen sind schon die spielfeldnahen Tribünen zu sehen. Genauso die direkt gegenüber gelegene Galerie, von der aus die Besucher einmal das Geschehen auf insgesamt 20 mal 40 Meter großen Spiefläche blicken können. Auf der Galerie befinden sich Technikräume, direkt darunter etliche Umkleide- und Sanitärbereiche für die Sportler. Weitere Räume um die Ecke ist vor allem für die Besucher da – dort gibt es etliche Toiletten und auch eine Teeküche, die auch künftig als kleiner Imbiss fungieren können soll.

Birgit Kaiser von der Bauverwaltung der Stadt Gröditz bei einem Rundgang durch die Halle. Im Hintergrund: Die künftigen Tribünen und verschiedenfarbige Profilglas-Elemente.
Birgit Kaiser von der Bauverwaltung der Stadt Gröditz bei einem Rundgang durch die Halle. Im Hintergrund: Die künftigen Tribünen und verschiedenfarbige Profilglas-Elemente. © Klaus-Dieter Brühl

Innerlich sei der Bau im Grunde den Standards, die an eine moderne Sporthalle gestellt werden, sagt Architekt Thomas Schmidt vom Dresdner Büro BC Plan. Der promovierte Ingenieur hat mit seinen Kollegen an der Hallenplanung mitgewirkt und überwacht auch die Bauarbeiten. Was die Halle von anderen Bauten abhebe, sei die Architektur, soSchmidt. Der eigentliche Hallenbereich hat eine umlaufende Profilfglasfassade. Die bringe viel Licht ins Gebäude, sei aber gleichzeitig blendfrei.

Und auch die Außenfassade im unteren Hallenbereich soll einmal hervorstechen. Vorgehängte Fassaden, wie sie auch in Gröditz geplant sind, bestünden sonst meist aus Faserzementplatten oder glatten Blechtafeln. Die Halle am Eichenhain hingegen werde einmal ein schwarzes Trapezblech bekommen. Wie genau das wirkt, werde man in etwa zwei Monaten sehen.

In der Halle sind verschiedene Gewerke bereits mit dem Ausbau beschäftigt. Hier montiert Peter Reintsch von der Gröditzer Installationsfirma Firma Henry Wendt eine Trinkwasserleitung.
In der Halle sind verschiedene Gewerke bereits mit dem Ausbau beschäftigt. Hier montiert Peter Reintsch von der Gröditzer Installationsfirma Firma Henry Wendt eine Trinkwasserleitung. © Klaus-Dieter Brühl

Hervor sticht die Halle optisch aber schon jetzt. Hinter dem Baugerüst sind etliche Profilglas-Elemente zu sehen, die in Blau, Gelb und Rot gehalten sind. Eine künstlerische Note, die die Architekten hinterlassen haben. Eine besondere Aussage verberge sich hinter Farbwahl und -anordnung aber nicht, hieß es.

Fest hält die Stadt noch an einer weiteren Farb-Idee – nämlich, die Glaselement der Halle einmal mittels LED variabel beleuchten zu können. Stadtchef Reinicke hatte bereits vor Jahren in Anlehnung an die je nach Anlass verschiedenfarbig illuminierbare Spielstätte der Profikicker von Bayern München von einer "Allianz Arena an der Röder" gesprochen.

Eröffnen will die Kommune ihre neue Sporthalle 2022, womöglich im Frühjahr oder vielleicht auch etwas später. Bis dahin sollen auch die Außenanlagen fertig sein, mit deren Herstellung demnächst begonnen wird. Unter anderem sind Stellplätze für Autos vorgesehen.

Die neue Gröditzer Sporthalle

  • Nutzer sollen vor allem der Vereins- aber auch der Schulsport sein
  • Angestrebt ist ein täglicher Betrieb des Objekts
  • Platz bietet die Halle bis zu 500 Besuchern, die sich etwa beim traditionellen Gröditzer Fußballturnier im Dezember einfinden
  • Als Name ist Elster-Röder-Halle vorgesehen, was die Bedeutung der Halle für die gesamte Region betonen soll
  • Die Kosten des Bauprojekts liegen bei etwa 6,5 Millionen Euro, wobei etwa die Hälfte des Geldes aus Fördermitteln kommt
  • Teil der Haustechnik ist eine Belüftungsanlage, klimatisiert ist die Halle aber nicht